Und doch…

Vor guten 4 Monaten haben wir unseren Hund in die Tierarztpraxis gebracht. Gemeinsam als Familie haben wir ihm die Pfötchen gehalten, ihn im Arm gehalten und versucht ganz tapfer zu sein, als er sich langsam mit Hilfe der Tierärztin auf seinen letzten Weg machte.

Für die Erwachsenen stand fest, dass vorerst kein neuer Hund zu uns kommen würde. Wir hatten unterschiedliche Gründe, die jeder für sich richtig und vernünftig war, zu dem kam der Schmerz des Verlustes noch stark zum tragen.

Vor einem Monat war eine Freundin bei uns zu Besuch, die mich fragte, ob ich sie ins Tierheim begleiten würde, sie hätte auf der Internetseite einen Diabeteskater gesehen und sich sofort verliebt. Also fuhren wir am Samstag dort hin. Und obwohl ich sie eigentlich nicht mitnehmen wollte, saß dann plötzlich das Tochterkind mit im Auto. Mehrfach impfte ich ihr ein, dass wir KEIN Tier mitnehmen würden, egal wie niedlich, egal wie traurig es gucken würde.
Der Kater war dann nicht mehr da und so stromerten wir durch die anderen Häuser, in der Hoffnung noch einem anderem Kätzchen ein neues zu Hause beschaffen zu können. Ohne Erfolg, denn es hat nicht noch einmal gefunkt. Zum Abschluss wollte ich dann noch kurz zu den Hunden. Nur mal gucken. Der Schatz daheim würde sofort seine sieben Sachen packen und auf nimmer Wiedersehen verschwinden, würden wir ein Tier mitbringen, so viel wusste ich.
Also schauten wir. Und ganz im Ernst, ich hätte gut die Hälfte der Tiere mitnehmen wollen, aber eine hatte es uns ganz besonders angetan. Leider aus der Kategorie „Listenhund“. Leider, weil die Haltung eines solchen Tieres nicht mal eben so (was ja im Grundsatz vernünftig ist!) geschieht. Hier in Berlin brauch man eine Bescheinigung des Vermieters (in unserem Fall der Eigentümergesellschaft), den Sachkundenachweise für jeden der mit dem Tier raus geht (also auch die eventuelle Urlaubsvertretung und man muss den Wesenstest mit dem Tier „durchstehen“. Besteht das Tier diesen, kann man nach einem halben Jahr Hundeschule (natürlich mit Nachweis) einen Antrag auf Befreiung von Leinen- und Maulkorbpflicht stellen, besteht er den Test nicht, entfällt diese Option. Hinzu kommen natürlich wie bei allen Hunden noch die Hundesteuer, Hundehaftpflicht und etliche Tierarztkosten…
Wir haben uns lange und eingehend informiert, hin und her überlegt und uns dann dagegen entschieden.

Dann schickte eine andere Freundin ein Bild von einem Aushang im Hundeauslaufgebiet, ein Labradormix suchte ebenfalls ein neues zu Hause und ich war ganz hin und weg. Der Schatz war nicht begeistert, noch immer hielt er an den Argumenten fest, dass wir keinen Hund mehr haben wollen. Trotzdem kam er zu einem Kennenlerntermin mit in den Wald. Bei diesem Termin jedoch entleibte ich mich wieder. Das Tier war zu groß, es sabberte wie nichts was ich sonst kannte, die Augenlider hingen schon tief… Wir gehörten nicht zusammen, das spürte ich.

Aber da der Schatz sich nun ergeben hatte in seinem Schicksal, suchte ich aktiv im Netz nach Hunden. Plötzlich war der Wunsch nach einem Hund übermächtig, keine Ahnung warum.
Es sollte kein Welpe sein, denn mir war klar, dass ich momentan keine Zeit hätte, um die Sauberkeitserziehung konsequent zu verfolgen. Bei mehreren Spaziergängen erwähnte der Schatz, dass er Französische Bulldoggen niedlich fände und sich eine solche dann doch als Hund für uns vorstellen könnte. Und dann hatte ich zwei Tiere in der engeren Auswahl. Einen schwarzen Rüden und eine Hündin. Der Schatz verliebte sich direkt in die Hündin, welche dann zwei Tage später bei uns einzog.

ElfriedeIhr Name ist Elfriede, sie ist ein Boston Terrier und sie ist 5 Jahre alt. Sie scheint schon einiges erlebt zu haben in ihrem Leben, denn auch wenn sie weder beißt noch bellt, so merkt man ihr schon an, dass sie vor einigem Angst hat. Zum Beispiel vor dem Schatz, oder wenn jemand hinter ihr läuft, bei anleinen etc..
Zwar schien die Stelle, wo wir sie abgeholt haben sehr nett und bemüht zu sein, jedoch haben viele Punkte ihrer Geschichte im Nachhinein keinen Sinn ergeben und auch das Verhalten des Tieres passt nicht zu ihrer angeblichen Geschichte. Wenn man raten müsste, würde man an ganz andere Dinge denken und ist eigentlich nur froh, dass sie es jetzt endlich nett haben wird.

Jeden Tag taut sie ein bisschen mehr und kommt ein Stückchen weiter aus ihrem Schneckenhaus heraus. Hat sie am Anfang nicht gefressen und nur geschlafen, so kommt sie jetzt aktiv kuscheln, freut sich, wenn es nach draußen geht und frisst wie ein kleiner Scheunendrescher ^^ Jetzt nach einer Woche möchte ich sogar schon so weit gehen und behaupten, dass sie eine Beziehung zu uns (vor allem mir) aufgebaut hat.
Sie zu mögen ist auch nicht sonderlich schwer, denn ihre ganze Art ist wirklich niedlich, durch die Glubschaugen wirkt sie einfach nur abknutschwürdig und sie ist so lieb zu Mensch und Tier, egal ob fremd oder bekannt.

Der Schatz ist im Übrigen auch ganz hin und weg und ist froh, dass ich jetzt einen Kuschelhund habe und nicht nach einem weiteren Kind gebettelt habe ^.^

 

 

Und plötzlich…

Ich gehe nur noch selten spazieren. Es macht irgendwie keinen Sinn mehr, nachdem wir unseren Hund im November über die Regenbogenbrücke gehen lassen mussten. Aber letztens, nachdem ich die Kids zu ihrem Training gebracht hatte, lief ich dann doch ein bisschen umher. Mal den Kiez anschauen ob noch alles steht. „Damals mit den Kindern liefen wir hier viel öfter lang und bewunderten die schönen Gärten…“ geht es mir durch den Kopf. Dabei denke ich an kleine Kinder, die gerade so die Wege durch den Kiez zu laufen vermögen. Meine Kinder. An einen Hund, der voller Energie die Kinder auf dem Schlitten/Bobbycar hinter sich herzieht. Kurz bleibe ich stehen und lasse mir das Alter der Kinder auf der Zunge zergehen. „Man bist du alt!“ höre ich ein widerliches Stimmchen in meinem Kopf. Kurz denke ich darüber nach, zucke dann mit den Schultern und laufe lächelnd weiter.

