Kita adé

Wir haben es geschafft, das Kindergartenalter liegt nun gänzlich hinter uns und ich bin so froh darüber!
Zum einen habe ich dadurch jetzt morgens sehr viel mehr Zeit, denn aus zwei morgendlichen Wegen ist nun einer geworden. Zum anderen war die Prinzessin mehr als reif und hat uns zu Hause schon mit etlichen schulischen Dingen terrorisiert, die wir doch versucht haben so lange wie möglich zu meiden, um sie in der ersten Klasse nicht zu unterfordern.

Endlich haben wir zwei Schulkinder daheim. Ich nenne es einfach mal elterlichen Luxus im Schafsstall. Wo noch vor gar nicht allzu langer Zeit Windeln, Feuchttücher und Wasserflaschen den elterlichen Alltag bestimmt haben, herrschen nun Stifte, Papier, Kleber und Playmobil vor. Wenn ich gefühlt noch gestern der Alleinanimateur mit Handpuppen und Fingermalfarben war, darf (aber muss nicht) ich nun „11er raus“, „Mister Pups“ oder „Mensch ärgere dich nicht“ spielen. Habe ich nicht noch vor kurzem den ganzen Tag nach Arbeit die Kinder betüddelt und mich erst Abends um mich und meine Belange gekümmert, kann ich nun auch einfach auch mal am Tage meinen Interessen und Aufgaben nach gehen.

Das hört sich schrecklich an, nicht wahr?
Ich habe es gemocht mit meinen kleinen Monstern über Teppiche zu krauchen, Krabbel- und Frühmusikalischegruppen zu besuchen. Ich habe jede neue Entwicklung mit Argusaugen überwacht und ersehnt um sie dann stolz der ganzen Welt zu präsentieren. Aber eben auch nur so lange es nötig war. Bis 19 Uhr Vollblutmama. Dann kam das Sandmännchen und ich kroch auf dem Zahnfleisch langsam in Richtung Mandysein. Ab 19:15 Uhr war die Wandlung dann vollbracht, denn die Kinder hatten ihre Gute-Nacht- Geschichten und schliefen seelig. Manchmal hatte ich keinen Elan mehr aber doch riesige Lust und Sehnsucht einem meiner Hobbys nach zu gehen, so dass ich dann erst die Wolle, ein Buch oder die Nähmaschine hervor holte. Beim arbeiten kam auch der Elan zurück, so dass ich manchmal bis 4 Uhr morgens saß und dann schnell ins Bett sprang, um wenigstens noch ein bisschen zu schlafen, bevor um 6:45Uhr der Wecker klingelte.

Seit einiger Zeit hat sich das alles etwas geändert. Die Kinder wurden größer und selbstständiger. Sie fingen immer mehr an, miteinander zu spielen oder sich alleine zu beschäftigen. Mama war plötzlich immer weniger nötig um der Langeweile den Garaus zu machen. Der Mann fing dann an, einmal in der Woche zu einem Vater-Kind-Turnen zu gehen und auch das wöchentliche Schwimmtraining zu  übernehmen. Dabei vergas er nie, mich darauf aufmerksam zu machen, es mir in den Stunden gut gehen zu lassen.

Endlich kann man Ausflüge wesentlich entspannter entgegenblicken. Nichts mit 1000 Artikel ins Auto quetschen um dann doch dies oder das vergessen zu haben. Inzwischen bräuchte man inzwischen gar nichts mehr mitzunehmen. Natürlich packt man trotzdem noch einen Rucksack mit ein paar Kleinigkeiten zusammen, aber was man nicht einpackt, ist eben nicht dabei und wird entweder unterwegs durch etwas anderes ersetzt oder eben nicht. Außerdem muss man die Kinder nicht mehr jede Sekunde im Blick haben, weil man Angst haben muss, dass sie ins Lagerfeuer rennen, in den Pool stürzen, Steckdosen inspizieren, gefährliche oder fremde Tiere anpatschen, sich irgendetwas gefährliches/ giftiges in den Mund stecken, irgendwo drauf klettern und verglücken, einfach auf die Hauptstraße rennen und so weiter.

Was nicht heißt, dass Frau und Mann so gar nichts mehr zu tun haben, sich auf die17-10-06-11-31-51-944_deco.jpg Bank setzen und chic ist. Da kommen wir erst im nächsten Lebensabschnitt (der sich Pubertät nennt und mir jetzt schon Angst und schlaflose Nächte bereitet) hin. Als Mutter weiß ich, was meine Kleinen können (also meistens), aber man(dy) geht ja immer vom Fehlverhalten der anderen aus. So hat man dann doch immer ein Auge auf die kleinen Menschen, im besten Fall so, dass sie es gar nicht merken: im Schwimmbad damit sie nicht gestuckt werden oder jemand auf sie springt; auf Spielplätzen oder öffentlichen Plätzen, damit kein Fremder sie mitnimmt oder anspricht; beim Radfahren, damit sie nicht von anderen übersehen werden…

Und doch, der Abschnitt Kitaalter war irgendwie auch schön. Sehr intim und geprägt von nie enden vollenden Phasen, die sich einfach nur abklatschten, manchmal laut, manchmal leise. Teilweise gesundheitlich anstrengend, oft emotional sehr rasant.

Nun sind beide Kinder im Grundschulkindalter und obwohl wir beim Großen starke Startschwierigkeiten hatten, ist es nun nur noch aufregend, wenn Tests bevorstehen. Kann es sein, dass dieser Abschnitt der ruhigste im Elterndasein ist?!

Ich bin gespannt…

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4 Gedanken zu “Kita adé

  1. Vera schreibt:

    Oh ja. Bin auf jeden Fall gespannt! Ich fand den Mädelsabend mit Schulkind-Nummer-zwei sehr nett, entspannt.
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten?

    • Sie fand es auch toll.

      Rechtschreibfehler sind der persönliche Touch und zeigen die „Professionalität“ des Beitrags. Wer sie findet darf sie behalten und sich als Erinnerung an den Kühlschrank pinnen. 😛

  2. Die Qualität des Tages hat sich tatsächlich stark geändert. Ich merke, dass der Große nach der Schule nun auch die Ruhe in seinem Zimmer genießt. Manchmal holt er sich gar den Kleinen dazu und spielt mit ihm, so als Ausgleich zum Vormittag und plötzlich stehe ich mit freien Händen da. Zeitweise zumindest. Nun muss man langsam wieder lernen die Zeit etwas Ich – orientierter zu nutzen. Und die Pubertät…sowas wird es hier nicht geben. Jawohl!

    • Also wir haben für unsere Kinder ja schon ein Pubertätsheim. Da kommen sie dann während der kritischen Zeit hin und wenn sie wieder wissen, wie toll es daheim tatsächlich ist, nehmen wir sie auch gerne wieder entgegen ^^

Mäh mal wieder

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