Hmmm… Köstlich…

Ich liebe, liebe, liebe die Weihnachtszeit. Mit all ihren Düften, Lichtern, Heimlichkeiten und vor allem die Leckereien. Aber und das ist mir ganz wichtig, nicht vor dem ersten Advent. Was hat der Schatz im ersten Jahr unserer Beziehung gelitten, als es bereits im September überall schon die Marzipankartoffeln, Nougatzapfen, Lebkuchen, Spekulatius und Co gab und ich mich vehement gegen den Kauf der Leckereien sträubte.

Und jedes Jahr, wenn ich bei jemandem zu Besuch bin und dort bereits die ersten Süßigkeiten vor dem ersten Advent gereicht werden, stelle ich mit leicht tadelndem Ton fest, dass es das bei uns erst ab dem ersten Advent und keinen Tag früher gibt.

Im Grunde ist es mir egal, wann wer was isst, doch ich finde, dass alles seine Zeit hat. Wenn ich schon zu meinem Geburtstag den ersten Lebkuchen esse, ist es doch zu Weihnachten gar nichts Besonderes mehr… Zumindest nicht für mich.

Gestern starteten wir dann den Großeinkauf im Weihnachtsregal. Nicht, weil ich dann bis Heiligabend nichts mehr kaufe, sondern weil ich ja heute endlich anfangen darf mit Naschen (natürlich nur ein wenig, muss ja das Projekt Fettness im Hinterkopf behalten) und der Kalender der Kinder auch noch bestückt werden wollte.

Hmm… Köstlich. Im Übrigen möchte ich auch noch darauf hinweisen, dass die leckeren Sachen, die man jetzt zu kaufen bekommt, genauso frisch sind, wie die Sachen, die man schon im September kaufen konnte. Nichts davon wegen “Man muss sie kaufen, wenn sie in den Laden kommen, sonst sind sie nicht mehr frisch, wenn man erst im Dezember kauft!” . Der Lebkuchen, den ich hier gerade genüsslich knabbere ist wie frisch aus dem Ofen und auch die Marzipankartoffel heute Morgen schien mir nicht sonderlich alt zu sein.

Ich für meinen Teil bin abrupt in Weihnachtsstimmung seit meiner ersten Marzipankartoffel, habe mir meinen Räuchermann angezündet und erfreue mich mit meiner Familie am Flackern der Kerzen.

Schöne Vorweihnachtszeit! ♥

Boah

Die Woche war echt zum abgewöhnen. Ein Termin jagt den nächsten und die Ärgernisse versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen. Wie oft ich diese Woche den ordinären Bruder vom Brechen benutzt habe vermag ich gar nicht in Zahlen zu benennen.

Trotzdem mag ich mich nicht beschweren, denn trotz alle dem findet man dann doch auch immer wieder kleine Lichtblicke. Sei es hier die liebe Freundin, die einem zu einem nervigen Termin begleitet und auch beim verfahren bis ins nächste Bundesland Spaß hat, oder die andere Freundin, die mich und die kleinen Energiefresser ins Spaßbad begleitet. Und zwischen drin dann immer wieder das Sportstudio, wo ich ganz alleine mit mir und meinem MP3-Player in den Ohren 3 Stunden etwas nur für mich tue.

Mit dem heutigen Abend erkläre ich, für mich, die Woche als beendet und freue mich schon auf morgen, wo ich Vormittags zum Sport gehe und dann nach dem Mittagsschlaf der Kinder einen wundervollen, harmonischen und ruhigen Sonntag mit meinen 3 Lieblingsmenschen verbringen werde, bevor am Montag eine neue terminbepackte Woche startet.

Pausen und Auszeiten, überall liest man, dass man sie sich nehmen soll, aber wie schwierig das unter Umständen sein kann und wie man das machen soll, dass schreiben sie nicht. Naja, schreiben tun sie dazu schon etwas, aber nichts, was man als Mutter von kleinen Kindern realsieren könnte. Ganz zu schweigen von den armen Müttern, die alleinerziehend sind. Ich schaffe es, zum Glück, dank eines tollen Mannes und einem wunderbaren Freundeskreis.