Eigentlich macht mir mein Alter nichts aus. Es ist mir egal, ob auf der Geburtstagskarte meiner Arztpraxis 36 oder 26 steht. Ich spinne noch genauso wie vor 20 Jahren, böse Zungen würden gar behaupten, ich sei schlimmer geworden. Aber wer glaubt denen schon?! Nur weil ich im Schwimmbecken das von Greenpeace vergessene Walross mime… Also bitte!!!

Was mir tatsächlich zu schaffen macht sind mein Fettnesslevel (nein, dass ist kein Tippfehler), an dem ich schon wieder einmal arbeite, und mein offenbarer körperlicher Verfall.

Dabei reden wir jetzt nicht etwa über Falten (obwohl mir diese letztens tatsächlich das erste Mal bewusst wurden) oder etwa den verdächtig hellen (nein, das bestimmt kein Grau) Strähnen. Wir reden von Dingen wie Reizmagen, Gallensteinen, Schatten und verformten Organen. Bis Ende November war noch alles ok (naja, bis auf die Magennummer, die lebt schon seit mehreren Jahren bei mir) und dann kam plötzlich alles auf einmal.

Nun bin ich ja eigentlich die Königin der Verdrängung, doch wenn sich dein näheres Umfeld so aufdringlich Sorgen um die bevorstehenden Ergebnisse von Sonographie und MRT macht und dabei nur das schlimmste spekuliert, dann kommt man doch das ein oder andere Mal in Versuchung über den Worst Case nach zu denken.

Plötzlich ist 36 eine Zahl, die so wenig zu bieten hat. Ich bin noch nicht reif für irgendwelche Kuren, Operationen oder Dauermedikamente. Ich meine 36, ich bin ja quasi noch ein Baby. Die Jüngste in meinem Team. Also bitte!!!

Ich atme ein, ich atme aus.

Es wird sowieso nur irgendwas harmloses sein. So wie immer. Wahrscheinlich irgendwelche abnormalen, aber harmlosen Veränderungen zurück zu führen auf zu viel Schoki und zu wenig Sport. Man hätte mich doch sonst gleich in ein Krankenhaus geschickt und nicht ein MRT in zwei Wochen anberaumt , wenn man den Verdacht auf etwas Schlimmes hätte.

Ich atme ein, ich atme aus.

Der nächste, der Panik verbreitet bekommt was auf die Nuss. Die Panik heben wir uns bis zum Termin auf und setzen sie dann gezielt bei Bedarf ein. Danke!

Und plötzlich bin ich wieder ganz entspannt. Der Verdrängungsmechanismus funktioniert wieder und ich bin frei. Frei von Ängsten über das Ergebnis, frei von Überlegungen was passiert wenn. Ich bin wieder im Jetzt und hier. Bis zum nächsten „Und plötzlich… „

Stehende Autos…

Ich bin Beifahrerin in meinem kleinen Auto. Die Ampel ist rot. Mein Auto steht. Gerade habe ich meinen Mann, der heute fährt, gefragt, ob es denn nicht taktischer klüger wäre geradeaus weiter zu fahren. Er erklärt mir, dass dem nicht so ist und gerade als er das letzte Wort sagt, schnellt mein Oberkörper nach vorne und wird gleichzeitig vom Gurt zurück gehalten. Dann höre ich einen Knall und sehe quasi gleichzeitig (m)eine Radkappe auf der rechten Spur an mir vorbei rollen. Ich schaue meinen Mann und frage ihn, ob gerade jemand mein Auto gerammt hat. Ich kann es nicht fassen, bin ungläubig und stehe ganz klar unter Schock. Ich steige aus dem Auto aus und sehe, dass meine Stoßstange kaputt ist. Aber hinter uns steht niemand. Ich wundere mich und versuche mich zu erinnern, ob ein Auto an uns vorbei gefahren ist. Ich kann mich aber nur an den Knall und die Radkappe erinnern. Dann sehe ich das andere Auto. Ich muss es vollkommen ausgeblendet haben.

Auf der rechten Spur, ein wenig nach hinten versetzt steht ein vollkommen demoliertes Auto. Es sieht aus, als ob es frontal gegen eine Mauer gefahren wäre. Wie ist es da hingekommen!? Ist mit dem Fahrer alles ok? Ich gehe hin, sehe ihn blöde gucken und schreie ihn an, ob er gegen mein Auto gefahren ist. Ich schreie aus zwei Gründen: 1. hat mein Fahrlehrer immer gesagt, man darf niemals das Auto eines anderen aufreißen und sein Fenster ist zu und 2. bin ich voller Wut und Verzweiflung und langsam setzen Schmerzen ein.

Ein Passant brüllt mich an, ich soll den armen Mann in Ruhe lassen, er hatte gerade einen Unfall. Ach nee! Am liebsten würde ich ihm an den Hals springen, doch ich gehe auf den Gehweg, stütze mich zittern am Zaun ab und beginne Rotz und Wasser zu heulen. Plötzlich steht eine Polizistin neben mir und eine Frau von der Freiwilligen Feuerwehr. Sie reden mit mir. Der Mann, dem der Zaun gehört gibt mir einen Stuhl und ein Glas Wasser. Ich verschütte es, weil ich so doll zittere. Die Frau und die Polizistin reden beruhigend auf mich ein. Erklären mir, wie die hydraulische Hebeanlage funktioniert, die sie gerade für den anderen Wagen benutzen. Ich bekomme mit, dass der Fahrer behauptet, dass WIR IHM drauf gefahren wären. Ich heule noch mehr, bekomme kaum noch Luft.

Mir tut alles weh. Sie rufen den Krankenwagen. Oh man, ist das peinlich. Ich werde mit einer festen Halsmanschette fixiert, muss mich auf eine Liege legen und werde wie ein gestrandeter Wal zum Krankenwagen geschoben, stumme Tränen begleiten mich. Ich beantworte brav die Fragen des Sanitäters, während ich aus dem Dachfenster schaue. Ich dachte immer, man würde die Sirene lauter hören.

