Irgendwo zwischen ’nicht‘ und ’nie‘

Es gibt viele Gründe, an Dingen fest zu halten, von denen man ganz tief im Innersten weiß, dass sie einem nicht gut tun. Vielleicht aus sentimentalen Gründen, aus Pflichtgefühl anderen gegenüber, Abhängigkeit, Schwäche… What ever…
Wenn man es dann vielleicht irgendwann geschafft hat, sich von solchen Dingen zu befreien, dann heißt es nicht unbedingt, dass es einem dadurch direkt besser geht.
Vor 9 Jahren habe ich mit dem Rauchen aufgehört und wie bei vielen Dingen in meinem Leben, habe ich es ganz radikal und von jetzt auf gleich getan. „Morgen höre ich mit dem Rauchen auf!“ sagte ich im Brustton der Überzeugung zu meinem damaligen Partner. Dieser lächelte nur wissend und sagte „Na klar!“. Also machte ich meine brennende Zigarette aus und ab da war dann Schluss. Oft war sie da, die Versuchung auf Partys, bei Freunden, in schrecklichen Zeiten (an die man heute besser nicht zurück denkt)… Ich rauche noch immer nicht wieder und inzwischen vermisse ich es auch nicht. Also fast gar nicht. Sehr selten. Eigentlich nie!
Vor zwei Jahren war sie wieder da, diese Feststellung „Warte mal, damit geht es mir nicht gut!“. Ich hatte diesen Prozess schon zwei Mal begonnen und zwei Mal bin ich zurück gefallen. Dieses mal wollte ich es schaffen, wollte es durchziehen und nicht wieder zurück.
Leider ist das manchmal nicht so einfach, erst recht nicht, wenn es darum geht sich von Menschen los zu sagen.
es gibt immer wieder diese Stimmen, die einem raten „Versuch es doch einmal, kannst es ja dann sein lassen!“ Manchmal passt man eben nicht zusammen und ich denke, dass sollte akzeptiert werden. Genauso, wie es Menschen gibt, die nicht rauchen möchten, keinen Alkohol trinken, auf Drogen verzichten…
Ich habe mich in den letzten Jahren von einigen Menschen entfernt. Nicht immer im Guten, aber doch immer aus gutem Grund (wenn man es aus meiner Perspektive sieht).
Und ja, am Anfang war es wie damals vor 9 Jahren. Soll ich vielleicht doch… Nur noch einmal… Ich könnte ja… Eigentlich alles Quatsch. Ich sollte nicht, ich könnte nicht und als ein wenig Zeit ins Land gegangen ist, wusste ich auch- ich will nicht.
Ich vermisse die Leute nicht mehr. Also fast gar nicht. Sehr selten.
Mir hat mal jemand gesagt, dass man erst Nichtraucher ist, wenn man das Datum nicht mehr weiß. Da mag was wahres dran sein, denn vor zwei Jahren wusste ich es noch auf den Tag genau, heute musste ich erst recherchieren, wann ich den entscheidenden Schritt gemacht habe.
Von daher… Keep going…

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Ein Gedanke zu “Irgendwo zwischen ’nicht‘ und ’nie‘

  1. Den Prozess kenne ich, ich hatte ja vor zwei oder drei Jahren einen ähnlichen Entschluss gefasst und radikal in meinem Umfeld aussortiert. Und manchmal muss man das gar nicht, manchmal ergibt es sich von alleine und dann ist es eher eine Frage der Akzeptanz…also dass man selber akzeptiert, dass es nicht mehr zu ändern ist *Seufz*

Mäh mal wieder

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