Ich bin nicht mehr da für euch…

Kennt ihr diese Freunde/ Familienmitglieder, die sich wirklich immer nur dann bei einem melden, wenn es ihnen schlecht geht, oder sie bei irgend etwas Hilfe benötigen, ansonsten aber deine Nummer nicht finden können?!

Im Laufe der letzten Jahre habe ich solche Leute quasi angesammelt. Das geht dann immer für eine gewisse Zeit gut, doch irgendwann platzt mir der Kragen und ich fange an zu sortieren. Dabei geht es nicht darum, dass die Leute sich immer und in regelmäßigen Abständen bei mir melden müssen, sie wissen ja nichts von meiner kalendarischen Strichliste *lach*. Aber so ab und zu mal eine Nachricht (egal über welches Medium) und sei es nur ein bisschen Smalltalk hat ja nun noch niemandem geschadet. Es sei denn, dieser findet nach wochenlanger Kontaktarmut statt und endet mit „… und dann wollte ich noch fragen, ob ihr mir bei dem oder diesem helfen könnt oder jemanden wisst…“ Ganz hoch im Kurs stehen vor allem die Leute bei denen man schon beim klingeln des Telefons weiß, wen sie sprechen wollen und um welche Bitte es sich im Großen und Ganzen handeln könnte. Ich habe da ein wirklich treffsicheres Gespür, der Schatz staunt schon gar nicht mehr, obwohl er noch immer nachhaltig beeindruckt ist.

Ich möchte auch nicht behaupten, dass es immer einfach ist, sich mit mir zu verabreden, aber wenn man wirkliches Interesse daran hat, findet sich immer ein Termin. Sowohl mit, als auch ohne Kinder. Natürlich ist unser Leben geprägt von einer 40-Stunden-Arbeitswoche (beim Schatz sogar im Schichtdienst), Terminen mit/für die Kinder und dem übrigen, oft lästigen, Orgazeug (einkaufen, Haushalt etc.). Und natürlich wohnen nicht alle mal gleich ums Eck, so dass sich Spontanbesuche nach der Arbeit eventuell noch lohnen könnten.

Ich weiß das natürlich alles und trotzdem frage ich mich, ob ich so ätzend bin, dass einige mich nur als Nutzkontakt (jemand den man nur im Telefonbuch hat für den Fall, dass er nützlich sein kann) in ihrem Smartphone haben. Langeweile, weil jemand anderes keine Zeit hat, wird ja auch total unterschätzt, da ruf ich mir doch lieber die Ätze an, als allein was zu starten…
Was aber vielen nicht bewusst ist: es fällt durchaus auf, wenn man so ausgenutzt wird. Unbewusst schmieren diejenigen einem das dann später aufs Brot, gerne durch Erzählungen like „Hach, ich hätte fast alleine in den Zoo gemusst, aber dann hatte XY ja doch noch Zeit, sonst hätte ich euch ja gefragt!“

Besonders gerne ärgere ich mich ja über Leute, denen ich aus Freundschaft (einseitig, wie sich dann später heraus stellt) den Ar*ch auf gut Deutsch hinter trage, bei Tag und Nacht auf Abruf bereit stehe um an ihrer Seite zu sein und am Ende kommt weder ein Dankeschön, noch sonst irgendwas. Nein, eher sehe ich dann, wie eben diese Leute mit `ihren Lieblingsmenschen´was trinken gehen, DVD-Abende machen und man ja so froh ist, dass man sie hat (von denen konnte man natürlich in der Zeit der Not niemanden kontaktieren, geschweige denn, dass jemand gekommen wäre… ).

