Hundekind

„Ich habe doch gar keine Ahnung, auf was ich alles achten muss!“ bettelte sie damals am Telefon und überzeugte mich damit, mir mit ihr zusammen einen Welpen anzusehen. „Ich geh nur gucken, ich nehme keinen mit!“ sagte ich zu meinem damaligen Freund und war mir meiner Sache ganz sicher. Merkwürdig kam mir die Ansprache und die versuchten Überredungskünste des Kerls hingegen vor, der wirklich jegliches Argument FÜR einen Hund ausgrub, dass es nur geben könnte. Doch ich wollte nicht…

Tja und dann saßen wir da, in dieser komisch riechenden Wohnung auf dem Boden und auf dem Schoß hatte ich eine kleine, quirlige, schwarze Fellkugel. Den sollte sie nehmen, ganz unbedingt! Der kleine Kerl machte einen super Eindruck, und sah mit seinen riesigen Augen einfach nur zum klauen aus.

Doch sie entschied sich für das Weibchen und obwohl ich dagegen war, ließ sie sich nicht davon abbringen und so waren wir schon fast am gehen, als mich dieser Mikrowelpe anschaute und es mir schier das Herz zerreißen wollte, ihn dort zu lassen. Der Mann der Freundin, der nur als Fahrer dienen sollte, fungierte letztlich als meine private Bank und so saß ich dann im Auto, in der Winterjacke einen kleinen Hund, der nicht aufhören wollte mich zu ab zu schlabbern und fragte mich, wie ich das nun bewerkstelligen sollte, während ich ihm in Gedanken schon den Namen „Balou“ gab.

Er sollte nicht mit ins Bett, das wollte ich nicht. Doch schon in der ersten Nacht lag er vor der Schlafzimmertür und verstand überhaupt nicht, wieso die Menschen, die gerade noch so überschwänglich waren und nicht genug bekommen konnten von seinen Schleckereien ihn nun ganz alleine vor der Tür ließen. Also wimmerte und jaulte er und so ließ ich ihn doch ins Schlafzimmer. Und nach noch nicht einmal 10 Minuten hatte ich ihn in das Futonbett gehoben und er rollte sich seelig am Fußende zusammen und schlief ein.

Am nächsten Tag musste dann erst einmal ein Großeinkauf für den welpen gemacht werden, denn ich hatte ja weder Leine noch Nahrung daheim. Alle waren gerade zu verzückt von dem kleinen Fellknäuel und so wurde er schnell im Familien- und Freundeskreis akzeptiert. Nach nur wenigen Tagen war er stubenrein und bereitete mir zumindest diesbezüglich keinen Ärger.

Dafür dann in anderen Dingen. Er war noch nicht einmal 1 Jahr alt, da hatte er schon seinen ersten Unfall mit einem Auto. Unverschuldet, wie ich an dieser Stelle anmerken möchte. Klein Babyhund an der Lin, Frauchen voll beladen und plötzlich stürmen zwei Dobermänner über die Straße, Baby erschrickt, springt nach hinten, Halsband über den Kopf und *peng* Stoßstange trifft auf Hundekind. Bis auf einen Kratzer blieb nur der Schreck und die Erkenntnis, dass Halsbänder kacke sind.  Ein anderes Mal, schon wesentlich später, buddelte er im Schnee und hinterließ blutige Abdrücke darin. Erst nach Stunden fanden wir mit Hilfe der Tierärztin heraus, dass er sich eine Kralle gebrochen hatte, welche gezogen werden musste.
Noch viel später hatte er dann seine große OP wegen seines Darmproblems und nur zwei Jahre später wurden im 14 Zähne gezogen, weil er fast verhungert wäre… Was dieses Tier schon beim Tierarzt war…

Auch alleine sein mochte der kleine Kerl noch nie. Mal buddelte er mir die Topfpflanzen komplett aus, ein anderes Mal fraß er ein Lan-Kabel (die Dinger, die man früher brauchte, als W-Lan noch nicht so populär war) oder auch Bücher waren sehr beliebt. Dabei aber natürlich nur Frauchens Lieblingsschmöcker, Hund weiß ja, was gut ist 😉 Ein anderes Mal kam ich nach Hause und bekam von der Nachbarin die Info, dass die Polizei bei mir gewesen war, weil ich die Balkontür vergessen hatte zu schließen und der Hund auf dem Balkontisch ein Jaulkonzert für die gesamte Nachbarschaft geliefert hatte und man Angst gehabt hatte, er würde sich in den Tod stürzen. Konzerte geben (und Mülleimer ausräumen) waren schon immer seine Spezialitäten.

Bevor ich die Kinder hatte, war der kleine Kerl eigentlich immer und überall dabei. In der Gaststätte hatte er  seinen eigenen Stammplatz, beim Airbrushen seine persönliche Kraulerin. In der Jugendarbeit waren immer alle Kids scharf darauf, wann Balou mal wieder mitkäme, bei Singstar-Abenden wunderte man sich, dass er nicht in das Gejaule der „Sänger“ einstieg und auf Partys jeglicher Art war er ein gern gesehener Gast.

Dann kam das erste Kind und der kleine Hund mit der riesen Klappe beschützte den Kinderwagen vor jeglichen besoffenen oder auffälligen Leuten genauso, wie schon zuvor sein Frauchen: mit vollem Einsatz von Kläff- und Schnapppower. Nicht umsonst nannte ich ihn Balou, großer Hund in kleinem Körper. Mein Beschützer. Nie hat er eines der Kinder gezwickt oder ihnen das Spielzeug weggenommen.