Das Krankenhaus ist voll, wie man es eben kennt. Die Erstversorgung erfolgt aber schnell. Röntgen, Schmerzmittel, Fragen, Blutabnahme. Nach knapp sechs Stunden steht fest, dass ich nach Hause darf. Ich bin froh und weine auch kaum noch. Aber die Schmerzmittel sind kacke. Ich dachte die haben Stärkeres in einem Krankenhaus.

6 Wochen darf ich nicht arbeiten, habe Schmerzen und renne vom Arzt zur Physiotherapie und zum Anwalt. Meine Gruppenreise kann ich nicht antreten und auch mein Sommerurlaub ist durchzogen von Einschränkungen.

Das war vor 3,5 Monaten. Inzwischen ist der kleine Wagen in der Schrottpresse, denn selbst mit ganz viel Willenskraft wäre er nicht zu retten gewesen. „Japp, der ist tot.“ War das nüchterne Urteil des Gutachters. Schön wäre es jetzt, wenn die gegnerische Versicherung dann mal so langsam auch aus dem Tee kommt, denn bis Dato haben wir noch nicht einen Cent für den entstandenen Schaden gesehen.

Ich bin inzwischen ein sehr schlechter Beifahrer und denke tatsächlich über eine Therapie nach. Denn wenn jedes Fahrzeug ein potenzieller Unfall ist und man dies mit Panik (und Tränen) in der Stimme begleitet dem Fahrer zu verstehen gibt, ist das bestimmt nicht normal.

So weit so gut. Den obigen Beitrag hatte ich heute Mittag geschrieben, bevor ich zu einer Freundin fuhr. Und nun haltet euch fest: auf dem Heimweg knallte mir jemand in mein stehendes Fahrzeug. Auf der Kreuzung. Vor den Augen der anwesenden Polizistin.

Ernsthaft jetzt!?! 🤷🏼‍♀️

Selbstständigkeit ist näher als man denkt

Und plötzlich verabschiedete sich mein Knie von mir, genau einen Tag, nachdem ich wegen sporadischen Schmerzen im anderen Knie beim Arzt war. Naja, der Orthopäde diagnostizieret eine „Bursitis infrapatellaris“ und schrieb mich krank. Mal davon abgesehen, dass das echt fiese Schmerzen sind, war es mehr als lästig, dass ich weder besonders gut laufen, geschweige denn Auto fahren konnte. In den ersten zwei Tagen meiner Krankschrift war das auch kein großes Drama, denn mein Mann hatte frei und konnte das Elterntaxi spielen. Das ist nämlich der Nachteil, wenn deine Kinder nicht die Schule aus dem Einzugsgebiet besuchen: bis zu einem gewissen Grad muss das Bringen und Abholen durch einen Erwachsenen erfolgen und sei es nur, weil Mama es so will.

Am Abend saßen wir dann beim Abendbrot und ich überlegte mit meiner Familie, wie wir das am nächsten Tag machen würden, da der Mann Spätdienst hatte und die Kinder demnach nicht von ihm aus der Schule geholt werden konnten. Ich überlegte hin und her, wie ich den Arztbesuch um 11 Uhr und die unterschiedlichen Schulendzeiten der Kinder am besten verbinden könnte. Natürlich nicht besonders gekonnt, da die Zeiten wirklich weit auseinander lagen.
Mein Großer schaute mich an und schlug vor, dass er mit seiner kleinen Schwester nach dem Gitarrenunterricht mit dem Bus kommen könnte. Dann könnte ich mein Bein ausruhen und müsste nicht hin und her fahren. Keine ganz so schlechte Idee, wie wir zugeben mussten.
Gemeinsam besprachen wir, wo die Bushaltestelle ist, welcher Bus der Richtige ist, an was die Beiden alles denken müssten und wo sie aussteigen würden. Vollkommen selbstbewusst gaben die Beiden Antwort auf jede Frage und wirkten dabei so überzeugend, dass wir uns auf das Experiment einließen.

Dann war es also so weit. Der Große wurde mit einem Handy, den Fahrkarten, einem Notfall-Spickzettel und ganz viel Vertrauen ausgestattet und der GöGa fuhr sie zur Schule. Dabei interviewte er die Kids nochmal unauffällig und stellte ihre Fahrtauglichkeit fest.

„15:30 Uhr, der Gitarrenunterricht müsste zu Ende sein und wenn alles gut geht und die Kids nicht bummeln, könnten sie schon im nächsten Bus sitzen.“ So saß ich da, in Schuhen und mit dem Handy in der Hand, bereit mich in ein Taxi zu schwingen und meine verlorenen Kinder irgendwo einzusammeln, wo sie nicht hingehören. Es ist nicht so, dass man quasi darauf lauert, dass sie es nicht schaffen, eher ist es die Angst vor all den schlimmen Dingen, die passieren KÖNNTEN, die einen in die Klamotten zwingt.

Um 16:04 Uhr klingelte es dann an meiner Haustür und voll beladen mit Gitarre, Sportbeutel, Mappe und seiner Schwester (inklusive ihres Zubehörs) stand da mein Sohn. Beide stolz wie Bolle mindestens 10cm gewachsen und aufgeregt schnatternd. Alles war super gelaufen: sie hatten auf der Mittelinsel der großen Kreuzung auf die grüne Ampel gewartet, auf die Busnummer geachtet, ihre Fahrkarten abgestempelt, sich hingesetzt und ihre Sachen beisammen gehalten, damit nichts verloren geht.

Puh… Wie aufregend, vor allem als besorgte Mutter. Umso stolzer war ich natürlich auf meine beiden Superkids, und konnte es ihnen gar nicht oft genug sagen. Der Mann rollte nur mit den Augen (ja, sowas kann man am Telefon hören… als Frau!) und sagte, ich solle es nicht übertreiben. Als ich ihm dann allerdings noch einmal die Tatsachen vor Augen führte (unter anderem, dass die Kids die Strecke zuvor noch nicht einmal in Begleitung gefahren waren, geschweige denn schon jemals allein auch nur eine Station mit irgendeinem Bus allein gefahren sind) musste auch er zugeben, dass die Beiden das mehr als souverän gemeistert hatten.

Und *BÄHM* sind meine kleinen Menschen groß. Sie fuhren auch die darauf folgende Woche allein mit dem Bus nach Hause (die Mama war inzwischen recht relaxt). Sie bewegen sich seit dem auch sehr viel freier hier in der Gegend, gehen allein zu  unterschiedliche Geschäfte, auf den Spielplatz, zum Sport…
Und ich betrachte das Ganze vollkommen zerrissen: auf der einen Seite froh und glücklich über jeden neuen Schritt, den sie in ihrer Entwicklung hin zur Selbstständigkeit machen, auf der anderen Seiten immer wieder besorgt und „übermüttert“.