Ich nehme mir jetzt einen Becher Ben & Jerrys, schalte die Stricklampe an und lasse mich ein wenig vom Halbblutprinzen bedudeln… Gute Nacht und genießt eure Auszeit ♥

Jetzt ist Schluß…

Also eigentlich bin ich ja doch  ein recht netter Mensch. Ich bin hilfsbereit, höflich, zuvorkommend… Ja doch, viele Menschen mögen mich. Aber ich bin auch recht ehrlich, stur, laut und direkt.

So wird mir nun schon seit ein paar Jahren vorgehalten, dass ich meine Meinung einer Verkäuferin kund getan habe und wenn ich unhöflich, dumme Menschen unterwegs auf ihr Fehlverhalten hinweise, darf ich mir anhören, dass man ein bisschen Angst vor mir hat, oder dass man nicht so gerne im Auto neben mir sitzen mag (weder als Fahrer, noch als Beifahrer). Wie oft wird sich aber daran erinnert, wie ich der älteren Dame geholfen habe, wildfremden Menschen Gefallen tue oder ähnliche Dinge? Nun ja, egal. Das ist der Preis, wenn man sagt was man denkt, sich für andere einsetzt oder der Gerechtigkeit ein wenig auf die Füße steigt Ich kann damit umgehen.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte, betrifft in diesem Fall meine von Anfang an ungeliebten Nachbarn von gegenüber. Schon als ich den ersten Tag hier in der Wohnung verbrachte, durfte ich feststellen, dass vom Balkon nebenan eine grüne Rauchwolke zu uns in die Wohnung schwabberte. Ganz toll, besonders wenn es Sommer ist und man mit seinem kleinen Kind im Planschbecken auf dem Balkon sitzt. Aber auch die normalen Rauchwolken, die mir permanent in die frische Wäsche geblasen werden, sind mir von Anbeginn an ein Dorn im Auge. Trotzdem war ich immer nett, habe mich nachbarschaftlich verhalten und mich nicht beschwert.

Dann fing mich der gekläffe des Köters (so ein Teppichfloh) zu nerven und noch dies und das.Trotzdem blieb ich höflich und beschwerte mich nicht, immerhin kann ich mir gut vorstellen, dass es nicht besonders fein ist, wenn zwei trotzige Kinder in der Wohnung nebenan leben und die Mutter nicht permanent daran ist, sie zum schweigen zu bringen.

Man kann ja nicht sagen, dass sie nur schlecht sind, immerhin leihen sie uns ab und an mal ein Ei oder Zucker, haben zur Geburt der Kleinen sogar eine kleine, niedliche Aufmerksamkeit vorbei gebracht und ja, eigentlich machen sie ja auch gar nichts schlimmes außer eben da zu sein…

Dann gab es einen ganz großen Knacks, als sie sich einmal in einen Streit vom Schatz und mir einmischten, indem sie klingelten und auf die Kinder hinwiesen. Ein anderes Mal bockte die Kleine im Hausflur, als ich sie in den Wagen setzte, wo dann die Tür aufgerissen wurde und man mich fragte, ob das sein müsse und ob das Kind nicht die Schnauze halten könne.

Als nun am Wochenende zum zweiten Mal etwas verschwand, was wir vor unserer Wohnungstür zwischengeparkt hatten, war mir klar, dass es nur einen Täter geben kann. Immerhin wohnte beim ersten Mal niemand anderes hier im Haus und der Briefträger wird Nachmittags nicht in allen Häusern seiner Route gucken gehen, ob da jemand was vor der Tür stehen hat, was er brauchen könnte.

Und nun ist meine Rachezeit gekommen, da ich nun die Informationen, die ich in den letzten 2,5 Jahren gesammelt habe, ausführlich den Behörden mitteilen werde. Das gibt Ärger, das kannste aber wissen…
Und zusätzlich hatte ich einen Zettel im Flur hängen, auf dem Stand “Wenn du Arschloch endlich arbeiten gehen würdest, bräuchteste du unsere Sachen nicht zu klauen. Die Sache liegt bei der Polizei.” Nach 10 Minuten war der Zettel weg und ich bilde mir ein, niemanden die Treppe hoch oder runter gehen gehört zu haben…

Ich bin gespannt, was die Behörden sagen/tun werden…

Einfach weg

Vor knappen 2 Monaten war ich das letzte Mal bei meiner Freundin zum Nägel machen. Es war ein warmer Tag und ich fuhr mit meinem geliebten Roller. Mit Nierengurt, aber ohne Jacke. Ein bisschen fror ich an den Armen, aber es war okay, deshalb drehte ich nicht noch einmal um, um mir eine Jacke zu holen.