Inzwischen ist mein Baby alt geworden. Dieses Jahr ist es mir immer mehr aufgefallen, dass er alt geworden ist. Fahrrad fahren ist nicht mehr wirklich das, was er gerne macht, denn er hat an Kondition und Schnelligkeit arg eingebüßt. Das Fell wird grauer und die Augen trüben sich langsam aber sicher immer mehr ein (das hat auch die Tierärztin festgestellt). Nicht nur, dass er durch die OP dieses Jahr Zähne lassen musste, nein, er verliert auch so ab und an mal einen. Wo er vor Jahren noch aus dem Stand auf einen Barhocker (ungelogen, dafür gibt es Zeugen) gesprungen ist, hat er heute teilweise Schwierigkeiten ohne größeres Tamtam auf die Couch zu kommen. Ach sein ‚im-Handstand-Pipi-machen‘ ist nicht mehr so stark ausgeprägt wie damals. Betrug die Handstandrate im letzten Jahr noch 95%, so sind es in diesem Jahr gerade noch 60% bei denen er nicht nur das eine Hinterbein, sondern beide Beine hebt um dann Kopfüber seine Markierung zu setzten.

Er kommt nicht mehr überall mit hin, schon alleine, weil es unfair wäre, ihn am Spielplatz draußen anzubinden. Doch er möchte das glaube ich auch gar nicht mehr. Er scheint zufrieden zu sein, wenn er sein Gassi erledigt hat und sich dann auf irgendeiner Kinderjacke/ Hose/ Decke zusammenrollen kann. Manchmal animiert er die Kinder noch zum Spielen, doch es wird weniger. Damals nannte man ihn „ADHS-Hund“, von dieser Quirligkeit ist heute kaum mehr etwas übrig und man möchte meinen, er sei schon immer ein ruhiges und ausgeglichenes Tier gewesen.

Gestern sagte der Schatz noch zu mir „Wenn es mit dem zu Ende geht, dann können wir uns auf was gefasst machen!“ und meinte das auf die Trauer der Kinder bezogen. Doch ich möchte mich mit solchen Themen noch nicht befassen, denn obwohl er nun Alterserscheinungen hat, bestehe ich auf die 15-Jahre-Marke, die man einem Mischling seiner Größer (Minimum!!!) nachsagt!
Und überhaupt, wie soll denn das gehen, dass mein Weggefährte, der so viel von meinem Erlebten erträglicher gemacht hat (weil ich in sein Struppelfell heulen durfte, während er mir die Hand abgeleckt hat, wie um mich zu trösten) plötzlich geht? Jetzt, wo das Schlimmste überstanden scheint?!

Und so möchte ich meinem Hundekind hier und jetzt zu seinem 10 Geburtstag gratulieren!
♥ Happy Birthday, Buschibie! ♥Wir lieben dich und sind froh, dass du zu uns gehörst, wenn auch es nicht immer einfach ist!

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Geschafft?!?

„Kannst du am Dienstag die Kinder von der Kita abholen und sie betreuen bis ca 19h?“ fragte ich meine Freundin, welche auch direkt zusagte. Wunderbar! Dann stand der Überlandfahrt ja gar nichts im Wege. Bis auf das Wetter, aber damit hatte ich mich ja inzwischen sowieso arrangiert. Zwangsläufig.

Ich quälte mich also bei Einbruch der Dunkelheit durch den Berliner Norden um dann im Umland durch Ortschaften und Städtchen zu fahren. Mit der Kälte hatte ich gerechnet und war, so denn das denn möglich war, darauf vorbereitet. Nicht zuletzt durch den Einkauf der Thermosocken am letzten Dienstag  und dem lieben Nachbarn, der mir seine hochwertigen Motorradstiefel lieh. Doch wirklich tödlich und dem Fahrspaß nicht gerade zuträglich, war der Dauersprühreden, der mich die gesamte Zeit über begleitete.

Doch am Ende war es überstanden und ich kam, diesmal nur halb erfroren, bei meinen Kindern an. Und es ging mir schlecht. Nicht körperlich… Wobei… Doch… Aber nicht der Kälte wegen… Wobei… Doch, auch… Naja, mir ging es vom Kopf her nicht so gut. Denn die Überlandfahrt bedeutete für mich das Ende der Fahrstunden. Ausheulen bei jemandem war nicht, denn es sollte ja niemand wissen, wann ich die Prüfung hatte. So gab es keine Ratschläge, die man nicht hören wollte und ich setzte mich nicht selber so unter Druck, denn niemand würde etwas wissen.

Am Mittwoch fuhr ich ganz normal zur Arbeit, bleib dort die ersten drei Schulstunden und fuhr dann los in die Fahrschule. Da fing es dann an, dieses Gefühl, was man (also ich zumindest) so genau kennt: wenn man vor einer Prüfung steht und genau weiß ‚das geht jetzt voll in die Hose‘. Oder kurz vor einem Tattoo, wo man genau weiß ‚ohoh, jetzt tuts gleich scheiße weh‘. Man weiß einfach, dass etwas blödes passiert und muss trotzdem antreten. So ging es mir zumindest immer, egal ob Tattoo, mündliche oder schriftliche Prüfungen. Der Magen rebelliert, man hat das Gefühl man würde am ganzen Leibe zittern und eine unterschwellige Übelkeit kraucht aus Richtung Zehenspitzen hinauf in die letzte Haarspitze.