Klinkt das jetzt alles ein wenig eifersüchtig?
Möglich!
Vielleicht ist das auch ein Teil des Problems, aber ich habe es so satt, dass ich so verarscht und ausgenutzt werde. Ich habe schon vor einiger Zeit begonnen die Leute zu testen, indem ich mich mehrfach melde und dann irgendwann aufhöre. Locker anfrage, was sie denn vorhaben und auf eine Verabredung warte. Kommt da nichts bei raus, wird aussortiert.  Natürlich nicht bei jedem, doch man kennt ja seine Pappenheimer… Denen kann ich nur sagen „Ich bin nicht mehr da für dich!“

Es gibt aber auch Freundschaften, die funktionieren super, obwohl man sich nur alle viertel Jahr mal sieht . Die vermisse ich oft schmerzlich, das wird mir aber erst bewusst, wenn man sich mal wieder gesehen hat, oder ewig mit einander geschrieben hat… Das schlimme ist ja, dass man so von den Problemmenschen eingenommen wird, dass man gar nicht im Blick hat, wer da noch so alles ist und von einem selbst vernachlässigt wird. Vielleicht sollte ich doch eine kalendarische Strichliste führen…

Abschied

„Soll, soll ich nicht… Na eigentlich… Aber uneigentlich… Habe ich eine Chance? Wohl eher nicht… Aber warum eigentlich sollte ausgerechnet ich keine Chance haben…“ Gedanken, mit denen ich mich knapp ein halbes Jahr lang herum schlug. Ich dachte über einen Wechsel der Arbeitsstelle nach und war hin und hergerissen zwischen dem was da war und dem, was da eventuell auf mich zukommen möge.
Es gab einige Faktoren, die gegen eine Bewerbung sprachen, wie zum Beispiel das Wissen darum, dass es in anderen Betrieben auch nicht alles so läuft, wie ich es mir wünschen würde und natürlich die Lieblingskollegen, mit denen ich dann ganz unweigerlich nicht mehr zusammen arbeiten würde, genauso wie die lieben Kleinen, die ich mit all ihren Ecken und Kanten stark ins Herz geschlossen hatte. Dennoch, die Argumente, die für eine Bewerbung sprachen hatten ganz klar die meisten Punkten und auch die Lieblingskollegen, zumindest die, die ich in meine Überlegungen einbezogen hatte, bedrängten mich immer mehr. So gab ich am letzten Tag der Bewerbungsfrist meine Bewerbung dann doch ab und quälte mich nun mit meinem Gewissen und meiner Loyalität.

Nach vier Wochen kam dann eine Einladung zum Casting. So etwas veranstaltet man nämlich heut zu Tage ganz gerne, um potenzielle Mitarbeiter schon im Vorfeld abzuschrecken kennenzulernen. Voller Überraschung schaute ich auf die Mail und haderte nun mit mir. der Termin wäre, natürlich, an einem Tag, an dem ich Arbeiten müsste. Ausgesprochen unpraktisch, wenn man dem Vorgesetzten nicht sagen möchte, dass man sich beworben hat, weil man sich ja selbst noch gar nicht so darüber im klaren ist, dass das verschicken der Bewerbung schon so etwas wie eine Entscheidung zum Gehen ist. Da es für mich absolut gar nicht in Frage kam an diesem Tag krank zu machen, blieb mir nur die Nachfrage ob ich Überstunden abbauen dürfte an diesem Tag oder gar nicht zum Casting zu gehen. Nun kam aber Dr. prof. Zufall um die Ecke und bescherte mir einen freien Tag, da die Kita just an diesem Tag geschlossen hatte und mich mein Chef netterweise deshalb freistellte. Ein schlechtes Gewissen hatte ich dennoch, denn es fehlte ja ein Teil der Wahrheit.

Die Vorbereitungen überließ ich, wie es bei mir so üblich ist, den letzten 10 Minuten vor Abfahrt, denn das sind meist die kreativsten, und war ansonsten doch recht entspannt. Vor Ort traf ich dann noch einen anderen Kollegen und so verging die Wartezeit eigentlich recht schnell. Genau wie das Casting an sich, denn meine vorgegebenen 5 Minuten Redezeit hatte ich nicht ganz ausgeschöpft, da ich dann vor all den Zuhörern und Angesicht der Tatsache, das die einen anderen Ablauf wollten als ich ihn mir zurecht gelegt hatte, einfach die Hälfte von meinen tollen Erzieherqualitäten vergessen hatte zu erwähnen. Auch die 3 Minuten Fragezeit, die die Castingleute an mich hätten richten können,wurden nicht genutzt. Als ich also nach 5 Minuten aus dem Saal herauskam, war ich überzeugt: Das haste verkackt!