Wieder einmal verquatschten wir einen Großteil der Zeit, so dass ich mcih am Ende spurten musste um nach Hause zu kommen, immerhin musste der Schatz noch zur Arbeit, hatte aber die Aufsicht über die kleine Prinzessin. Zwei Minuten war ich zu spät zu Hause und das sogar noch ganz unverschuldet (Unfall auf der genommenen Strecke), aber das Motorad vom Schatz war nicht mehr da. Vollkommen entsetzt sprang ich vom Roller und malte mir schon aus, wie die Kleine, blau vom schreien, in ihrem Zimmer saß und am verzweifeln war, weil der Schatz schon zur Arbeit gefahren war. Wut stieg in mir auf und ich legte mir schon eine Standpauke zurecht, während ich die Wohnungstür auf schloss und erleichtert feststellte, dass er noch da war und die Maus noch schlief.

Ich warf meine 7 Sachen auf die Couch und kam erst einmal wieder runter, während der Schatz sich in aller Eile auf den Weg zur Arbeit machte. Irgendwann wurde dann die Maus wach und wir gingen zu unserem normalen Tagesablauf über. Irgendwann zwischen Spielplatz und Abendbrot muss ich meine Sachen von der Couch weggeräumt haben.

Wie gesagt, dass war vor guten zwei Monaten. Seit dem suche ich in vollkommener Verzweiflung meinen Rollerschlüssel, denn er ist weg. Die Wohnung ist klein, bietet aber mehr als genug Ecken und Nischen um etwas verschwinden zu lassen. Heute hat sogar der Lieblingsbabysitter, welcher zum Frühstücken hier war, zwei Stunden lang nochmal alles mit abgesucht, erfolglos.

Langsam bin ich echt verzweifelt und könnte heulen. Wo um Himmelswillen kann nur dieser blöde Schlüssel sein? Und das aller Beste ist eigentlich, dass selbst wenn ich die Schlüssel finden täte, wüsste ich inzwischen schon gar nicht mehr, wo die Papiere hin sind. “Wer Ordnung hält ist bloß zu faul zum suchen!” Das trifft meinen Lebensstil zwar recht genau, aber ganz ernsthaft: wenn ich die Rollerutensilien wieder habe, gelobe ich Besserung!

Urlaub…

Urlaub… Kein Urlaub… Wochenendausflug… Kein Wochenendausflug…

Es ist schwierig. Der Schatz hat demnächst Urlaub und ganz eigentlich wollten wir weg. Raus aus Berlin. Der Schatz hat es sich verdient und ich eigentlich auch. Nachdem das dann mit der Buchung nicht mehr geklappt hatte, weil der passende Termin erst verfügbar und dann nach Abschluss nun doch nicht mehr war, hatten wir uns überlegt für eine Woche in den Harz zu fahren.  Aus unterschiedlichen Gründen hatten wir diese Idee dann auch wieder verworfen und sind spontan auf einen kleinen Trip an die polnische Ostsee umgeschwenkt.

Und nun kommt dies aber wahrscheinlich auch wieder nicht in Frage und so langsam mache ich mir Gedanken, ob wir denn überhaupt wegfahren werden. Nicht das wir nicht wüssten, wie wir uns daheim die viele Zeit vertreiben sollten, zu tun gäbe es gewiss genug und der Garten wäre vermutlich auch dankbar, wenn er fertig würde. Aber so ein Urlaub in den heimatlichen Gefilden ist irgendwie auch kein Urlaub. Denn genau die Tatsache, dass es ja genug zu tun gibt, macht den Urlaub zu einem Pulk voller Stress.

„Ich will, ich will, ich will…“ würde ich am liebsten maulen. Doch ich lasse es und ergebe mich meinem Schicksal. Aber eins sage ich euch, wenn mein Sparschwein die Hochzeit hinter sich hat, dann wird es für eine „Flugreise ins Warme am Meer mit All- Inklusive “ gefüttert. Ja wohl, ja!

 

 

 

Dienstags?

Ich wurde gefragt, ob ich nicht auch den Dienstag im Elterncafè übernehmen könnte. Letzte Woche wurde ich gefargt und hatte versprochen bis Montag eine Entscheidung gefällt zu haben.

