Gedankenblase

17-10-01-20-51-39-959_deco.jpgLange und viel habe ich mit mir gehadert, ob ich nicht mal wieder schreiben möchte. Es gab so viele Dinge, die mich belastet haben. Im privaten Umfeld, im virtuellen Leben, beruflich… Ich fing wieder an Tagebuch zu schreiben. So ganz oldscool mit Füller und auf echtem Papier. Nicht täglich, um Gottes Willen, aber doch regelmäßig. Eigentlich immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, dies oder das würde ich jetzt gerne bloggen wollen.

Niemand wird gerne angefeindet oder gar bedroht. Dies bezieht sich (natürlich) auf das reale Leben, aber auch auf das virtuelle. Wo man im social Media noch recht geschützt unterwegs ist, da man sich die Menschen aussuchen kann, von denen man liest, ist man auf einem Blog doch recht „ausgeliefert“.
Natürlich kann man die Kommentare ignorieren, nur mit Freischaltung veröffentlichen etc. Und dennoch trifft es einen. Man beginnt Beiträge nicht mehr zu veröffentlichen und irgendwann geht man gar nicht mehr auf die Internetseite, weil man keine Lust mehr darauf hat wieder eklige Dinge zu lesen, die einem wildfremde (!) Menschen, anonymisierte Bekannte, ehemalige Freundschaften oder „Familie“ an den Kopf werfen. Im Internet sind immer alle so stark, doch wer kann von sich behaupten, all das, was er mir geschrieben hat, auch ins Gesicht zu sagen? Ich bin mir sicher, dass es da niemanden gibt und dennoch nagt  es an mir und ich hatte die Lust verloren.
Zwischendurch dachte ich, es sei DIE Lösung, Beiträge zu schreiben, die man nur mittels Passwort erreichen kann. Doch stellte ich schon beim ersten fest, dass das so auch nicht funktioniert. Aktuell befinden sich 97 unveröffentlichte Beiträge hier auf dem Blog und ich bringe es nicht übers Herz sie zu löschen. Das sie nicht veröffentlicht werden, da ihre Zeit und Aktualität inzwischen vorüber sind, steht außer Frage und dennoch, sie bleiben wo sie sind, vielleicht als Mahnmal, vielleicht als Inspiration aber ganz sicher, als virtuelle Erinnerung.

Inzwischen habe ich mich auf allen Ebenen des Lebens wieder gefasst und bin auch wieder bereit, mich dem Thema bloggen zu stellen. Ich fühle mich endlich wieder gewappnet, habe neue Methoden für mich entwickeln können und werde es wieder angehen. Nicht zuletzt dank des Zuspruchs lieber Menschen, die mich in letzter Zeit mehrfach darauf stießen, dass ich es wieder wagen sollte.

An all jene, die meinen, ihren Unmut und ihre persönliche Unzufriedenheit mir gegenüber nur in der anonymisierter Form bewältigen zu können: Tut es ruhig, wenn ihr dann endlich abschließen könnt und euer Leben beginnen könnt zu leben. Aber wartet nicht auf eine Antwort oder einen Kommentar von mir. So etwas können nämlich nur Menschen erwarten, die mit mir sprechen.

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4 Gedanken zu “Gedankenblase

  1. Sari Kroschel schreibt:

    Zum Teil kann ich es nachempfinden, aber vermutlich in dem Ausmaß nicht verstehen was da passiert sein mag. Warum tun Menschen das?
    Ich bin froh dass du es wieder Wagen möchtest😘

Mäh mal wieder

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