Erster Versuch

Damals, als ich in die 7. Klasse der Oberschule ging, hatte ich das erste Mal Kontakt mit einer Nähmaschine. Ein halbes Jahr lang versuchte eine Lehrerin unter Einsatz ihres Lebens uns pubertären Kids das Nähen auf steinzeitlichen Nähmaschinen bei zu bringen.

Zuerst sollten wir auf Papier “nähen” üben und irgendwelche aufgedruckten Spitzen, Zacken, Kreise und Kurven ausstechen. Ein bisschen wie bei den ersten Schreibübungen, nur eben mit der Nähmaschine. Total langweilig und eh man das mit dem Einfädeln und Unterfaden kapiert hatte, waren auch schon die ersten Nadeln abgebrochen und man musste wieder von vorne beginnen. Voll doof!

Dann durften wir eine kleine Kissenhülle (oder irgendwie so etwas in der Art) nähen und da war es dann auch um mich geschehen. Ich mochte alles. Schnittmuster und Stoffe vorbereiten, zuschneiden, abstecken, nähen… Herrlich. Es machte mir sogar so viel Spaß, dass ich am Ende des Kurses eine Nähmaschine von meiner Mutter geschenkt bekam.

Dann verlor sich diese Liebe irgendwo zwischen erstem Freund, Schule, ehrenamtlichen Tätigkeiten und Familienleben. Als ich ausgezogen war, stellte ich fest, dass die Maschine den Umzug nicht überstanden hatte und der damalige Partner hatte ohnehin nicht viel für meine “teuren” Hobbys übrig, musste mein hart verdientes Geld ja anderweitig (für sein Wohlergehen) eingesetzt werden.

Seit ich nun vor ein paar Jahren mein Leben noch einmal komplett neu gestartet hatte, hatte ich oft den Gedanken wieder einmal mit dem Nähen anzufangen, doch irgendwie kam immer irgend etwas dazwischen.

Dieses Jahr bekam ich dann von der lieben Sari zum Geburtstag einen niedlichen Schäfchenstoff, den ich nur noch mit meiner zwei Monate zuvor gekauften Nähmaschine bearbeiten musste. Tja, aber wie war das noch gleich mit Nahtzugabe, Unterfaden und überhaupt? Man will sich ja dann auch den Stoff nicht durch unqualifiziertes Handeln verhunsen, nicht wahr?! Aber vorerst rettete mcih ja noch die Ausrede, dass die Maschine bei einer Freundin zu Gast war.

Heute juckte es dann aber stärker denn je und ich traf mich mit der Freundin und sie führte mich zurück in die Welt der Nähte, Stoffe und Fäden. Etwas ganz einfaches sollte es für das erste Projekt sein und so entwarf sie mir einen Projektbeutel für meine Wollprojekte. Steckte mir den Stoff das erste Mal an, gab mir hilfreiche Tipps und dann war es wieder da, das alte Fieber.

Und somit präsentiere ich euch mein erstes Projekt für meine Projekte:

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Mäh mal wieder

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