Heute habe ich mich entschieden.Aus ganz egoistischen Gründen habe ich mich dagegen entschieden. Nicht weil ich Arbeitsscheu wäre, oder es zu anstrengend ist, sondern weil es ein Dienstag ist.

Jeden Montag bin ich mit der Prinzessin in der „Pengreen“gruppe, Donnerstags in der Krabbelgruppe und Freitags nach dem Elterncafè nehmen wir am Singgarten teil. Dementsprechend bleiben mir lediglich noch der Dienstag- und Mittwochvormittag, wo wir uns mit Freunden treffen, gemeinsame Ausflüge oder einfach nur entspannen können. Würde ich jetzt auch noch den Dienstagvormittag verbuchen, bliebe gar keine wirkliche Zeit mehr, in der man etwas tun kann und ganz ehrlich:  dies würde mir fehlen.

Ja, ich freue mich darauf wieder arbeiten zu gehen, aber noch bin ich in Elternzeit und ich finde, diese sollte die Maus auch auskosten dürfen. Immerhin sind es ja nur noch ein knappes halbes Jahr…

 

 

 

Traurig

Ich könnte mich ja permanent über manche Leute aufregen. In der Montagsgruppe der Prinzessin gibt es eine Mutti. Recht ruhig und zurückhaltend, freundlich, sympathisch und ein bisschen unsicher. Ihre Maus (11 Monate alt) ist ihr erstes Kind und macht einen glücklichen und zufriedenen Eindruck. Ausgeglichen, neugierig, ein bisschen kess und ständig am grinsen. Aus den Gesprächen, die man in solchen Gruppen eben so von Frau zu Frau führt, weiß ich, dass zu Hause der ganz normale Wahnsinn einer durchschnittlichen Familie herrscht (Papa geht arbeiten und Mama kümmert sich um Haus und Hof).

Wie gesagt ist die Kleine das erste Kind und so etwas wie ein kleines Wunder, weil sie einen schweren Start ins Leben hatte. Dies führt dazu, dass Mama macht und tut und in jeder Situation zusieht, wie es für das Kind am besten/ schönsten/ bequemsten ist. Ein bisschen sehr viel, wie sie selber auch zu gibt. Dennoch, sie gibt täglich alles für ihr Kind und ein bisschen hat man  manchmal Sorge, dass sie sich dabei gänzlich aufgibt.

Und nun kommen wir zu dem Punkt, der mich so aufregt:

Wir Mütter kennen es ja im Grunde gar nicht anders, als dass es immer irgend einen Menschen gibt, der meint, man würde dies oder das nicht gut oder richtig genug machen. Dann muss frau sich ungefragt Ratschläge reinziehen oder wird gar so runter geputzt, dass man sich danach fragt, ob man denn wirklich so eine schlechte Mutter ist. Manch eine Mutter hat gelernt damit umzugehen und hört entweder erst gar nicht zu, nimmt es sich nicht so zu Herzen oder führt stundenlange Grundsatzdiskussionen um am Ende zu sagen „Ich mach es so und damit basta!“ (zu diesen Müttern gehöre ich definitiv). Das ist okay und auch wenn es nervig ist und man sich darüber ärgert, so kann man damit umgehen.
Und dann gibt es Mütter, die hören sich alles geduldig an, haken nach und saugen jeden noch so blöden Ratschlag in sich auf und versuchen es allen Menschen recht zu machen. Natürlich gelingt das nicht, denn so viele Menschen es gibt, so viele unterschiedliche Erziehungsstile gibt es auch. So eine Mutti ist die eben erwähnte.

Letzten Montag kam sie dann ganz verstört in die Gruppe und erzählte, dass eine „Freundin“ das Jugendamt hat einschalten lassen, weil sie das Gefühl gehabt hätte, um die kleine Maus würde sich nicht vernünftig gekümmert werden, weil die Mutter offenbar tiefste Depressionen hätte und das Kind vernachlässigen würde. Auf diese grandiose Idee kam diese Person, weil betreffende Mutter ihr sagte, dass sie so fertig sei und habe letztens den Vater des Kindes von der Arbeit nach Hause holen müssen, weil sie nicht mehr konnte. Hintergrund der Geschichte ist, dass sie vor kurzem eine schwere Rückenop hatte und die Kleine nach 8 Stunden nicht weiter bespielen konnte, weil sie einfach Schmerzen hatte.
Ein weiterer schwerwiegender Grund, der Annahme zur Vernachlässigung und Hinweis auf schwere  Depression liefert, ist die Tatsache, dass die Oma fast täglich zu Besuch kommt und der jungen Mutter unter die Arme greift in Form von Haushaltsführung und Kinderbetreuung. Dass diese Frau zu viel Zeit auf Grund von Rente hat und eventuell mehr als vernarrt in die Enkeltochter ist, ist natürlich vollkommen abwegig. Genau wie die Tatsache, dass es tatsächlich Familien gibt, wo man sich ungefragt als Hilfe erweist…