Es gibt insgesamt 9 Grundfahrübungen und genau zwei habe ich davon in all den Fahrstunden Fehlerfrei hinbekommen. Alle anderen regelmäßig verhauen und mich noch während der Übungen tierisch und laut fluchend (zum Spaß des Fahrlehrers) über mich selber geärgert. Der Prüfer will 7 dieser Grundfahrübungen definitiv sehen. Fehlerfrei. 

Da saß ich armer Tropf nun 80 Minuten vor der Prüfung auf dem gelben Motorrad und verfiel in Panik. Aber nur eine ganz kleine, ohne weinen. Ich konnte ja alles, bis auf diese blöden Grundfahrübungen. Im normalen Verkehr, auf Autobahn (selbst unter widrigen Umständen) und auch auf der Landstraße (unter noch widrigeren Umständen), war ich eine Topfahrerin – OTon des Fahrlehrers-.
Als dann mein Fahrlehrer mit den roten Hütchen, die ich inzwischen so sehr hasste, neben mir stand, straffte ich die Schultern, sperrte die Panik in den Hinterkopf und dachte einfach an meinen Zahnarzt. Warum Zahnarzt? Keine Ahnung, vielleicht, weil ich da auch immer Panik habe. Mit weinen.

Tja und dann absolvierte ich alle 9 Übungen Fehlerfrei. ‚Wehe wenn das gleich mit dem Prüfer nicht so funktioniert, dann kotze ich aber, dass ich es jetzt geschafft habe!‘ dachte ich bei mir und war schon auf dem Weg zum Treffpunkt. Vor Ort stellte sich mir dann eine ganz liebe und nette Prüferin vor, die ein paar Witzchen machte um die Anspannung zu nehmen, tätschelte mir die Schulter, wies mich darauf hin, dass ich vorsichtig sein solle und dann ging es los.

Anders als bei der Autoprüfung sitzt der/die Prüfer/in natürlich nicht direkt hinter einem und man hört auch nichts von ihm/ihr, denn alle Kommandos kommen wie gewohnt vom Fahrlehrer über Funk und so war es ganz einfach, die Situation in Gedanken zu einer normalen Übungsstunde zu modellieren.

Am Übungsplatz angekommen, kam sie zu mir, lobte mich für meine schöne Fahrt zum Platz und sagte, was sie sehen wollte. Dann ging es los und der Teil, vor dem ich am meisten Bammel hatte, nahm seinen Lauf. Einen sehr guten, wie ich fand. Und dann kam die letzte Übung, in der ich sonst nie Probleme hatte UND verkacke! Einatmen, ausatmen und noch einmal, geschafft! Wieder kam sie zu mir, zwinkerte mir zu und sagte, dass das schlimmste geschafft sei und ich mir keinen Kopf machen soll, den Patzer hatte ich ja behoben und jeder darf einen Fehler machen. Jetzt noch eine kleine Spazierfahrt und dann seien wir durch.

Die kleine Spazierfahrt führte mich an allen Lieblingsstellen von Prüfern entlang: Stop-Schilder noch und nöcher, Zebrastreifen, verengte Fahrbahnen, Stadtautobahn, rechts-vor- links ohne Ende, Busspuren, Einbahnstraßen, 30er-Zonen  und verkehrsberuhigter Bereich. Dann am eine blöde rechts-vor-links-Kreuzung und da dachte ich dann, es sei vorbei. Wir fuhren zum Startpunkt zurück, die eine Stunde war um.

‚Gratulation, das haben sie alles sehr schön gemacht!‘ sagte sie und ich fragte ganz ungläubig, ob ich bestanden hätte. Sollte man eigentlich nicht machen, doch als sie fragte, wieso ich zweifeln würde, sprach ich die Kreuzung an. Mein Fahrlehrer schaute mich an, als ob ich bekloppt wäre und sie lachte nur und erklärte mir, dass alles wie im Lehrbuch gelaufen wäre.

Ich bekam meinen vorläufigen, nur in Deutschland gültigen, Führerschein ausgehändigt und fuhr ohne Ansagen vom Fahrlehrer zurück in die Fahrschule. Dort gab es dann das, in dieser Fahrschule obligatorische, Siegerfoto mit Schüler und Lehrer und dann war ich quasi schon wieder auf der Arbeit.

Abends kuschelte ich mich dann direkt nach der Arbeit ins Bett und schlief dann 13,5 Stunden durch. So fühlt sich Erleichterung an 😀

Erst heute hab ich es dann so wirklich realisiert und konnte mich daran erfreuen. Ganz zum Leidwesen des Schatzes, der heute dutzende Male zu hören bekam, dass ich nun endlich alle verfügbaren Motorräder fahren darf. Nur nicht mehr dieses Jahr, denn es ist schweinekalt auf Deutschlands Straßen. Ich weiß das genau ^-^

Manchmal peinlich, trotzdem nützlich

„Jetzt wird es endgültig zu kalt dafür!“ sagte ich zu dem Schatz und zeigte auf die nicht vorhandenen Ärmel meiner Weste (deshalb heißen die Dinger ja auch Weste ^-^‘). Die Winterjacke aus den Jahren zuvor hatte eigentlich schon im letzten Winter das zeitliche gesegnet und hatte es nur dem „glücklichen“ Umstand, Faulheit genannt, zu verdanken, dass sie nicht schon viel eher in den Müll gewandert ist.  Wenn man bedenkt, dass die Jacke bereits ein Jahrzehnt, eine Stillphase und eine Schwangerschaft überstanden hat, kann man wohl von einem erfüllten Jackenleben sprechen.