Vollkommen entspannt konnte ich nun den Rest des Tages mit den Kids genießen und ärgerte mich wirklich nur ein klitzekleines bisschen, war aber auf der anderen Seite total froh darüber, dass ich mein Vorhaben nicht so breitgetreten hatte. Zwei Tage später  hatte ich dann Homeoffice, weil geführte Sprachtests digitalisiert werden wollten und dies nur an meinem Heimcomputer möglich war und plötzlich bekam ich die Email, dass ich mich bitte bei Frau XY von der Personalstelle melden sollte. Ehe ich es mich versah saß ich 2 Stunden in einer anderen Schule, hörte mir das Konzept an, würde herum geführt und erzählte von mir und meinen bisherigen Erfahrungen. Alles ganz locker und entspannt bei einer Tasse Kaffee im schuleigenen Gemüsegarten. Dies sollte mein neuer Arbeitsplatz werden, so denn ich mir das vorstellen könnte.

Der nächste Tag war hart für mich, denn ich musste mit meinem Chef sprechen und im berichten, das ich nach den Ferien nicht zurück kommen würde. Es fiel mir nicht sonderlich leicht, denn ich mochte meinen Chef und er tat mir sehr, sehr leid, als er mich ungläubig anschaute und offensichtlich sehr überrascht war. Wir sprachen eine ganze Weile und ich erklärte meine Beweggründe, obwohl ich dies gar nicht gewusst hätte, doch es schien mir wichtig und er war, im Nachhinein, auch dankbar über das Gespräch, so eine seiner Vertrauten.

Die letzten zwei Wochen vor den Ferien standen nun an und ich hatte soviel für meine Klasse geplant um mich vernünftig zu verabschieden und es den Kiddies nicht allzu schwer zu machen. Und dann wurde ich krank und durfte nicht zur Arbeit. Natürlich ließ ich mir den letzten Tag nicht nehmen und ging dann doch, allerdings nach Absprache mit dem Chef, in meine Klasse, ansteckend war ich ja nicht mehr. Ich verteilte meine individuell beschrifteten Bilderrahmen an die Kids, das Kooperationszeugnis an meine Klassenlehrerin und verabschiedete mich nun noch einmal ganz offiziell bei meinen Kindern. Ich schaffte es ohne weinen, aber nur ganz knapp.

Dann fuhr ich nach Hause und packte die letzten Kleinigkeiten in die Koffer. Es waren noch 2 Tage bis zum Urlaub und ich hatte einen riesigen Stein auf Herz, Seele und Magen. Was würde nun werden?!

Und dann…

Damals, vor unendlich langer Zeit, während meiner Ausbildung, hatte ich mich zu einen Kurs zum Thema „Suchtprävention“ eingetragen. Hauptsächlich, weil meine damals beste Freundin ein Jahr weiter war als ich und nicht aus dem Schwärmen für die Dozentin heraus kam und zum anderen, weil mich das Thema tatsächlich immens interessierte.

Naja, die Dozentin erwies sich als schrullige, liebenswerte aber auch sehr kompetente Persönlichkeit und die theoretischen Ansätze waren auch nicht unbedingt die Schlechtesten. Und auch, wenn ich nicht unbedingt die herausragendste Schülerin war, so konnte ich dem Kurs doch eine Menge Informationen entnehmen (und das trotz meiner Lernmethodik).
Unter anderem musste ich einen Vortrag über Coabhängigkeit halten, der mich damals schon ein wenig an der Menschheit zweifeln ließ. Letztens saß ich dann einer Bekannten gegenüber und stellte einen blauen Fleck an ihrem Arm fest, der an Intensität und Größe schon echt herausragend war. Natürlich versuchte sie sich mit einer Lüge à la Fahrradunfall heraus zu reden, doch nach einem Blick meiner Seits revidierte sie ihre Aussage sofort und erklärte mir, dass sie eine Bierflasche abwehren musste, die ihr im vollen Fluge entgegen kam. Leer, wie sie schnell betonte. Und es war ja auch ihre Schuld, denn sie hätte ihren Mann ja nicht so zu reizen brauchen, wie sie schnell  sagte.
Im ersten Moment war ich geschockt, im nächsten Moment wusste ich nicht was ich sagen sollte und dann auf einmal wollte ich ganz viel und alles gleichzeitig sagen. Pädagogisch gesehen habe ich halbwegs ordentlich agiert, subtil betrachtet würde ich liebend gerne so viel mehr tun, was aber nicht ohne ihr Zutun funktioniert.