Ganz ehrlich? Ich rege mich noch immer über die angebliche Freundin auf und mir tut die Mutti ganz schön Leid, weil diese total am Ende ist aus Angst, das Jugendamt würde ihr nun das Kind wegnehmen, weil sie überfordert ist. Und weil ich ja ein Mensch mit losem Mundwerk bin, habe ich meinem Ärger Luft gemacht und alles, aber auch wirklich alles raus gelassen, was mir dazu einfiel. Offenbar hat es ein wenig beruhigt, denn nach meinem Wortschwall bedankte sie sich und versprach sich von solchen Leuten demnächst fern zu halten.

Und ich sitze noch immer hier,drei Tage später,  mit ganz viel Wut im Bauch und würde mir wünschen, dass alle vor der eigenen Tür kehren, bevor sie anderer Leute Systeme in Frage stellen… Keiner ist perfekt, aber viele scheinen keiner zu sein…

Mutterkraft: alle

Ich liebe meine Kinder. Wirklich! Manchmal habe ich das Gefühl vor Liebe zu ihnen zergehen zu müssen.

Gestern war dem nicht so. Also doch, auch gestern habe ich die Beiden geliebt, keine Frage. Aber ich konnte sie gestern nur schwer ertragen. Seit 4 Tagen hat die Kleine nämlich so schlechte Laune, man kann es gar  nicht beschreiben. ich versuch es trotzdem mal:

6:45h:  Sie steht, zusammen mit ihrem Bruder, pünktlich wie ein kleiner Wecker auf.

Dann ist sie die erste Stunde damit beschäftigt richtig wach zu werden, meint man und nimmt ihr das Gemosere nicht so übel. Als nächstes hat sie natürlich Hunger und man beeilt sich mit der Essenszubereitung, damit sie nicht allzu lange schimpfen muss. Nach dem Essen, ganz klar, hat sie Durst, nur leider nicht auf das, was ihr zur Verfügung steht, worüber sie sich lautstark und ausdauernd beschwert (Normalerweise würde mich das nicht so tangieren, am 3 Tag gab ich dann nach. ). Dann kreischt sie, weil ihr langweilig ist und dann so gegen 10:30h ist sie schon wieder müde und maulig, weil sie ja so früh wach war. Das arme Kind!

11:30h: Mittagsschlaf. Luft holen, Kraft schöpfen und feststellen, dass sie 30 Minuten für ausreichend empfindet.

Das Mittagessen dauert zu lange und eigentlich hatte sie sich da auch was ganz anderes darunter vorgestellt, also knabbert sie nur einen Happen und macht ihrem Unmut Luft. Man soll ja auch nicht allen Ärger in sich hinein fressen. Dann kommt der Bruder aus der Kita und blöder Weise spielt er immer gerade mit dem Spielzeug, was sie bei ihm in der Hand entdeckt hat und auch gerne hätte. Also muss sie laut kreischen, bis irgendwer eingreift. Da ihr Bruder aber nicht permanent von ihr schikaniert werden muss, geht die Sache meist nicht zu ihren Gunsten aus (es sei denn der Bruder zeigt sich großzügig und gibt ihr das Verlangte), was sie dazu veranlasst in noch höhere Tonlagen zu verfallen. Immerhin könnte es ja sein, dass die Erwachsenen sie dann besser hören. Zwischendurch ist sie dann wieder müde und nörgelt sich an Mama geschmiegt durch die nächsten 15Minuten. Dann hat sie wieder Kraft zum lauter werden, welche sie aus unterschiedlichsten Gründen auch sofort nutzt.

18:00h: Abendbrot, Badezimmer, Abendritual sie fährt langsam runter

Dann geht sie endlich ins Bett und ich krauche auf dem Zahnfleisch durch die Wohnung und versuche mich für den nächsten Tag zu wabbnen.