Der Schatz nickte nicht zum ersten Mal zu diesem Thema und begleitete meinen Jackenkauf, wohl nicht aus Lust am Shoppen, sondern viel mehr um meiner Bitte nach zu kommen. Welche Mutter kennt es nicht: man möchte für sich etwas kaufen, findet nichts, weil alles Bäh oder zu teuer oder was auch immer und *schwupp* hat frau das ein oder andere Teil für die Kiddies im Wagen.
Nur mal so am Rande bemerkt: das machen wir Frauen nicht absichtlich, das liegt am Hirn, dass sich nach einem Erfolgserlebnis sehnt. Vor meinen Kindern waren es nämlich Schuhe oder Handtaschen, die mich nach Hause begleiteten 😉

Und auch diesmal wäre es fast so weit gekommen, dass ich in der Kinderabteilung gelandet wäre. Natürlich frei von jeglicher Schuld, denn eine WARME Winterjacke in Elefant ausfindig zu machen, gleicht der Suche nach dem heiligen Gral. Frau findet die ein oder andere Jacke, stellt dann aber entweder fest, dass diese sich gerade mal als Übergangsjacke bewerben dürfte, oder es sie ausschließlich in Größe Prinzessinhungerharke gäbe. Wohingegen die dunklen Omamustermuscheljacken schön dick sind, ins Größenprofil passen täten, aber einfach nur pottens hässlich daher kommen. Nein, nein! Ich sehe so oft auch mollige Frauen in hübschen Klamotten, wieso soll mir das nicht auch mal gelingen?!

Ich überzeugte den Schatz davon, mal in einem ganz anderem Teil der Stadt zu wildern und hatte auch direkt einen Laden im Hinterkopf. Der Schatz fackelte nicht lange, wir packten die Kinder in den Wagen und nach kurzer Zeit stand ich im Geschäft.
„Wie teuer kann hier schon eine Jacke sein, 200€ – 250€?! Manchmal muss man eben investieren!“ sagte der Mann, als er mich zwecks Parkplatzsuche schon einmal raus ließ.
Träumer , musste ich feststellen und kramte in meinem Gedächtnis danach, ob es hier schon immer so teuer gewesen war. Ergebnislos, bezüglich dieser Frage, durchstreifte ich den Laden und wartete auf den Schatz, der wenige Minuten später mit den Kindern nach kam. „Also unter 400€  gibts hier nichts, was man Winterjacke nennen würde.“ erklärte ich ihm und an seinem Blick sah ich, dass er auf mein Lachen wartete. Vergebens.
Nachdem er sich von meiner Aussage selber überzeugt hatte und vorsichtig fragte, was denn mein absolutes Maximum wäre, man müsse ja schließlich investieren, verließen wir ohne Beute nach 15 Minuten den riesigen Store.

Doch wir wollten uns dadurch nicht die Laune verderben lassen und so entschieden wir uns zu einem Schaufensterbummel, genossen einfach die ganz andere Gegend mit anderen Geschäften und einer ganz anderen Art von Menschen.  Dann liefen wir an einem  Sportgeschäft mit Wintermänteln in der Auslage vorbei. ‚Was habe ich schon zu verlieren?‘ dachte ich und ging hinein. Gleich der erste Mantel passte, war wunderbare Qualität und, oh Wunder, sollte unter 200€ kosten.

Wir sahen uns auf den 3 Etagen noch ein wenig um, oder besser gesagt, ich sah mich um und der Schatz googelte die Jacke. Das macht er ständig und auch wenn wir dadurch schon oft gespart haben, nervt es mich total. Immer. Dementsprechend zickte ich ihn auch an. Als Antwort hielt er mir nur sein Handy unter die Nase. Darauf war der Onlineshop des Geschäfts, in dem wir gerade waren und der Mantel mit 99€. Öhm… Also 80€ weniger sind schon ein ganz schöner Schuh, dachte ich mir, nahm das Handy und befragt, sehr höflich (!) einen hilfsbereiten Mitarbeiter (davon gab es da ganz viele… Schon fast ein bisschen gruselig). Dieser ging mit mir zum Abteilungschef, der verglich die Artikelnummern, änderte mit dem Kuli das Preisschild, rief an der Kasse im Erdgeschoss an und fragte mich, ob er sonst noch helfen könnte. WOW!
Nach weiteren 10 Minuten im Geschäft waren wir durch und wollten den Mantel bezahlen. „Ach, sie sind die mit dem Preisnachlass! Danke für ihren Hinweis! Das macht dann bitte 75,90€!“ Begrüßte mich die Dame an der Kasse freundlich . Öhm… ‚Haben dir mir gerade tatsächlich nochmal einen Kassenrabatt gewährt, weil ich die Klamotte im Onlineshop günstiger gefunden hatte?!‘ wunderte ich mich beim hinaus gehen und entdeckte dann die Rabatt-Aktionsschilder überall im Laden.^-^‘

So hatte sich der relativ weite Weg bis zur neuen Jacke dann sogar doppelt gelohnt. Und auch wenn ich es ungern zugebe, aber auch das Preisgegoogle des Schatzes, so peinlich mir das oftmals auch ist (bei dieser Aktion jedoch nicht), hat diesmal wieder bares Geld gespart welches ich dann an anderer Stelle verheißen kann *hihi*

Sommerloch closed

Der Sommer ist hiermit offiziell beendet. Zumindest für mich. Heiße Tage, Sommerferien und meinen Sommerurlaub habe ich hinter mich gebracht und endlich weicht auch die Schreibblockade, oder nennen wir es lieber fehlende Motivation.