Ich fühle mich so hilflos und das kotzt mich tierisch an. Ich möchte sie ja auch nicht belagern oder noch mehr unter Druck setzen, aber ich kann es auch nicht einfach so stehen lassen. Seit dem ich davon weiß (und von den anderen Dingen, die bei ihr zu Hause  laufen), höre ich ihr zu und versuche ihr wenigstens dadurch zu helfen, denn es tut ihr tut, sich nach all den Jahren mal jemanden anzuvertrauen. Doch natürlich bekommt sie bei eben diesen Gelegenheiten immer wieder irgendwelche Hilfsangebote (fein säuberlich aus dem Internet recherchierte Einrichtungen etc.).

Damals in der Schule hörte sich das alles so weit weg an und ich dachte noch, dass ich da ganz toll reagieren werde. Und dann steht jemand den du kennst vor dir und alles ist ganz anders und du verstehst gar nichts mehr.
Ich möchte sie anschreien, sie schütteln um ihr klar zu machen, das eben NICHT sie die Schuld trägt. Ich möchte ihr so vieles sagen, sie da raus holen und ihr zeigen, dass sie auch anders könnte, wenn sie wollte. Statt dessen sitze ich da, halte ihre Hand, tröste sie, spreche ihr Mut zu und lege ihr Ausdrucke hin. Mehr kann ich nicht tun.

Ich darf es nicht so nah an mich heran lassen und darf mir nicht zu sehr den Kopf zerbrechen, doch was wäre ich für ein Mensch, wenn mich das alles kalt ließe?!

Zahlen

LilySlim - Personal pictureLilySlim Weight loss tickers

Es geht also wieder los. Ich habe die Schnauze gestrichen voll und nachdem ich Gewichtstechnisch nun wieder (genau dort stand ich im letzten April schon einmal) auf einer Höchstmarke gelandet bin, die erschreckend ist, habe ich mich letzten Dienstag dazu entschieden all meine Ausreden über Bord zu werfen und endlich etwas zu tun.

Da ich mich ja nun nicht erst seit gestern kenne, weiß ich, dass das schönste und tollste Fitnessstudio mich nicht auf Dauer an sich binden kann. Obwohl ich gestehen muss, dass ich diese Ausdauergeräte wirklich jedes Mal geliebt habe. Die Frage hinter all dem ist eigentlich nur, wie glücklich kann man(dy) sein, wenn immer darauf geachtet werden muss, was wann und in welcher Menge konsumiert wird? Ich persönlich bin ja tatsächlich der Meinung, dass mich das auf Dauer nicht glücklich machen KANN, bin aber bereit, mich eines besseren belehren zu lassen. Immerhin muss ich ja leider ehrlicher Weise zugeben, dass ich in dem Jetztzustand auch nicht sonderlich zufrieden bin.

Die Zahlen auf der Waage spielen keine so große Rolle, vielmehr sind es die Zahlen in der Kleidung, oder noch viel eher die Auswahl hübscher Kleidung im Bereich der Zahlen die ich benötige. Und ich muss euch sagen, dass ich schon lange nichts mehr in meinem Kleiderschrank zu liegen habe, was ich als hübsch oder gar niedlich empfinde. Es sind eben nur noch zweckmäßige Klamotten und irgendwie komme ich jetzt in ein Alter, wo mich das anfängt zu stören.
Klar, es gibt auch hübsche Sachen für dicke Menschen, aber nun gehöre ich eher nicht so zur Shoppingfraktion und dieses an- und ausgeziehe ist mir ein Graus. Und überhaupt, ich möchte nicht in Läden, die mit Übergrößen werben und Mengen an Geld verlangen. Genauso wenig möchte ich in den Klamottendiscounter und mir ein weiteres Shirt der Marke Omi kaufen müssen.