Hört das jemals auf?! *seufz*

Ich werde gemobbt…

… ganz ehrlich! Und das liegt bestimmt nicht daran, dass ich den Mobber verpetzt habe, oder etwa doch?!

Seit ewigen Zeiten ist die tolle DHL-Mitarbeiterin, die immer Bonbons in der einen und Hundekuchen in der anderen Tasche hatte, nicht mehr für unsere Straße zuständig. Seit dem kann man eigentlich damit rechnen, dass wenn  man eine Sendung erwartet  die von der gelb-roten Schneckenpost zugestellt werden soll (leider kann man das noch immer nicht in jedem Shop auswählen), dass man zur Filiale fahren darf. Egal ob man daheim ist, oder einen netten Nachbarn hat (der gesundheitsbedingt definitiv immer daheim ist), der die Päckchen entgegen nimmt. Das wäre ja noch nicht einmal das Schlimmste, auch wenn ich mir Schöneres vorzustellen vermag, als in der unfreundlichen Filiale gefühlte zwei Stunden auf meine Ware zu warten.Viel Schlimmer finde ich es ja, wenn ich gar keine Kenntnis von meiner Lieferung habe, weil „der Mitarbeiter wohl keine Benachrichtigungskarten dabei hatte“ und die Lieferung nach der maximalen Lagerungszeit in der Filiale wieder zurück an den Absender geht. Oder ich eine Mail bekomme, dass ich bitte meine Adressdaten vernünftig hinterlegen solle, da auf der Retoure ein Stempel ist mit „Straße unbekannt“.

Und nur mal um euch ganz Schlauen Leuten mal etwas vorweg zu nehmen: klar ich könnte weniger Online einkaufen. Natürlich gehe ich viel zu den kleinen Einzelhändlern, wenn die haben was ich brauche, aber manche Dinge bekomme ich im Netz einfach bedeutend günstiger und da ich mein Geld nicht aus dem Keller holen kann, muss ich eben sehen, wo ich sparen kann und zum anderen gibt es tatsächlich Menschen, die uns überraschen wollen und mal ein Päckchen schicken. Klasse auch, wenn man Ersatzteile nur über den Händler beziehen kann… Mir egal, ich kaufe auch online und es ist mir egal, ob ihr das gut findet! *Ätsch*

Das Ganze läuft schon relativ lange, aber im September ist mir dann endgültig der Kragen geplatzt und ich habe eine meiner berühmt-berüchtigten Beschwerden geschrieben. Direkt an die Geschäftsführung.
Ich hatte nämlich ein Paket bekommen, was dann in eine Packstation abgelegt worden war. Okay denkt man sich und ist erfreut, dass man nun nicht in die Filiale muss und ganz Öffnungszeiten unabhängig an seine Ware kommt. Leider gab es keine Benachrichtigungskarte, die man aber braucht, um den darauf abgedruckten Barcode zu scannen, heißt also, ohne Karte, kein Paket.
Binnen 8 Tage rief ich 5x die Hotline an, die mir sagte, es würde mich eine Ersatzkarte erreichen. An Tag 15 (nach Zustellung), kam sie dann auch an. Zusammen mit 37(!) anderen Briefen, die teilweise über anderthalb Monate rückdatiert waren. Das mein wunderbares Päckchen nicht mehr in der Packstation lag, versteht sich von selbst, nicht wahr!?

Nach meiner knapp vierseitigen Beschwerden klingelt der Mensch zumindest wieder sporadisch bei uns. Und Post kommt nun zumindest einmal die Woche. Wenn ich den Briefträger jetzt noch duzen täte, wäre es ein wenig wie das Leben an einem sehr fernen, abgelegenen Ort.
Tu ich aber nicht!

Nachdem ich nun aber weiß, dass ich mich nicht so auf die Zustellung daheim verlassen kann, habe ich mich bei dem System „Packstation“ registriert, in dem Glauben, nun würde alles besser. Weit gefehlt!
Ich hatte mir etwas in eine Packstation liefern lassen wollen, da ich wusste, dass weder ich noch mein Mann am Zustelltag daheim wären. Als Packstation ausgewählt, angegeben und gewartet. Um 10 Uhr erreichte mich dann auch die Mitteilung, dass das Päckchen in der Packstation mit der angegebenen Nummer wäre. Allerdings nicht in Berlin, sondern knapp 25km weiter in Kleinkleckersdorf. Mein erstaunen war groß, erst recht, nachdem ich alle Zweifel, dass es mein Fehler gewesen war aus der Welt geräumt hatte. Relativ flott (noch nicht einmal 2 Minten) war ich dann auch in der Kundenhotline (noch immer bin ich verwundert, dass ich dort noch nicht gesperrt bin) und fragte, wie ich denn nun an mein Päckchen käme und wieso es denn überhaupt in Buxtehude Nordseite gelandet war.
Ich hatte schon lange keinen so verdutzten, aber überaus bemühten Servicemitarbeiter an der Strippe. Und das, bei meinem Erfahrungsschatz bei eben genau dieser Hotline!
Nach einer halben Stunde kam heraus, dass die gewünschte Packstation belegt gewesen war und man die Sendung nun woanders unterbringen musste. Wieso man da eine 20km entfernte Packstation außerhalb Berlins genommen hat, wo es in meinem Bezirk laut Internet über 50 Stationen gibt, konnte letztlich aber trotzdem nicht geklärt werden.
Nun warte ich die nächsten 4 Tage ab, ob die Theorie von „Der Fahrer bekommt nun den Auftrag das Päckchen abzuholen und dorthin zu bringen, wo sie es in einem 3km Radius erreichen können“ klappt und werde mich ansonsten selber auf den Weg machen und dem „Serviceleister“ eine Rechnung meiner Fahrtkosten übergeben.

Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass ich weiß, dass es ein harter Job ist. Ich weiß auch, dass die Arbeitsbedingungen nicht mehr optimal sind. Ich weiß auch, dass es, wie in jeder Branche, an Mitarbeiter fehlt (was vermutlich an den bereits erwähnten Bedingungen liegen könnte).
Ich erwarte dennoch, dass wenn man einen Job wie diesen annimmt, dass man ihn dann verdammt nochmal auch erfüllt, ganz gleich, ob man Zeitdruck, zu wenig Geld und zu viel Arbeit hat! 

