Alt sein

Ich war ja noch nie so die Diskomaus. Tanzen, saufen, tanzen… und vor allem tanzen, das war nie so meins. Lieber bin ich auf Privatpartys gegangen und habe mich da nett mit den Leuten unterhalten (oder zum Karaoke überreden lassen). Nie, naja, einmal vielleicht, war ich so voll, dass ich bis heute nicht weiß, wie ich nach Hause gekommen bin. Saufen bis zur Kotzgrenze habe ich auch einmal versucht, war nicht so meins, Drogen jeglicher Art habe ich schon immer abgelehnt und so kann ich behaupten, ein sehr vernünftiger Teen/Twen gewesen zu sein. *auf Heiligenschein tipp*
Alkohol gibt es bei mir nur noch sehr selten und dann auch nur des Genusses wegen (man hat ja inzwischen die finanziellen Mittel und kann es sich leisten nur das leckere Zeug zu kaufen, statt des billigen Fusels 😉 ), meist fahre ich eh mit dem Auto und trinke deswegen lieber ne Cola. Lustig sein und dusselig quatschen kann ich immerhin auch so, da brauch ich keinen Alk.

Je oller desto doller, behauptet das Sprichwort. Ich hoffe, dass sich das auf den Pfefferminztee am Wochenende bezieht, den ich ohne mit der Wimper zu zucken in einem Schluck hinter kippe, während ich in der anderen Hand die Häkelnadel halte.
Nein, jetzt mal im Ernst: Ich unternehme immer noch gerne etwas am Wochenende und so ganz eigentlich hat sich da zu damals nichts verändert: Essen gehen mit Freunden, Kino, Theater, Comedy, Konzerte…
Und seit neuestem, man höre und staune, Spieleabende. Was ich in letzter Zeit Rummikub, Phase 10, Scrabble, o.ä. gespielt habe, habe ich in den letzten 15 Jahren nicht gespielt. Generell habe ich nur in der aller größten Not oder um jemanden einen Gefallen zu tun (so ähnlich hat es sich übrigens bei den Diskobesuchen verhalten) in meiner Freizeit ein Gesellschaftsspiel gespielt.
Seit neuestem liebe ich es.

Ich habe es sogar geschafft den Schatz zu infizieren, so dass er Abends das ein oder andere Mal fragt, ob ich Lust hätte mit ihm eine Partie zu spielen. Und als ich das erste Mal bei FB postete, was ich mit der Lieblingsvera spiele, kamen gleich Kommentare wie „Och, ich würde auch gerne“ oder ähnliches.
Wieso wusste ich denn nicht, dass ich solche Leute kenne?! War ich wirklich so ignorant, oder hat sich das bei den Leuten auch erst entwickelt? So saßen wir also am zweiten Weihnachtsfeiertag und zu Silvester mit Freunden und Familie an unserem Tisch und verspielten die Zeit ohne es zu merken.
„Das schreit nach einer Wiederholung!“ war beim Abschied zu hören und ja, ich hoffe darauf.

Es lässt sich also feststellen, dass ich noch immer am liebsten auf Privatfeiern gehe, um da gemütlich zu klönen; dass ich kulturelle Angebote sehr gerne besuche, auch um eventuell neue Interessen zu entdecken; dass ich mich gerne für Stunden in Büchern vergrabe; dass ich gerne Handarbeiten erstelle;  dass ich plötzlich Gesellschaftsspiele liebe.

Letztens sagte jemand zu mir, dass ich eben alt werde. Ja, stimmt, kann ich schließlich nicht aufhalten. Wenn aber diese meine Interessen ein Indiz für voran geschrittenes Alter sind, dann bin ich schon ganz schön lange alt. 😉

Termine zum ‚gemeinsam alt sein‘ vermerke ich mir gerne in meinem Kalender, spontanen Aktionen gegenüber bin ich aber auch offen 😉

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2 Gedanken zu “Alt sein

  1. Oh Spieleabende habe ich schon immer geliebt. Was haben wir nicht schon Tabu und Co. gespielt, MauMau, Mensch ärgere Dich nicht…haben wir alles gerne und immer wieder rausgeholt. So ein bisschen spiegelt sich das ja auch in den WIi Abenden wieder, wo man gemeinsam spielt ^^ Aber das hat doch nix mit alt zu tun, das ist einfach ein muss für gute Gesellschaft und Spaß ^^

Mäh mal wieder

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