Und so ist nun mein Smartphone mein bester Freund. Vor jedem Essen wird genauestens protokolliert wie viel Gramm von welchem Nahrungsmittel auf dem Teller gelandet sind. Das ergibt dann am Ende eine Zahl, die erst in der Summe mit den anderen Mahlzeiten ihre Gewichtigkeit bekommt. Denn meine selbst gesetzte Marke an verfügbaren Tageskalorien ist nun wieder an 6 Tagen die Woche mein Maximum. Einmal die Woche werde ich dann wieder vergessen, das ich ein Maximum habe und mich fürs durchhalten belohnen. Ist ja auch wichtig, denn sonst würde ich wohl relativ schnell Amok laufen 😉

Doch nicht nur in der Ernährung habe ich mir Ziele und Pflichten (mindestens 2l Flüssigkeit jeden Tag) gesetzt, sondern auch zum Thema Bewegung habe ich mir Gedanken gemacht. Mindestens 3x die Woche habe ich mir vorgenommen zu laufen. Auch hierbei leistet mir mein Smartphone (mehr oder weniger motivierend) Hilfe, indem es mir Intervallläufe anleitet oder mich durch Ansagen von verbleibenden Streckenabschnitten Licht am Ende des Tunnels zeigt.

Ich war in dieser Woche bereits 3x Laufen, doch leider hat sich mein Körper noch nicht dazu durchringen können, mir ein bisschen des so hochgelobten Serotonins angedeihen zu lassen. Schade, denn das würde die Ganze Sache vermutlich um einiges positiver machen. Aber wer weiß, vielleicht reichen 2,5km einfach nicht zur Ausschüttung und ich müsste ein wenig mehr geben?

Ich werde versuchen dies heraus zu finden, in den nächsten Wochen… Und vielleicht kann ich mich ja in nächster Zeit zu ein wenig Yoga hinreißen lassen. Natürlich an den Tagen, an denen ich eine Laufpause habe?! Heute freue ich mich erst einmal über meinen ersten Erfolg auf der Waage und hoffe, dass ich es diesmal in den Zweistelligen Bereich schaffe, denn das war mein letztes Zeil, welches ich leider kurz vor Erreichen aus den Augen verloren hatte. 😦

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche, esst ein Stück Schokolade für mich mit! ♥

Ruhig und ausgeglichen

Ich habe mich in letzter Zeit sehr unwohl mit vielen Dingen gefühlt und fing deshalb an mich einzuigeln. Schon oft hatte ich diese Phase und viel zu oft habe ich mich ihr hingegeben und bin nur schwer wieder heraus gekommen. Das wollte ich diesmal vermeiden. Als erstes kapselte ich mich (mal wieder) von Facebook und WhatsApp ab, das brachte schon mal eine Menge Ruhe rein. Keine Benachrichtigungen über irgendwelche Posts, Spieleanfragen oder Kommentare. Keine „Na duuuuuuu…“ Nachrichten und 100maliges hin- und hergeschreibe, bis man die Info bekommt, die man wollte. Per SMS ist das nämlich teuer und so kommen die Leute direkt auf den Punkt. Natürlich schreibe ich auch gern mit meinen Freunden, aber es zermürbt auch ganz schön, wenn man ständig das Vibrieren hat, nur weil jemand mal ganz schnell und eben mal und überhaupt.