Die Theorie ist da, der Schweinehund auch

„Abnehmen blabla… Sie sind einfach zu dick blabla… Das bedingt das Krankheitsbild noch blabla… Wir müssen das gut im Auge behalten, nicht das blabla… „

In den letzten Wochen war ich so oft beim Arzt, ich hatte irgendwann schon das Gefühl, die Praxis würde mir beim nächsten Termin den roten Teppich ausrollen und mir voller Stolz die neuerworbenen medizinischen Geräte vorführen, an denen eine Messingplakette mit meinem Namen dran befestigt ist. Ist natürlich nicht passiert, aber was nicht ist, kann ja noch kommen 😉

Ich kenne den Arzt nun schon seit meiner Jugend und schätze seine offene Art, wie er die Dinge ohne viel Palaver auf den Punkt bringt und seine Fachlichkeit sehr. natürlich, ich könnte empört sein und so tun, als hätte ich es noch nicht selber gemerkt, dass ich immer dicker geworden bin. Aber wieso sollte ich? Ich behaupte nicht, dass es mir gut geht. Denn abgesehen von dieser wirklich nervigen Sache mit dem Magen (Chronische Gastritis) und dem Reflux (Primäre Refluxkrankheit), bekomme ich regelmäßig einen 20171011_173325.jpgHeulkrampf, wenn ich mir mal wieder Klamotten kaufen muss (die Auswahl an altersgerechter Klamotten in Größe Elefant ist doch recht beschränkt, wenn man nicht gerade vor hat sein Monatsgehalt in ein Zirkuszelt zu stecken) und die dicke Sumpfkuh mit all ihrem Schwabbel und den nicht sitzenden Kleidungsstücken im Garderobenspiegel sehe.

Am schlimmsten sind aber die anderen Menschen. „Also du musst doch nur… Wenn du dies und das… Ich habe das so und so gemacht… Ich verstehe gar nicht…“ ich möchte niemandem unterstellen, dass er mir böses will (zumindest nicht die Menschen in meinem näheren Umfeld) und dennoch möchte man einfach nur ganz offensichtlich die Augen rollen und ganz beherzt und laut stöhnen. Mache ich nicht, bringt ja doch nichts und die Leute fühlen sich auch noch vor den Kopf gestossen, denn sie wollten ja nur helfen. Manchmal frage ich dann aber zumindest, was sie denken, wieso ich es nicht schaffe und das, obwohl die Theorie vorhanden ist. Ich kenne die Do und Dont’s im Ernährungswirrwarr und schaffe sie auch alle eine Zeit lang in meinem Alltag zu integrieren. Doch spätestens, wenn das Gewicht stagniert und das, obwohl ich wirklich ALLES gebe, mich noch einmal für einige Zeit doppelt ins Zeug lege und dennoch nichts purzelt, dann falle ich zurück. Ich nasche wieder die ein oder andere Pizza am Abend; fahre das Maximum an Bewegung so weit hinunter, wie es als Erzieher und Mutter von zwei jüngeren Kindern inklusive Hund eben geht und ignoriere geflissentlich die  tägliche minimalen Flüssigkeitsaufnahme.

Doch ich möchte mich nicht beschweren. Ich komme in der Regel ganz gut klar und wenn man mal ehrlich ist, was für Freuden bleiben einem denn, wenn Alkohol und Nikotin wegfallen?
Entschädigt nicht so eine „kleine“ Packung Kinderriegel für die nicht gemachten Raucherpausen auf Arbeit?
Kann man nicht den Stress und den Ärger viel besser ertragen, wenn man sich mal eben schnell was zwischen die Kiemen wirft?
Und dann diese Langeweile, die jeden Rauchen zur Zigarette greifen lässt. Wie ferngesteuert werden die JellyBeans in den Mund geworfen ohne das man überhaupt mitbekommen hat, dass die Familienpackung binnen kürzester Zeit von einem allein gefressen wurde.
Und wenn das Essen so lecker war, darf ich dann etwa nicht essen, bis die Auflaufform leer ist, und sei es nur aus „lecker“ statt aus „Hunger“? Ich kann die Ziege aus Tischlei-deck-dich schon verstehen. Manchmal geht es mir im Restaurant auch blitzartig durch den Kopf „Wie soll ich davon denn satt werden?!“ und bestelle sicherheitshalber noch etwas als Vorspeise und einen Nachtisch.
Ja, ich kenne meine falsch an trainierten Muster. Ja, ich kann nicht gut über meinen Schweinehund herrschen. Ja, ja, ja…

Mir helfen aber keine kleinen Portionen mit Zwischenmahlzeiten (für die habe ich nämlich in der Regel keine Zeit!). Mir bringt kein Shitday etwas, wenn ich den Rest der Woche nur Hungermahlzeiten bekomme. Ich will, will, will keine Kalorien zählen (da muss man nämlich aufpassen, dass es einen nicht kaputt macht, sagte mir mal eine liebe Freundin). Diäten kannste eh alle vergessen, Ernährungsumstellung ist das Zauberwort. Lässt sich aber schlecht in meinem Leben, wie ich es führe, integrieren und soweit, dass ich es integrieren möchte und dafür mein Lebensstil umkrempel, bin ich eben doch noch nicht.

Sogar über eine OP habe ich zwischenzeitlich voller Verzweiflung nachgedacht. Nach einiger Zeit habe ich es dann aber doch verworfen (und das, obwohl ich laut Krankenkasse keine Probleme in Sachen Übernahme zu erwarten gehabt hätte). Zum einen birgt jede OP ein Risiko und zum anderen ist es doch überhaupt nicht sinnvoll, durch einen operativen Einsatz Gewicht zu verlieren, aber langfristig nichts am Lebensstil zu ändern, oder?!

Um zurück zum Anfang zu kommen:
Als der Arzt also bei unserem Auswertungsgespräch so dahin erzählte und eigentlich auch mit mir schimpfte, da er weiß, dass ich den richtigen Weg kenne, seufzte ich nur, gelobte Besserung und fiel dann aus allen Wolken, als er mir das böse Wort mit K um die Ohren schmiss. Als Auslöser wurde die Gastritis vorgeschoben, welche wiederum mit dem Reflux zu tun hat, welcher wiederum aus dem Übergewicht resultieren KÖNNTE.  Bei der Spiegelung des Magens hatte man etwas entdeckt, konnte aber alles dank einer Gewebeprobe relativieren. Der Schreck saß natürlich trotzdem.