Wir, also die Familie Schokoschaf, hatten wunderbare Tage. Viele haben es ja entweder miterlebt, oder doch zumindest auf Facebook gelesen, wie wir die Zeit genutzt haben. Weil es aber doch schon so war und ich noch an den Ferienportfolios der Kinder arbeite, erzähle ich euch hier einfach noch einmal, was so los war, damit ich später nicht gar die Hälfte vergesse 😉 :

Mehrere Male besuchten wir  den T.U.R.M. und genossen das wetterfreie Nass, einmal sogar in Begleitung lieber Menschen. Aufgrund der Ferien war es beim letzten Mal leider ein bisschen zu voll für meinen Geschmack, so dass wir einstimmig entschieden, demnächst nur wieder außerhalb, und am besten unter der Woche zu gehen.
Die Kinder hatten sich etwas mit Tieren gewünscht und da wir im Zoo schon so gut wie jeden Schleichweg kennen (hatten ja schließlich zwei Jahre hinter einander die Jahreskarte und haben die voll ausgenutzt), hatten wir uns dieses Mal für den Tierpark entschieden, wo wir noch NIE, weder zusammen, noch getrennt, waren. Herrlich!
Der Schatz hatte sich bereit erklärt mit den Kindern ins Kino zu gehen und den lang erwarteten Film „Drachen zähmen leicht gemacht 2“ anzusehen. Dabei kam ihm der Regen an diesem Tag gar nicht so ungelegen.
Eine Woche lang waren die Kinder (der Schatz und ich arbeitsbedingt im Wechsel) mit viel Freude und Aktionen auf einem Zeltplatz in der näheren Umgebung und erfreuten sich dort an Ritterspielen, Kanufahrten, Freundschaftsarmbändern, einer Nachtwanderung, dem Zelten an sich, Spielen mit Altersgenossen und natürlich ganz viel Natur.
Natur ist ein gutes Stichwort: einige Male hatten wir den Bienenopa in seinem Außendomizil besucht, waren auf längeren Spaziergängen unterwegs, erforschten einen Kletterwald  auf dem Zwergenparcours (sehr zu empfehlen!), und erkundetet die eine oder andere Ecke im Harz.
Eine Woche durften wir nämlich im Harz verbringen, wo wir netter Weise eine Wohnmöglichkeit „gesonsert“ bekommen hatten. Im Harz ging es dann weiter mit Natur, Natur und Natur. Natürlich nicht ausschließlich, wir schauten uns das nette Städtchen Wernigerode mal genauer an und  schnabulierten dort das ein oder andere Leckerchen. Wir  waren in Thale gewesen, wo wir mit der Kabinengondel zum Hexentanzplatz fuhren (mit Glasboden, huiuiuiuiui) und von dort dann zur Sommerrodelbahn spazierten. Natürlich fuhren wir auch mit dieser, ist ja wohl ganz klar, oder?! Auch ein sehr schönes Spaßbad haben wir im Harz finden können, wo mich der Schatz mit einer kleinen List dazu bewegte in die Sauna zu gehen (die machen einen Eiskaffeeaufguss und wenn du den durchgehalten hast, bekommst du danach auch einen) und ich die Freude am saunieren entdeckte.
Zu guter Letzt besuchten wir noch die Pyrotalia hier bei uns in der Gegend, weil die Kinder es im letzten Jahr schon geliebt haben und gestern dann mit lieben Menschen „Karls„.

Das war unser „Sommer“programm und ich muss sagen, ich war dann ehrlich froh, als die Ferien vorbei waren und ich dem Freizeit“stress“ den Rücken kehren konnte. Zu malen es ja nicht nur die ganzen Ausflüge waren, sondern auch Besuche von Freunden (z.B. zum racletieren) und Großeltern. Natürlich war es immer schön und toll, aber eben auch ein wenig „stressig“ (mal gespannt, wer sich darüber jetzt mockiert ^^).

Unser großer Kombi, der mich sicher und (fast) immer zuverlässig durch die Probezeit gebracht hatte, musste einem anderen, größerem, modernerem Wagen weichen. Ich mochte ihn am Ende nicht mehr so leiden, immerhin hat er mich einige Male sehr verärgert, dennoch war es ein komisches Gefühl, als der Käufer kam und ihn mitnahm.

Voller guten Dinge habe ich mir ein neues Rad gekauft, im vollen Wissen, dass es nun keine Ausrede für mangelnde Bewegung mehr gibt -.-‚ Ich habe mir fest vorgenommen (am Anfang) einmal die Woche mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Knappe 8 Kilometer sollten ja nun wirklich kein Ding sein. *hüstel*

Und noch eine letzte Info, bevor ich mich für heute verabschiede: Ich habe letzten Montag die theoretische Motorradfahrprüfung ohne Fehler bestanden, ab morgen geht es mit den praktischen Übungen los.

