Groß

Eine neue und aufregende Zeit bricht an. Vor allem für den kleinen Prinzen, der eigentlich gar nicht mehr so klein ist, aber auch für mich, als absolutes Mutterschaf.

Gestern feierte er seinen 5ten Geburtstag. Naja, mag manch kinderloser Mensch jetzt denken, was ist daran schon besonders?! Doch wir Eltern wissen um die magische Kraft, die dieses Alter zu haben scheint.

Plötzlich sind aus den kleinen Kindergartenkindern richtig große Menschlein geworden, die plötzlich soviel können und noch viel mehr zu lernen bereit sind. Ach was sage ich bereit… BEGIERIG ist das viel treffendere Wort! Plötzlich vergeht kein Tag, an dem man sich nicht fragt, woher der Knirps das nun schon wieder weiß oder sich erstaunt die Frage stellt, wie das Kind auf diesen Gedanken kommt.

Wehmütig schaue ich auf mein großeskleines Kind, während er mir erklärt, dass nun schon bald seine ersten Milchzähne ausfallen werden. Einen Tag vor seinem Geburtstag musste ich in die zukünftige Grundschule, seine Geburtsurkunde vorlegen und Unterlagen ausfüllen, womit ich ganz offiziell den Countdown einschaltete. Nun sind es quasi nur noch Wochen, bis die Kindheit sich anfängt schleichend zu verabschieden, um mir dann so einen aufmüpfigen, anstrengenden, von Hormonen durcheinander gebrachten Teeny auf die Couch zu setzen.

Bis dahin sind es ja noch gefühlte Jahrhunderte, würde jetzt ein Nichteltern denken wollen, doch wir Mütter wissen es besser: War es nicht grad erst gestern, dass wir genau dieses tolle Kind im Krankenhaus das erste Mal im Arm hatten? War es nicht gerade gestern erst, dass wir stolz und übernächtigt den kleinen schlafenden Schatz im Kinderwagen vor uns herschoben? Und war es nicht auch erst gestern, dass man den ersten Brei von der Zimmertapete putzte?

Nun kann ich ja von Glück reden, dass ich zwei Kinder habe und mir die Prinzessin ja noch für ein Jahr länger im Kindergarten erhalten bleibt… Doch wenn ich sie mir so ansehe, frage ich mich, ob der Prinz auch schon so schnell so groß war. Und da haben wir den Nachteil, wenn die Kinder zu nah bei einander liegen, vom Alter her: Während man sich gestern noch gefreut hat, dass man so vieles in einem Schwupp durch hatte (Windeln, Brei…), so hat man heute das Gefühl, dass alles viel zu schnell geht.

Und da komme ich dann an den Punkt, wo ich beginne zu verstehen, warum viele Mütter sich noch ein weiteres Kind wünschen, wenn das erste/zweite/dritte… aus den Windeln ist/sind. Nicht das ich mir jetzt ein weiteres wünschen würde, dass auf gar keinen Fall, aber es keimt ein Funken Verständnis in mir auf.

Vielleicht verstehen Nichteltern ja was ich gerade durch mache, wenn sie an Tierbabys denken:
Man holt sie sich ins Haus, wenn sie noch ganz klein und tapsig sind und dann wird man eines Morgens wach und muss feststellen, dass das kleine Fellbündel plötzlich 30kg wiegt und einem den ganzen Platz im Bett wegnimmt und das, obwohl es gestern noch gar nicht groß genug war, um überhaupt allein bis aufs Bett zu kommen 😉

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4 Gedanken zu “Groß

  1. Ich will noch gar nicht drüber nachdenken. Aber der kleine große Prinz wird das sicher super machen und freut sich bestimmt auch schon darauf, oder?

    • Ja, irgendwie natürlich schon. Aber ich glaube, es macht ihm auch ein wenig Angst zwischendurch…
      Wir verharren der Dinge, die da noch kommen mögen, ändern kann man es eh nicht… Überlebt haben wir es alle irgendwie 😉

  2. Vera schreibt:

    Applaus!
    super, auch für Nichteltern verständlich.
    Wünscht man jetzt herzliches Beileid zum baldigen Verlust?
    oder
    Gratuliert man?

Mäh mal wieder

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