Mutter ohne Kinder

Die Taschen waren gepackt und die Prinzessin löcherte mich Fragen zum Inhalt der Tasche. Immerhin ist das ihre erste Reise ohne Eltern und da möchte sie sichergehen, dass Mama trotz der Kofferliste auch ja nichts vergisst. Ist ja auch irgendwie verständlich. Zur Ablenkung waren wir noch mit einer Freundschaft im Tierpark gewesen und kaum das wir Abends zu sind, bekommt die Kleine hohes Fieber mit Schüttelfrost und allem, was dazu gehört.
Vor meinem inneren Auge sehe ich es schon kommen, dass der Prinz alleine auf Kitareise fahren muss und bin gar nicht so traurig darüber, wie man vielleicht vermuten mag. Das liegt zum einen daran, dass er im letzten Jahr schon einmal dabei war und zum anderen, weil ich noch immer Bedenken wegen der Anhänglichkeit der Kleinen habe. Macht sie doch schon einen Aufstand, wenn ich mich unerlaubt aus ihrem Sichtfeld bewege.
Vor zwei Wochen hatten wir Elternabend in der Kita und es wurde versprochen, dass man Kinder, welche Probleme mit der Übernachtung haben, abends abholen und morgens hinbringen kann (das Reiseziel befindet sich immerhin in heimatlichen Gefilden). Zuerst habe ich fest damit gerechnet, dass die Kleine abgeholt werden muss, dann habe ich gedacht sie könne gar nicht erst teilnehmen und nun ist schon Mittwoch und es hat sich noch immer keiner gemeldet. Als der Montag kam und das Kind bis 9h noch immer keine Anzeichen von Fieber oder krank aufzuweisen hatte, brachte der Schatz beide Kinder  inklusive Reisetaschen in die Kita. Seit dem habe ich keinen Mucks mehr von ihnen gehört oder gesehen.

Es geht mir schlecht. Ganz schlecht. Ich bin eine Mutter ohne Kinder. Des Nachts schrecke ich auf, weil ich Kinder weinen höre, die gar nicht da sind (und nein, bei uns im Haus, noch nicht einmal in der näheren Nachbarschaft, wohnen keine Kinder) oder träume schreckliche Dinge, die mich weinend aufwachen lassen. Ich schrecke pünktlich um 5:30h aus dem Schlaf und warte auf des Füßchengetrappel meiner Kinder, die sich noch einmal bei mir einkuscheln wollen. Es ist schrecklich still hier zu Hause, die Kinderzimmer sind leer und der ganze Wochenablauf ist völlig gestört. Mit einer Hand immer auf dem Handy, es könnte ja klingeln, ständig nachschauen, vielleicht hat man ja den Anruf verpasst!? Schrecklich!

Heute ist Bergfest, sprich die Hälfte der Zeit ist geschafft und ich weiß, dass es beiden Kindern gut geht, denn sonst hätte man uns schon kontaktiert. Sie werden viel Spaß haben im Wald mit der Waldpädagogin, beim Eisessen, beim Planschen mit den Freunden, die Umgebung erkunden… Es ist eine tolle Erfahrung für die Kinder.
Eigentlich sollte man die Zeit genießen, doch das fällt so unendlich schwer. Die ganze Zeit fragt man sich, ob sie dolles Heimweh haben, ob sie gut einschlafen, ob man etwas wichtiges (wichtig für die kleine Kinderseele) vergessen hat. Und muss sich immer wieder beherrschen, zusammenreißen und sich sagen, dass es einen Anruf gäbe, wenn etwas nicht so gut wäre.
Ich könnte die Kontaktmutter anrufen und sie bitten mal kurz bei den Begleiterziehern anzurufen um nachzufragen, ob alles okay ist, doch das tue ich nicht. Ich habe noch nicht einmal die Nummer aufgeschrieben. Selbstbeherrschung meiner Seits und Vertrauen in die Erzieherinnen, dass ist wichtig und richtig.

Und obwohl ich das alles weiß, oft genug schon selber Kinderreisen begleitet habe und als Kind selber gefahren bin, Beherrscht nur ein Gedanke meinen Tag:

Meine Babys!!!

Ein bisschen beneide ich den Schatz darum, dass es ihn nicht so sehr mitnimmt wie mich. Und das nicht aus mangelnder Liebe oder Desinteresse, sondern einfach, weil er diesbezüglich ein Mann ist, und keine Mutter. Das ist so unfair!

Folgeberichte nicht ausgeschlossen…

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2 Gedanken zu “Mutter ohne Kinder

  1. Ich wette ihm geht es nicht anders, aber Männer zeigen das irgendwie nie so offen wie wir 😉 Ich könnte das nicht, ganz ehrlich!! Ich finde es toll, dass ihr das macht

Mäh mal wieder

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