Erschlagen von all den Infos? Na dann mach ich mich mal weg für heute, ich bin vom ersten Arbeitstag nämlich auch platt 😉

SheepyWeekly [23/2014]

SheepyWeek: Ich hatte es ja bereits „angedeutet“: es war eine schreckliche Woche für mich. Ich sehnte den Freitag so stark herbei, dass es ewig dauerte,  bis es tatsächlich so weit war. Wie damals, wenn man als Kind auf Weihnachten gewartet hat. Am schlimmsten war dann der Freitag selbst, an dem sich die Stunden wie Kaugummi zogen, bis ich endlich Feierabend machen konnte. 
Die Begrüßung fiel dann sehr… na sagen wir mal „ernüchternd“. Während die Prinzessin durchaus Freude zeigte und auf uns zustürmte, beschwerte sie sich im nächste Augenblick, dass sie keinen Snack für die Teeparty im Rucksack hatte. Der Prinz hingegen war sogar ein wenig enttäuscht,  dass wir schon so früh in der Kita waren und er keine Zeit mehr zum spielen mit seinen Kumpels hatte. Im nächsten Moment sprang er dann aber doch auf uns zu.
Wir warfen die Taschen ins Auto und fuhren direkt weiter nach Polen an die Ostsee. Qualitätswochenende mit der Familie 💕 Herrlich!!! So kann ich glücklich in die nächste Woche starten, die trotz der Kürze anstrengend zu werden verspricht (Sportfest, Hitze… ).
SheepyTop: Das ist ja diese Woche ohne Fragen der Freitag gewesen, an dem ich meine schmutzigen und durchaus wohlbehaltenen Kinder zurück bekommen habe.
SheepyFlop: Umbaustress auf Arbeit und im Prinzenzimmer.
Mäh der Woche: „Ich navigiere uns schon…“ und dann fuhren wir 50km Landstraße in die falsche Richtung. 😉   
Wollmasse: Hmm… Ich habe mich schon länger nicht mehr gewogen, aber den Gürtel musste ich um ein Loch weiter nach hinten verstellen.

Bei uns piept’s…

Eigentlich bin ich nicht für Werbung, dochdie Prinzessin ist ein großer Fan… Und ich möchte mehr solcher Menschen… Und ist das nicht eigentlich auch Handmade?… Und überhaupt…

Ich kann euch gar nicht genau sagen, wie es eigentlich dazu kam, aber auf einmal war ich 2010 auf Facebook mit einer Person befreundet, die ich eigentlich gar nicht kannte. Sehr ungewöhnlich für mich. Noch ungewöhnlicher war eigentlich, dass diese Person im Grunde gar keine Person war, sondern eine Kinderbuchhauptfigur namens Piepvögelchen. Ein kleiner gezeichneter, blauer Vogel, runder Kopf, Kullerbauch, dreieckige Flügelchen und unglaublich niedliche Posts. Nun bin ich ja nicht ganz dumm und weiß durchaus, dass es sich nicht tatsächlich um einen Vogel handelt und doch… Man könnte es meinen, wenn man sich die Posts durchliest, so ist es immer aus der Sicht eines Berliner Stadtvögelchens geschrieben.
Ich mochte das und es brachte mich regelmäßig zum grinsen und so blieb dieser Kontakt in meiner Freundesliste, während viele andere, über die Zeit gesehen, von mir gelöscht wurden.
Immer mal wieder wollte ich für meine Kinder ein Buch dieses niedlichen Gesellen erstehen, musste es bei so einem sympathischen Facebookacc doch ein wunderbares Schriftstück sein.
Mitte letzten Jahres kaufte ich dann das erste Buch, ein wenig später noch eines und noch eines. Inzwischen haben wir hier zu Hause 4 Bücher, 3 Ansteckpins (einer davon war ein Gewinn für den Prinzen 2010) und eine Billion Sticker 😉
Die Prinzessin liebt den kleinen Vogel noch und nöcher. Die Mama auch.
Der kleine Vogel aus dem Park hat schon viel erlebt und lässt die Kinder eintauchen in seine zuckersüße Welt, in der er Schmeterlingsraupen bei der Verwandlung begleitet, von der klugen Eule wieder gesund gepflegt wird, sich autodidaktisch Ballett aneignet und einen Marienkäfer als Freund gewinnt. Die Bilder sind einfach nur niedlich, die Sprache so gewählt, dass Kleine sie gut verstehen und Leseanfänger nicht nur vorlesen, sondern auch inhaltlich aufnehmen (meine Schulkinder habens getestet 😉 )
Am letzten Dienstag kam wieder ein Bücherumschlag noch nciht einmal 2 Sekunden hat die Prinzessin gebraucht, um den Absender auszumachen und in Freudenjubel auszubrechen. Natürlich mussten wir das Buch direkt lesen. Die „hinterhältig“ zwischen den Seiten versteckten Aufkleber wurden natürlich direkt zur Wandverschönerung verwendet.
Jeden Abend muss es bei der Prinzessin der kleine blaue Vogel sein, jedoch nicht nur als Geschichte, sondern als Bettgefährte. Da wird dann das kleine handliche Buch auf das Kissen gebettet und zugedeckt und wenn wir das nächste Mal ins Zimmer kommen, liegt sie damit im Arm da.
Ich jedenfalls wünsche mir mehr solcher Kinderbücher aus der Region. Von Leuten, die wirkliches Interesse am Leser haben, denn das ist hier auf jeden Fall gegeben Nicht nur einmal habe ich gelesen, dass das das Piepvögelchen fragt, wer Interesse an Ausmalbildern oder Sticker für die Privat-  oder Arbeitskinder hat. Natürlich ist so etwas nicht ganz uneigennützig, aber seien wir mal ehrlich, wann hat eine euch bekannte Kinderbuchautoren eine Lesung gehalten und danach ganz hinreißend mit den Kindern Bildern ausgemalt?!
Wer jetzt neugierig geworden ist und vielleicht auch selber ein Exemplar haben möchte, der kann dies unter www.Schlehdorn-Verlag.de ordern oder den Osterknaller via pv[ät]schlehdorn-verlag.de bestellen (Übrigens ein wundersüßes Ostergeschenk).
Und auch wenn ich immer noch auf eine wollige Schafsfreundin fürs Vögelchen hoffe, so weiß ich jetzt schon, dass es noch einige Piepvögelchen-Bücher ins schafsche zu Haus schaffen werden 😉

