Manchmal peinlich, trotzdem nützlich

„Jetzt wird es endgültig zu kalt dafür!“ sagte ich zu dem Schatz und zeigte auf die nicht vorhandenen Ärmel meiner Weste (deshalb heißen die Dinger ja auch Weste ^-^‘). Die Winterjacke aus den Jahren zuvor hatte eigentlich schon im letzten Winter das zeitliche gesegnet und hatte es nur dem „glücklichen“ Umstand, Faulheit genannt, zu verdanken, dass sie nicht schon viel eher in den Müll gewandert ist.  Wenn man bedenkt, dass die Jacke bereits ein Jahrzehnt, eine Stillphase und eine Schwangerschaft überstanden hat, kann man wohl von einem erfüllten Jackenleben sprechen.

Der Schatz nickte nicht zum ersten Mal zu diesem Thema und begleitete meinen Jackenkauf, wohl nicht aus Lust am Shoppen, sondern viel mehr um meiner Bitte nach zu kommen. Welche Mutter kennt es nicht: man möchte für sich etwas kaufen, findet nichts, weil alles Bäh oder zu teuer oder was auch immer und *schwupp* hat frau das ein oder andere Teil für die Kiddies im Wagen.
Nur mal so am Rande bemerkt: das machen wir Frauen nicht absichtlich, das liegt am Hirn, dass sich nach einem Erfolgserlebnis sehnt. Vor meinen Kindern waren es nämlich Schuhe oder Handtaschen, die mich nach Hause begleiteten 😉

Und auch diesmal wäre es fast so weit gekommen, dass ich in der Kinderabteilung gelandet wäre. Natürlich frei von jeglicher Schuld, denn eine WARME Winterjacke in Elefant ausfindig zu machen, gleicht der Suche nach dem heiligen Gral. Frau findet die ein oder andere Jacke, stellt dann aber entweder fest, dass diese sich gerade mal als Übergangsjacke bewerben dürfte, oder es sie ausschließlich in Größe Prinzessinhungerharke gäbe. Wohingegen die dunklen Omamustermuscheljacken schön dick sind, ins Größenprofil passen täten, aber einfach nur pottens hässlich daher kommen. Nein, nein! Ich sehe so oft auch mollige Frauen in hübschen Klamotten, wieso soll mir das nicht auch mal gelingen?!

Ich überzeugte den Schatz davon, mal in einem ganz anderem Teil der Stadt zu wildern und hatte auch direkt einen Laden im Hinterkopf. Der Schatz fackelte nicht lange, wir packten die Kinder in den Wagen und nach kurzer Zeit stand ich im Geschäft.
„Wie teuer kann hier schon eine Jacke sein, 200€ – 250€?! Manchmal muss man eben investieren!“ sagte der Mann, als er mich zwecks Parkplatzsuche schon einmal raus ließ.
Träumer , musste ich feststellen und kramte in meinem Gedächtnis danach, ob es hier schon immer so teuer gewesen war. Ergebnislos, bezüglich dieser Frage, durchstreifte ich den Laden und wartete auf den Schatz, der wenige Minuten später mit den Kindern nach kam. „Also unter 400€  gibts hier nichts, was man Winterjacke nennen würde.“ erklärte ich ihm und an seinem Blick sah ich, dass er auf mein Lachen wartete. Vergebens.
Nachdem er sich von meiner Aussage selber überzeugt hatte und vorsichtig fragte, was denn mein absolutes Maximum wäre, man müsse ja schließlich investieren, verließen wir ohne Beute nach 15 Minuten den riesigen Store.

Doch wir wollten uns dadurch nicht die Laune verderben lassen und so entschieden wir uns zu einem Schaufensterbummel, genossen einfach die ganz andere Gegend mit anderen Geschäften und einer ganz anderen Art von Menschen.  Dann liefen wir an einem  Sportgeschäft mit Wintermänteln in der Auslage vorbei. ‚Was habe ich schon zu verlieren?‘ dachte ich und ging hinein. Gleich der erste Mantel passte, war wunderbare Qualität und, oh Wunder, sollte unter 200€ kosten.

Wir sahen uns auf den 3 Etagen noch ein wenig um, oder besser gesagt, ich sah mich um und der Schatz googelte die Jacke. Das macht er ständig und auch wenn wir dadurch schon oft gespart haben, nervt es mich total. Immer. Dementsprechend zickte ich ihn auch an. Als Antwort hielt er mir nur sein Handy unter die Nase. Darauf war der Onlineshop des Geschäfts, in dem wir gerade waren und der Mantel mit 99€. Öhm… Also 80€ weniger sind schon ein ganz schöner Schuh, dachte ich mir, nahm das Handy und befragt, sehr höflich (!) einen hilfsbereiten Mitarbeiter (davon gab es da ganz viele… Schon fast ein bisschen gruselig). Dieser ging mit mir zum Abteilungschef, der verglich die Artikelnummern, änderte mit dem Kuli das Preisschild, rief an der Kasse im Erdgeschoss an und fragte mich, ob er sonst noch helfen könnte. WOW!
Nach weiteren 10 Minuten im Geschäft waren wir durch und wollten den Mantel bezahlen. „Ach, sie sind die mit dem Preisnachlass! Danke für ihren Hinweis! Das macht dann bitte 75,90€!“ Begrüßte mich die Dame an der Kasse freundlich . Öhm… ‚Haben dir mir gerade tatsächlich nochmal einen Kassenrabatt gewährt, weil ich die Klamotte im Onlineshop günstiger gefunden hatte?!‘ wunderte ich mich beim hinaus gehen und entdeckte dann die Rabatt-Aktionsschilder überall im Laden.^-^‘

So hatte sich der relativ weite Weg bis zur neuen Jacke dann sogar doppelt gelohnt. Und auch wenn ich es ungern zugebe, aber auch das Preisgegoogle des Schatzes, so peinlich mir das oftmals auch ist (bei dieser Aktion jedoch nicht), hat diesmal wieder bares Geld gespart welches ich dann an anderer Stelle verheißen kann *hihi*

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2 Gedanken zu “Manchmal peinlich, trotzdem nützlich

  1. Der Mann macht das auch gerne, oft lohnt es sich, aber man hat immer das Gefühl, dass es einen bevorstehenden Kauf unnötig hinauszögert, nicht wahr? *lach*

    Nun wollen wir die Jacke aber auch sehen. Ansonsten hätte ich dir auch noch M&S empfehlen können 😉

Mäh mal wieder

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