Dafür hat er mir dann die intestinale Fructoseintoleranz mit auf den Weg gegeben, welche es nun erst einmal zu erkunden und auszutesten gilt. Wenn ich es negativ sehen möchte, heißt das für mich die nächsten Wochen verhungern (in Phase eins wird versucht gänzlich auf Fructose zu verzichten) und meine Laune möchte ich ja auch nicht ertragen müssen. Wenn ich es positiv bezeichnen mag, könnte ich versuchen den kalten Entzug zu nutzen und somit zumindest einen Anfang zu schaffen. Außerdem werden ein paar Pfündchen dabei schon verschwinden.
So oder so: ich vermisse das Zeug jetzt schon! Sterben werde ich an dem Umstand mit Sicherheit nicht, für andere kann ich jedoch keine Garantien ausschreiben schwierig wird es aber allemal.

Wünscht mir Glück und gebt mir keine Ratschläge 😉

 

Chaos!!!

Ich gebe es zu, ich war noch die Ordentlichste. Schon als Kind war ich Ordnungsresistend und jegliche Drohungen und Bestechungen seitens meiner Mutter waren vergebens. War es nicht MEIN Zimmer? Sollte nicht ICH mich darin aufhalten? Was interessierte es mich, wie es andere fanden?!

Wenn ich nur lange genug durch hielt und mich so gar nicht muckte, kam ich irgendwann nach der Schule oder dem Spielplatz nach Hause und das Zimmer war komplett aufgeräumt. Sie hatte es in einem (wie ich annehme) Putzanfall, vermutlich gepaart mit Wut, aufgeräumt. Anfängliche Freude und Euphorie meiner Seits schlug schnell in Frust um, wenn ich dann etwas suchte und immer fragen musste „Mama, wo liegt denn dies und das?!“ und immer, wirklich immer ein „Wo es hingehört…“ als Einleitung mit entsprechender Zielbeschreibung kam. Nicht nur, dass manche Ablageorte mir vollkommen unlogisch und nicht durchdacht vorkamen, schon nach kurzer Zeit sah das Zimmer aus, als wäre dort nie etwas passiert. Wahrscheinlich Stundenlange Arbeit meiner Mutter konnte ich binnen kürzester Zeit vernichten.

Ziemlich früh wohnte ich dann mit meiner Jugendliebe (oh man… was mich da wohl geritten hat) zusammen und naja… Sagen wir mal so: wir haben uns beide nicht mit Ruhm bekleckert. Wobei man dazu sagen muss, dass ich damals viel arbeiten war (zuerst Arbeit mit teilweise 12 Stundenschichten und später neben der Ausbildung noch einen Nebenjob), im Gegensatz zu ihm, der nämlich gar keinem Job nachging, sondern Abends von der Couch aus noch fragte, was ich denn zu Essen machen würde (Man, man, man… Wie dämlich ich in jungen Jahren doch war.). Meine Einsicht neben Jobs und Einkauf und Nahrungsherstellung nun auch noch sauber zu machen, während gnädig Herr den ganzen Tag zu Hause vor seiner Wasserpfeife *räusper* war spärlich bis gar nicht vorhanden.

Dann kam die Zeit, in der mir das Schicksal den Ball zu warf. Ich musste mein Leben sofort und ganz flott komplett allein (Halleluja!) bewältigen. Ich versuchte durchzuhalten, nicht an mir selbst und den gerade auf mich einprasselnden Aufgaben zu scheitern. Damals lebte ich in einer Kapsel voller Pech und sowohl ich, als auch alle um mich herum, hatten das Gefühl, dass täglich etwas Neues kam. Ich fühlte mich allein trotz meiner toller Freunde, denn ich konnte nicht nach Hilfe fragen. Nicht weil ich keine zu erwarten hatte, sondern weil ich einfach nicht die Worte über die Lippen brachte. Und so versanken nicht nur meine 20er, sondern auch meine, eigentlich schnuckelige,  40m² – Wohnung im absoluten Chaos.

Irgendwie geht es aber doch immer weiter, nicht wahr?! Wenn sich Besuch ankündigte verschwand, je nach Besucher, das Schlimmste hinter einem Vorhang und Partnerschaftlich wurde es nie so eng, als das ich hätte auffliegen können. Naja, bis auf die ca. 300 losen (aber immerhin sauberen) Socken hinter der Couch, die allerdings eher zu vielen Lachern führten. Denn statt zu sortieren, kaufte ich einfach regelmäßig ein neues 10er-Pack für 5€, war ja auch viel bequemer, als sich die Zeit mit sortieren zu vertreiben.
Dann trat der Schatz in mein Leben.

Seit nun knappen 8 Jahren versuchen wir gemeinsam das zu erreichen, was andere haben: eine ordentliche Bude. Nun sind wir hier 4 Menschen in dieser Wohnung, die allesamt nicht unbedingt die Ordnungsvernatiger sind und mindestens 8-9 Stunden unter der Woche außer Haus sind. Gemeinsam sitzen wir viel lieber vor dem TV, spielen etwas oder sind draußen unterwegs. So bleibt natürlich eine Menge liegen (vor allem Wäsche *seufz*) beziehungsweise stehen und natürlich sind wir nicht sonderlich glücklich darüber. Nur schon alleine dieser Stress, wenn man verreist oder ein Wochenendtrip ansteht und man 3 Tage vorher täglich um die 4 Maschinen Wäsche wäscht (ein Lob auch auf unseren Trockner!), um für die Koffer dann auch wirklich alles zu haben. Schrecklich…

Wir geben uns wirklich Mühe und ja, unser Haushalt trifft nicht bei allen Menschen aus unserem Familien-/Bekanntenkreis auf Akzeptanz. Wir sind selbst20171104_215347.jpg auch nicht immer glücklich mit dem, was uns morgens erwartet, wenn wir über Schmutzwäsche im Flur steigen, die Schlüssel 10 Minuten auf dem zugerödelten Tisch suchen, keinen Platz finden um den Einkauf abzustellen oder es plötzlich an der Tür klingelt, weil jemand spontan die Idee hatte uns zu besuchen. Gestern haben wir uns Inspiration aus dem Internet für einen „Putzplan“ geholt und werden ihn ab Montag mal testen. Nicht, weil wir nicht wissen, was alles getan werden muss in einem Haushalt, sondern damit man es täglich vor Augen hat und dadurch so ein ganz klitzekleines Bisschen ordentlicher wird.