SheepyWeekly [14/2014]

SheepyWeek: Da musste ich doch tatsächlich noch einmal zum Arzt und mir eine weitere Packung Antibiotika abholen, weil die erste Fuhre nicht gewirkt hatte.
Nun gut, wie ihr seht bin ich nicht gestorben und so kann ich berichten, dass es mir ab Mittwoch schon wieder wesentlich besser ging und sich 80% der Symptome verabschiedet hatten (die Restlichen blieben noch, es gefällt ihnen bei mir), so dass ich den Geburtstagskuchen der Prinzessin zubereiten konnte. Ganz in bunt innen und rosa Glitzerstreuseln oben. Natürlich durften die Famarties nicht fehlen, diese bekamen die Aufgabe den Namen des Geburtstagskindes darzustellen…
Der Donnerstag fing mit einem sehr aufgeregtem Geburtstagskind an, ging weiter mit einer Arbeitsvertragsunterschrift des Mannes *kreisch* und endete mit Großeltern, die ihrer Enkeltochter die Geburtstagsehre erwiesen.
3 Jahre Prinzessin… Ich sag euch, es geht so schnell und noch bin ich nicht traurig. Nur immer wieder erstaunt, gerührt und unendlich doll in diese kleinen Wesen puren Glückes verliebt ♥♥♥
Am Freitag hatte ich dann einen kleinen gesundheitlichen Rückschlag zu verzeichnen und wäre am liebsten im Bett geblieben. Doch es hilft ja alles nichts und so schleppt man sich durch den Tag, versucht an alles zu denken, was für den kommenden Tag eventuell wichtig ist und vergisst dennoch die Hälfte. Nicht zuletzt, weil der Schatz mit Magen-Darm zu kämpfen hatte und keine besonders große Hilfe war.
Den Samstag versuchte ich so gut es ging mit ein bisschen Improvisation hier, die Hilfe des Nachbarn dort (inzwischen kann ich gut um Hilfe bitten) die Kindergeburtstagsfeier der Prinzessin zu schmeißen, während der Schatz sich Pflichtbewusst zur Arbeit quälte.
Schmeißen trifft es dabei recht gut, denn die Beschwerden blieben (natürlich) nicht aus und wieder einmal wurde mir bewusst, wieso ich als Gastgeber nicht gerne tätig werde. Aber wie könnte ich der Prinzessin ihre Party verwehren?!? EBEN…
Der Sonntag war dann unser Pyjamatag. Ich glaube über den habe nicht nur ich mich gefreut, sondern auch die Kinder, die den ganzen Tag nicht aus ihren Schlafsachen heraus kamen und einfach nur das zu Hause, die neuen Spielsachen und das kurze Intermezzo des Lieblingsbabysitter (der es zum Glück voll drauf hat sich zu 100% in den Kinderablauf zu integrieren) genossen.
SheepyTop:  Der Donnerstag. Als der Mann mit dem neuen Arbeitsvertrag um die Ecke kam und wir ein wenig übermütig sangen. Der Weckruf der Prinzessin an ihrem Geburtstag, die Glitzeräuglein als sie ihr Geburtstagsfrühstück bekam (Nutellatoast mit Bananenkrokodil) und überhaupt eigentlich war die Woche ganz ok.
SheepyFlop: Das Wetter am Samstag, die Organisation des selbigen und naja… Denkt euch den Rest…
Mäh der Woche:  „Happy Birthday mein Schätzchen!“ ist einfach zu lang für so ein Kuchenblechen 😉

Wann???