Das ist so der Tagesablauf der letzten 4 Tage. Und dann kommen Leute und verstehen überhaupt nicht, wieso ich gestern so unausgeglichen, fertig und zickig bin. Wo der Schatz doch den ganzen Nachmittag hinter der Kleinen her rennt und ich sie „nur“ zu trösten brauch, wenn sie „mal“ ein bisschen weint. Das ich das Geweine und Gekreische aber nicht mehr ertragen kann, weil mir die Nerven blank liegen und ich froh bin, wenn ich sie mal nicht auf den Arm nehmen muss… Unverständlich. Sie ist doch so süß!

Hatte ich schon erwähnt, dass der Schatz arbeiten ist?

Fairerweise muss man dazu sagen, dass sie momentan zahnt und wahrscheinlich deshalb so unausstehlich ist. Klar tut sie mir Leid, aber ich erbitte mir ein bisschen Verständnis auch für die Frau, die das Kind 12 Stunden lang versucht zu trösten, zu bespaßen und  abzulenken. Irgendwann darf die nämlich auch mal fertig sein. Finde ich.

Nach gestern geht es heute schon wieder und ich kann mit neuem Mut ans Kind gehen. Vermutlich liegt es auch daran, weil der Schatz sie heute eine Stunde lang alleine hat und ich meine montagliche Qualitätsstunde mit dem Großen, also ohne die Maus, habe.  Das macht viel aus und muss auch mal sein. Für den Großen und auch für mich. Zudem hatten die Kleine und ich heute in der Gruppe 2 nörgelfreie Stunden, die wir beide sehr genossen haben. Sie ist ja nicht immer ein Monster 😉

 

 

 

So lange her…

„…hiermit erteilen wir Ihnen ein Arbeitsverbot…“ lautete der Satz der Amtsärztin in ihrem offiziellen Schrieb. Somit war ich im April 2009 das letzte Mal arbeiten, bevor ich den kleinen Prinzen bekam und mich dem Kind zu liebe für 24 Monate Elternzeit entscheiden. Im August 2010 stellte sich dann die Prinzessin beim Gynäkologen vor und ich entschied mich, der Fairness halber, nochmals für 24 Monate Elternzeit.

Die Prinzessin kam also genau 6 Monate vor Ende der Prinzenelternzeit und verlängerte mein HausfrauenMutterDasein um weitere anderthalb Jahre. Ich würde nicht direkt sagen, dass ich es bereue mich noch einmal für 24 Monate entschieden zu haben, viel mehr würde ich sagen, dass ich fertig und geschafft bin. Einer Seits genieße ich die Zeit mit der Kleinen und gehe gerne mit ihr zu ihren Gruppen oder unternehme etwas mit ihr. Auf der anderen Seite will ich endlich wieder arbeiten gehen.

Der Schatz kann nicht verstehen, wo mein Problem liegt, immerhin geht er ja auch 8 Stunden, manchmal sogar 12 Stunden, arbeiten und kommt dann auch ins Familienleben. Dass das aber eine völlig andere Situation ist, als 12 Stunden (und das fast täglich) die Kinder zu behuddeln und betuddeln, immer das gequacke im die Ohren zu haben und zu zusehen, wie man die kleinen Monster immer wieder aufs neue beschäftigt, leuchtet ihm zwar irgendwie ein,  scheint aber nicht nach nachvollziehbar zu sein. Ja, er versucht mir freie Zeiten einzuräumen, wo es nur geht, unterstützt mich wie manch einer es sich noch nicht einmal zu träumen wagt und trotzdem bin ich manchmal echt Kindersatt…

Das darf man ruhig mal sagen, finde ich, denn das heißt ja nicht, dass ich meine Kinder nicht liebe. Das soll lediglich heißen, dass ich nicht 365 Tage im Jahr den gleichen Job in 12 Stunden Schichten machen kann und mich über Abwechslung freue und meine täglichen 30Minuten Krafttanken eben brauche…

Ich will mich ja gar nicht beschweren, auch wenn es jetzt so rüber kommt, aber ich will, ich will, ich will endlich wieder arbeiten. Raus kommen für 5- 8 Stunden, mich über etwas anderes als Haushalt und Kinder „ärgern“ und nicht zu Letzt natürlich auch wieder ein bisschen Geld verdienen.