Auch die Kinder haben einen solchen Plan bekommen. Ich denke noch immer, dass in einem Kinderzimmer das Kind lebt und sich mit der Ordnung/Unordnung darin arrangieren muss. Ich muss da nicht rein, zumindest fällt mir kein plausibler Grund (bis auf Krankheit oder Unfall des Kindes) ein. Noch nicht einmal zum Wäscheschrank, denn den müssen die Kids seit ca. einem halben Jahr selber managen (Klamotten einsortieren und zu klein gewordene aussortieren), gelesen wird immer zusammen in unserem großen Bett… Ab und zu bestehe ich dann aber doch auf Laufschneisen und das auch nur, weil ich denke, dass sie sonst später genau so chaotisch werden wie ich, wenn sie gar nichts machen brauchen. Dann helfe ich auch, aber eher in der Form, dass ich ihnen sage, welcher Schritt als nächstes kommt.

Was ich noch nie gemacht habe und auch hoffentlich nie tun werde, ist dieses panische Tiptop-vom-Boden-essen-aufräumen. Das hat meine Mutter damals immer betrieben, wenn ihre Mutter uns mal besuchen kam. Klar, als Mutter von 5 Kindern wollte sie wahrscheinlich nicht so dastehen, als wäre sie mit der Situation überfordert. Schon gar nicht vor der eigenen Mutter, die immer ein tippitoppe Haus hatte und ihre Kinder Sonntags noch mit weißen Kleidchen geschmückt hat.
Hier bei uns liegen die Prioritäten eben auf unser Leben als Familie und wem  es zu unordentlich ist, der möge doch einfach nicht kommen, oder sich das Putzzeug in der Küche zusammen suchen und selber Hand anlegen.

Wie ich gerade jetzt auf diesen Beitrag komme? Morgen früh kommt eine Freundin mit ihren zwei Kindern zum Frühstück. Und obwohl ich eigentlich noch ein paar Klamotten weglegen müsste, den Wohnzimmerschrank mal wieder entstauben könnte, der kleine Tisch noch voller Chaos ist und die Schmutzwäsche im Flur bestimmt nicht vor hat alleine in den Keller zu laufen, poste ich hier. Die Küche ist sauber und das Badezimmer, zumindest das eine, ist geeignet um Gäste rein zu lassen. Und der Rest bleibt eben so. Es stört uns ja nicht beim frühstücken 😉

Halloween 2017

Bis jetzt habe ich es fast jedes Jahr wirklich gut geschafft, mich und meine Kinder von diesem „Feiertag“ fern zu halten. Positiv unterstützend war bisher immer die Tatsache, dass  Halloween an einem ganz normalen Wochentag statt fand und wir somit alle bis mindestens 16:30 Uhr in den Einrichtungen waren um dann platt nach Hause zu kommen.

Dieses Jahr (ihr wisst schon, 500. Reformationstag, sogar Berlin nahm dies als Feiertag wahr) war es ein wenig schwieriger und wir waren zur Halloweenparty bei einer lieben Freundschaft eingeladen. Meine Kinder natürlich vollkommen aus dem Häuschen, die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren (heißt sie liefen seit 10 Uhr morgens im Kostüm durch die Wohnung) und ich freute mich einfach auf ein nettes Beisammensein.

Mal ganz unter uns: ich persönlich bin ja so gar nicht der Partymensch, Mottoparty sowieso nicht und den ganzen Kladeradatsch zu organisieren/vorzubereiten liegt nicht in meinem genetischen Material (genauso wenig wie dieses dekorieren zu Jahreszeiten/ Anlässen). Umso mehr Respekt habe ich vor Leuten, die das gerne machen. Ein bisschen kommt dann immer das schlechte Gewissen, denn auf Arbeit mache ich sowas ja durchaus wenn auch mehr gezwungen als voller Freude…

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Quelle: Gastgeberin

Als ich mit meinem kleinen „Sith Lord“ und meiner Hexe klingelte, betraten wir den Vorhof von Halloweentown und verließen ihn quasi rollend erst 6 Stunden später wieder. Während die anderen Kinder sich in ihrer direkten Nachbarschaft die Beutel füllen ließen, mussten meine Kinder allerdings drin bleiben.

Und spätestens da war mir mal wieder klar, was für tolle Kinder ich habe, denn auch wenn sie gerne mitgegangen wären, verständlicher Weise, haben sie dennoch genau gewusst, wieso sie nicht dürfen. Nach weniger als 15 Minuten waren die restlichen Kinder auch alle wieder da und alles war gut.

Wieso meine Kinder nicht mit durften? Wir bringen unseren Kindern bei, dass sie nicht mit fremden Leuten sprechen sollen und schon gar nichts ANNEHMEN sollen, bitte auch nicht in meiner Gegenwart. Und davon bin ich überzeugt, auch an Halloween (was im übrigen ganz stark damit zu tun haben wird, dass dieses „Fest“ nicht mit mir verbunden ist, weder kulturell, noch religiös oder sonst irgendwie). Es ist so ein bisschen, wie mit diesen Mottopartys: es ist okay, wenn andere das mögen, ich kann da aber nicht über meinen Schatten springen.
Nun kann ich davon ja halten was ich mag, meine Kinder wachsen trotzdem in einer Zeit auf, in der sich Halloween in Deutschland schon sehr etabliert hat und man eigentlich gar nicht mehr drum herum kommt. Mein Kompromiss den Kindern gegenüber ist, dass sie an Partys teilnehmen dürfen, sich (natürlich) verkleiden dürfen und dann bei den Lieblingsnachbarn und manchmal auch bei Familie und Freunden, klingeln können um ihren, ohnehin unendlichen, Vorrat an Zuckerzeug aufzufüllen.

So lief das dann auch dieses Jahr. Die Freundin versorgte die „armen“ Kinder ganz mitleidig mit gefühlten 50 kg Süßkram zusätzlich (neben den vielen Rotz- und Blutmuffins, den Mumienwürsten, Buhnananen…) zum mitnehmen, die Lieblingsvera verteilte auch nochmal 30kg und die Lieblingsnachbarn trugen, nach einem Bilderbuchschreck auch nochmal ihren Teil für die nächste Zahnbehandlung bei.

Vielleicht bin ich da ein bisschen sehr übervorsichtig, meinetwegen auch engstirnig oder komisch. Aber ich kann nun mal nicht aus meiner Haut raus und ich bin mehr als Dankbar dafür, dass ich so grandiose Kinder habe, die so viel schon verstehen und die Macken ihrer Mutter einfach (noch?!) hinnehmen.

Was ist für dich Urlaub?!