Wann ist denn das passiert?! Das fragen wir uns in letzter Zeit immer öfter. Zum Beispiel letztens, als der Schatz vom einkaufen wieder kommt und neben dem Einkauf einen Kuschelpullover für den Prinzen im Beutel hat. Voller Stolz präsentiert er seine Beute und ein wenig tut er mir schon leid, als ich ihm nach einem Blick auf die Größe eröffne, dass das gute Stück viel zu groß ist. Inzwischen kann man aber solche Dinge nicht mehr ohne das Kind klären und so brauchten wir nicht lange zu warten, bis der Prinz beschließt, dass er den Pullover anprobieren möchte.
Die Eltern lassen sich breitschlagen und staunen nicht schlecht, als das Kind wie aus dem Ei gepellt dasteht. Wann, bitte sehr, ist der kleine Mann denn bitte so groß geworden? Der Schatz und ich sahen uns an und nachdem dann auch noch ein schlauer Spruch vom Kind kam, war die elterliche Rührung quasi perfekt.
Wenn es denn nur der Prinz wäre, aber nein, auch die Prinzessin ist diesbezüglich. Keinen Deut besser.
Madame steht nun kurz vor ihrem dritten Geburtstag und ohne unser zutun steht sie letztens mit einem Karton vor uns, dem man nur anhand des Schriftzuges entnehmen kann, was darin ist und verkündet selbstbewusst „Zu meinem Genurtstag wünsche ich mir auch eine Barbie“. Und während die Kundin neben uns fast umkommt vor lachen, fragen wir geplagten Eltern uns einfach nur, wer in drei Teufels Namen dem Kind erlaubt hat, jetzt schon so groß zu sein…
Den einen Tag scheint alles wie immer und auf einmal muss man sich mit volkommen neuen Dingen, Themen und Marotten arrangieren und möchte fast los flennen vor lauter Liebe, Gerührtheit und ein wenig auch vor Verzweiflung. Man ist doch eigentlich immer glücklich, oder auch stolz, über das, was der Nachwuchs schon kann. Doch muss ich ganz ehrlich sein, manchmal geht es sogar mir zu schnell…

Hundetier

Vor zwei Wochen kamen wir vom einkaufen wieder und während wir auf den kleinen Hund zu unseren Füßen schauten, stellten wir fest, dass dieser ganz schön dürre geworden ist. So ganz plötzlich…Innerhalb kurzer Zeit…
Als er dann beim essen ganz jämmerlich zu jaulen begann, fuhren wir zum Tierarzt. Vielleicht Nerven eingeklemmt, vielleicht Zahnschmerzen… Alles sehr vage Aussagen… Sicher war jedoch, dass der kleine, eigentlich 9kg- Hund, binnen kürzester Zeit mal eben 4,5kg verloren hatte. Es gab Antibiotika und einen Termin zur Zahnsteinentfernung mit der Aussicht auf den Verlust von ca. 10 Zähnchen.

Diese OP war dann heute… Nicht ganz Risikoarm, mehr noch als sonst, eben durch die starke Schwächung des kleinen Körpers. Ich durfte arbeiten, während der Schatz frei hatte und das Tier in die Praxis fuhr.

14 Zähnchen und 320€ leichter sah ich dann beide nach Feierabend wieder. Den Hund zahnfrei und den Schatz geldfrei. Nun hoffe wir auf schnelle Genesung, wobei die erste Schale Hundefutter dann auch schon im Hund gelandet ist. Ein gutes Zeichen!

Die Kinder waren ganz aufgeregt und sind ganz glücklich gewesen, als der Schatz ihnen sagte, dass Balou nun wieder gesund würde…

Auf in die nächsten 9 Jahre kleiner schwarzer Herr ♥

Wenn Kleine groß werden

Die Ferien sind zum Glück vorbei, die Gesamtkonferenz habe ich am Freitag bei gefühlten 56C° auch hinter mich gebracht und seit zwei Tagen läuft mein Arbeitsalltag wieder in geregelten Bahnen.

„Ach Sie mussten in den Ferien auch arbeiten?!“ fragten mich die ein oder anderen Eltern in den vergangen zwei Tagen mit einem verstörten Gesichtsausdruck, nachdem sie sich höflich über die Erholung in den Ferien erkundigt hatten. Ja, die Eltern scheinen tatsächlich zu denken, dass Frau Erzieherin in allen Ferien frei hat. Schön wärs *seufz*
Statt dessen war gnädig Dame damit beschäftigt den Kindern in der Ferienbetreuung ein täglich spannendes und abwechslungsreiches Programm zun bieten, welches am besten nichts, oder nur sehr wenig kosten durfte.

Hatte ich geregelte Bahnen gesagt? Schön gelogen, denn bis Samstag fehlen in meiner Klasse ein Drittel der Kinder, die gehen nun nämlich in die 4. Klasse und fehlen uns schmerzlich. Doch der Alltag muss wieder einkehren und am Samstag darf ich ja dann auch schon die neuen Erstklässler begrüßen. Dann umfasst meine Gruppe wieder 23 Kinder und ich beginne, quasi, wieder von vorn.

Meine Großen…
Da standen dann vorhin einige vor mir, 4 an der Zahl und freuten sich darüber, ihre Frau Erzieherin zu sehen. Ganz schrecklich seien die ersten zwei Tage gewesen und sie würden wieder zurück wollen. Und wie sie uns vermissen… So unendlich cool und selbstsicher wie sie vor den Ferien getan haben, so bedröppelt und klein standen sie heute vor mir und hatten Tränchen in den Augen.
Aufmunterte Worte, ein Augenzwinkern und schon strahlten sie wieder.

Herzschmerz und Stolz. Es liegt so nah beieinander. Wie soll das erst werden, wenn ich die nächsten verabschieden muss, die ich dann anderthalb Jahre hatte? Oh man ey…