Seit heute habe ich den ersten Fuß wieder in die Arbeitswelt gestellt. Naja, eher einen halben Fuß. 😀 Seit heute arbeite ich nämlich jeden Freitag ehrenamtlich im Elterncafè der Einrichtung, wo ich mit den Kiddies die Gruppen besuche. Noch ist nicht viel los, weil das Cafè noch in der Neueröffnungsphase ist und nur wenige davon wissen, aber immerhin hatte ich heute schon einen Gast. Das war zwar „nur“ mein Schatz mit der Kleinen, aber er hatte einen Kaffee, was in zu einem Gast macht 😀

Inzwischen sind es ja auch nur noch 6 Monate bis die Kleine in die Kita kommt und ich mir anfange bezahlte Arbeite zu suchen. 6 Monate… Oh man, wie die Zeit schleicht und gleichzeitig rennt…

 

 

 

Doch ganz nett

Heute hatten wir Besuch von der lieben Sari und dem Minihelden. Sehr hilfreicher Besuch, dann Sari rettete unter Einsatz ihres Lebens die Bettbegrenzungen und einige Kräuter, während der Miniheld mit der Prinzessin die herab gefallenen Pflaumen in einen Eimer sammelte und ein wenig Unkraut zerbuddelte.

Nachdem die Prinzessin dann später aus dem Mittagsschlaf erwacht war, schien sie ein wenig enttäuscht, dass der Miniheld nicht die anderthalb Stunden im Garten gewartet hat. Aus lauter Frust setzte sie sich auf die Bank und machte gar nichts mehr, bis wir ihren Bruder aus der Kita holten. Arme Maus!

Nach einem kurzen Abstecher in der Lieblingseisdiele gingen wir wieder in den Garten, immerhin ist mehr als genug zu tun, da versuche ich jede Minute zu nutzen. Die Nachbarin war auch wieder da. Nach heute muss ich allerdings meinen letzten, ersten Eindruck von ihr korrigieren, denn offenbar scheint sie eine sehr korrekte zu sein, aber dennoch eine Nette.

Als erstes erntete ich Lob für unsere Gartenarbeit der letzten Tag und die Ermahnung, dass wir während ihres Urlaubes nicht ZU fleißig sein sollten, weil sie ein wenig Angst habe, dann nichts mehr wieder zu erkennen. Sie reichte  mir auch ganz von selbst ihr Kompostgitter, weil sie wohl gehört hatte, wie ich mich mit jemandem darüber unterhalten hatte. Doch die Krönung wodurch sie mein Herz gänzlich gewonnen hat, hängt mit dem kleinen Prinzen zusammen.

Sie hatte bereits eine Grube gebuddelt in derer Mitte sich ein Baumstumpf befand. Dieser sollte nun raus aus der Erde und so saß sie da, beide Beine in der Grube, bewaffnet mit einer Säge und versuchte die unendlich scheinenden Wurzel zu kappen. Mein Sohn, neugierig wie es sich für ein Kind seines Alters gehört, rief ganz laut, dass er mal gucken wolle. Also winkte sie in rüber und gab ihm eine Astschere, mit der er (neben ihr sitzend, beide Beine in der Grube) an dem Wurzelwerk herum schnippelte. Ein herrliches Bild. Und wie sie ihm alles erklärte und seiner Fragen nicht müde zu werden schien… Herrlich!

Als sie dann irgendwann keine Lust mehr auf Wurzeln hatte, nahm sie den kleinen Prinzen an die Hand und verschwand kurz mit ihm im Schuppen um dann mit einem Fußball bewaffnet wieder heraus zu kommen. Und dann spielte sie noch einmal geschlagene 15 Minuten mit meinem Kind Fußball, bevor sie sich hinsetzte und keine Puste mehr hatte. Mein Sohn stakste noch ein bisschen auf der weichen Wiese herum, pflückte Blümchen um ihr welche zu schenken und erfreute sich seiner neuen Freundin, bevor er sich bereit erklärte wieder zu mir und seiner Schwester zurück zu kommen.

Nächste Woche darf er dann wieder zu ihr in den Garten, dann buddeln sie zusammen die Grube zu und Pflanzen ein paar neue Pflanzen.

Und was zeigt uns das? Erster Eindruck gut und schön, aber man sollte den Leuten eine Chance geben, um zu zeigen, wer sie wirklich sind. Finde ich…