Gestern waren wir bei den Schwiegereltern und ich versuchte meinem Schwiegervater zu erklären, was für mich Urlaub überhaupt bedeutet, was sich ein wenig schwierig gestaltete, da ich (was ich aber schon öfter feststellte) eine komplett andere Auffassung von dem Wort „Urlaub“ habe, als andere Menschen. Was natürlich einiges in der Kommunikation erschwert, wenn man davon ausgeht (was der Mensch gewohnheitsgemäß tut), dass alle am Tisch dieselbe Definition von einem Begriff haben.

Urlaub bei meinem Mann und auch meinem Schwiegervater:
Mit dem Auto 100 Stunden irgendwohin tingeln und: 2 Wochen Urlaub auf einem Campingplatz in einem Zelt/ Wohnwagen irgendwo in der schönen Natur; 2 Wochen auf einem Bauernhof; 2 Wochen in einer Ferienwohnung irgendwo auf der Welt; Kinder verschicken und alleine mit dem Partner eine schöne Reise nach sonst wo.
Urlaub für mich:
Schön mit meinem Mann und den Kindern irgendwo hinfliegen (und zwar vom Heimatflughafen aus): in ein wunderbares Hotel für 10- 14 Tage mit Pool, direkte Strandlage, Kinderanimation, All-Inclusive, zwei bis vier angeleitete Ausflüge, ein bisschen auf eigener Faust unterwegs sein… Der Ort ist bedingt wichtig. Zum einen möchte ich eine „Schönwettergarantie“, denn schlechtes bzw. unpassendes Wetter habe ich in den heimatlichen Gefilden oft genug. Zum anderen möchte ich nicht zweimal ins gleiche Land, Kurzurlaube ausgenommen.

Und *zack* kann man auf die entstehende Diskussion warten. Der Schwiegervater versucht einem die Vorteile und die Schönheit der italienischen Campingplätze zu erklären, die es ja auch inzwischen mit Spaßbadanschluß und Kinderclub gibt, während der Mann nicht müde wird zu sagen, dass er den Versuch schon 100 Mal gewagt hat und ich mich ja aber immer wehre, wo ich ja noch nie campen war *hust*. Also greift Schwiegervatern ganz tief in seine Erfahrungskiste und erzählte von vergangenen Urlauben mit den drei Kindern, die man 3 Wochen lang auf dem Bauernhof nur zum Essen zu Gesicht bekam (inzwischen gibt es ja auch schon Bauernhofurlaub mit All-Inclusive); wie man vom Campingplatz aus stundenlange Wanderungen durchs Gebirge gemacht hat und sich dann Abends am Campingkocher setzte während die Kinder ganz unbeschwert den ganzen Platz bespielten (hatte man schon die Luxuscampingplätze erwähnt?!); oder wie man die Zeit in dieser schönen Ferienwohnung verbrachte mit Gesellschaftsspielen, gemeinsam kochen; natürlich kann man auch ganz günstig nur das Frühstück in einem Hotel buchen und dann Abends irgendwo ins Restaurant…

Und während der Schwiegervater so in Erinnerungen schwelgt, wie schön doch damals die Urlaube waren wird der Ehemann nicht müde zu betonen, wie schön er das auch fand und dies gerne mit den eigenen Kindern machen wollen würde, aber ja nicht kann, weil seine Frau da nicht mitspielt. Dabei rümpft er die Nase und äfft mich (sehr ungekonnt, wie ich betonen möchte) nach „Das ist ja kein Urlaub!“. Und ja, ich stehe dazu. Die Geschichten sind nett anzuhören, kommen dem, was ich Urlaub nenne aber nicht im Geringsten nahe. Vorstellbar als Kurzurlaub übers verlängerte Wochenende zum Beispiel, sogar sehr gerne, aber sonst?! Nein.

Weder Schwiegervater, noch Ehemann verstehen, dass ich meinen Urlaub nicht ausschließlich „Kindorientiert“ zu verbringen gedenke, dennoch aber hohen Wert darauf lege, dass auch die Kids eine schöne Zeit haben. Das ich 40 Stunden die Woche arbeite, und das ungünstiger Weise auch noch in der Institution, die meine Kinder besuchen, dummerweise zu den selben Zeit wie sie dort sind und, quasi als I-Tüpfelchen mit noch weiteren 320 Kindern, die ich von 7:45 Uhr bis 16:15 Uhr „meine“ nennen darf. Das ich quasi von 6:20 Uhr bis 19:00 Uhr, am Wochenende und in den Ferien sogar noch länger, ständig entweder „Mama“ oder „Frau Schaf“ höre ist nicht erwähnenswert. Was ich ja ein Stück weit verstehe, immerhin ist es ja selbst gewähltes Leid.

Und ja, ich fühle mich schlecht, wenn ich sage, dass Urlaub für mich ist, wenn ich nichts machen muss, denn als Mutter habe ich den Gedanken, dass ich die Kinder bespaßen muss immer im Kopf. Als normaler Mensch weiß ich aber: Nö, muss ich nicht! Die Kids fahren (mindestens zwei Mal im Jahr) auf Ferienfahrten, die ausschließlich auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten sind. Wir machen mindestens (!) zweimal im Jahr ein langes Wochenende in einem Spaßbad oder Freizeitpark, unsere Wochenenden sind zu 89% Kindorientiert.

Und da muss ich mich rechtfertigen, wieso ich mir das Recht herausnehmen mag, zwei mickrige Wochen im Jahr einen Urlaub nach meinen Bedürfnissen zu verbringen?! Naja, der Schwiegervater, der damals viel arbeiten war und seine Kinder meist nur an den freien Tagen zu Gesicht bekam, versteht das natürlich nicht, obwohl er sic h Mühe gibt. Aber ihm fehlt eben die Erfahrung. Der Ehemann versteht mich, oder tut zumindest (sehr überzeugend) so. Natürlich versucht er es immer wieder mich doch zu einem Urlaub nach seinen Erinnerungen zu überreden, doch über kurz oder lang bucht er dann doch genau das was ich mir wünsche. Insgeheim vermute ich nämlich, dass es ihm genau so geht, wenn ich herummurkel, dass ich keine Lust auf selber kochen und putzen habe, meine wertvolle Urlaubszeit nicht mit der Suche nach günstigen Lokalen oder Lebensmittelmärkten in völliger Fremde verbringen möchte, ich keine Zeit habe im Vorfeld 100 Stunden Google zu studieren wo und was man eventuell wo erledigen und erleben kann.

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Bisher hatten wir sehr schöne Familienurlaube, in dem die Bedürfnisse und

Wünsche eines jeden Familienmitgliedes befriedigt worden sind. Nicht zuletzt, weil mein Mann das Richtige gefunden und gebucht hat.