Zusammengerissen

Stur… Dickköpfig… Verbohrt… Zickig…  Stimmt alles.
Besonders wenn man mich dann erst einmal vergnazt hat. Dann neige ich dazu, meine Linie gnadenlos bis ans Ende aller Tage durch zu ziehen. Elefanten vergessen schließlich nie…
Es sei denn, ich sehe einen gemachten Fehler ein. Lieber spät als nie, lautet dann die Devise die mich dann zu einer Entschuldigung trägt.
Andern Falls gilt dies auch für die Gegenpartei. Ja, ich bin nachtragend, aber kein Unmensch…

Wie ich darauf komme? In der neuen Familie hat sich jemand meinen Gnatz zugezogen, sehr zum Leid des Schatzes, denn immerhin handelt es sich ja hierbei um eines seiner Familienmitglieder, den ich keines Blickes, geschweige denn Wortes mehr würdige. Schwere Situation für den Schatz und bestimmt nicht wirklich nachvollziehbar (obgleich er mir bereits versicherte, dass er mich verstehen würde). Ich bin wie ich bin und so zicke ich weiter herum, bis besagte Person ein wenig Verständnis und Familiensinn irgendwo aufgabelt.
Apropos Familiensinn: Natürlich habe ich jegliche Besuche meiner Seits bei besagter Person storniert und lehne mit Augenrollen ab, wenn der Schatz fragt, doch habe ich auch klar gestellt, dass er ja weiterhin in Kontakt bleiben kann, immerhin ist es ja seine Familie… Blöde Situation, doch bevor ich mich nicht zu beherrschen weiß und ein Donnerwetter über etwaige Feier bringe, belasse ich es lieber so, letzten Endes wäre ja doch ich die dumme, die den armen Menschen ja ein fatales Unrecht angedeihen lasse…

Und so grämt sich der Schatz über meine Sturheit, ich über sein Unverständnis bezüglich meines Standpunktes und am Ende haben wir eine Grundsatzdiskussion darüber, dass ich weniger verbohrt sein solle, den ersten Schritt machen könne und über meinen Schatten zu springen habe. Dagegen kommt von mir nur noch müde zurück, dass ich niemandem in den Allerwehrtesten zu krauchen brauch, mich nicht mit Menschen befassen möchte, die ich dumm finde (so denn es denn vermeidbar ist) und mir eben dieser Mensch am Popo vorbei geht…

Doch weil mir der Schatz ja am Herzen liegt und ich möchte, dass er glücklich ist, habe ich mir gestern ein Herz gefasst. Zum Essen ins Restaurant war anlässlich eines Geburtstages des Familienoberhauptes geladen worden und obwohl ich erst zu einer Absage neigte, überwand ich mich und wir gingen hin.
Also man kann durchaus mit jemandem 2 Stunden an einem Tisch sitzen ohne ihn anzusehen, geschweige denn ein Wort zu wechseln. Höffliche Distanz nennt man so etwas in meinem Fall… Zu toppen nur durch ein sehr persönliches Geburtstagsgeschenk, mit den richtigen Worten überreicht, gegen das lieblose Tankstellenblumen und eine Packung Billigpralinen abstinken.

Da freut sich das Schokoschaf über gestammelte Entschuldigungen, genießt die verzückte Aufmerksamkeit des Familienoberhauptes und lacht sich insgeheim ins Hüflein ohne eigentlich gehässig sein zu wollen.  Aber ein bisschen freuen, dass man der Liebling des Abends war, wird frau ja wohl noch dürfen?

Auf dem Weg um Auto gab es dann ein Lob vom Schatz fürs zusammenreißen und lieb sein. Wenns das nicht wert war, was dann?! Und ein bisschen stolz bin ich ja auch selber auf mich…

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Ein Gedanke zu “Zusammengerissen

  1. Das ist immer so eine Sache, nicht wahr? Man weiß ganz genau,d ass man eigentlich keinem einen Gefallen tut, wenn die gute Laune unter so etwas zu leiden hat, aber gleichzeitig auch Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden, die leider gar nichts dafür können. Ich habe auch so Phasen, wo ich dann schnell schlechte Laune bekomme, weil mich etwas oder jemand nervt. Und dann auch noch nett bleiben müssen`? Das schlägt auf die Substanz. Manchmal muss man sich halt zusammenreissen… manchmal aber auch …. nicht!
    Ich gratuliere zu dem Erfolgserlebnis und der stillen Befriedigung 😉 Etwas Schadenfreude ist an dieser Stelle durchaus erlaubt 🙂

Mäh mal wieder

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