Am Ende war es sogar schon so weit, dass mich nach Dienstschluss noch dienstliche Nachrichten per App erreichten. Und damit meine ich nicht welche wie „XY ist nicht zu Hause angekommen, weißt du wo es sein könnte?“ sondern irgendwelche Infos oder Fragen, die durchaus noch bis zum nächsten Morgen hätten warten können. Zusätzlich dazu piepte das Ding dann noch bis tief in die Nacht, weil ja noch diese Dienstmail und jene Antwort kam. *Schnauf*

Nachdem ich nun also medial gesehen zurück in der Steinzeit war, konnte ich wunderbar abschalten.
Die erste Woche des Urlaubs gönnte ich mir und meinen gerade vorherrschenden Bedürfnissen, also schlafen, lesen, mal jemanden treffen… Den Prinzessinnengeburtstag und Ostern verbrachten wir in wundertoller Gesellschaft im Harz in Verbindung von ungeplantem Trekking und viel Spaß.
Diese Woche habe ich mir als DoIt auferlegt, also ein bisschen Frühjahresputz, Erledigungen, Partyvorbereitungen etc. Bisher klappt es ganz gut. Natürlich alles ganz locker und entspannt, aber es läuft. Hier nen Käffchen, da ein Läppchen, hier nen Telefonat, da nen Briefchen… Hachja, wenn es doch nur immer so einfach wäre. 😀

Ab morgen geht es dann im Grunde schon wieder los: Morgens ein Arzttermin am anderen Ende der Stadt, Geburtstagsgäste ohne Kinder, Samstag Kindergeburtstag wo anders, Sonntag Kindergeburtstag bei uns… Und dann ist mein Urlaub auch schon wieder zu Ende.

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich dieses Jahr an einer FoBi teilnehmen werde? Die beginnt nämlich am Montag und ich bin höchst gespannt, was mich da erwarten wird. Mal davon abgesehen, dass mich die Uhrzeit schon mal so gar nicht überzeugt (von 9h bis 17h) und es dann auch noch mitten in der City ist, erhoffe ich mir doch so einiges. Einige wissen ja schon, dass ich, als ruhige und tiefenentspannte Person geradezu für meinen Beruf prädestiniert bin und deshalb dachte man (also eigentlich der Kollege und ich), dass man das ja noch verifizieren lassen könnte.  Ab Freitag sollte dann also jeder der bisher Zweifel an meiner entspannten Art hatte, einen schriftlichen Nachweis sehen können.

So dann also der Plan für die nächsten Tage. Wenn ich dann noch entspannter bin als sonst, werde ich euch berichten, in wie fern meine Erwartungen erfüllt wurden 😉

Ich bin die Letzte…

„Scheiße ist das kalt heute!“ sagt die Kollegin als wir zusammen auf dem Schulhof stehen und sofort scheint sie ein schlechtes Gewissen zu haben. „Nein, nein, so kalt ist es ja gar nicht. Es liegt ja noch nicht einmal Schnee und laut Wetterbericht ist auch keiner im Anflug!“ wir lachen und insgeheim überlege ich, ob ich ihr morgen früh nicht eine kleine Waldspinne in den Klassenraum setze. Natürlich ist das nur ein Gedanke, den ich ihr dann auch gleich erzähle und wieder lachen wir.

Dann ist es plötzlich 14:00h und die Kollegin scheucht mich vom Schulgelände. Dankbar winke ich ihr zu, denn heute habe ich ein sehr enges Zeitfenster und da sind 10 Minuten extra, quasi eine halbe Ewigkeit. Ungesehen von meinen Schülern flitze ich zum Auto und bin froh, dass ich dem großen Abschiedsszenario heute ausnahmsweise entwischen konnte.  10 Minuten vor der Zeit komme ich an und springe mitten auf dem Parkplatz in die  andere Hose, andere Schuhe und die Jacke.

Während der Typ noch ganz ungläubig schaut, schließe ich bereits das Auto ab und hechte über den Parkplatz, um  auf die Minute genau in der Fahrschule an zu kommen. Heute steht die Autobahnfahrt auf dem Programm und obwohl ich (inzwischen wie man fairer Weise schreiben muss) total gerne auf der Autobahn unterwegs bin, graut es mich heute ein wenig davor. Nicht vor dem Fahren an sich, da habe ich vollstes Vertrauen in meinen Fahrlehrer, denn dieser würde mich nicht auf die Autobahn lassen, wenn er auch nur den geringsten Zweifel hätte.
Nein, mein Angst ist ganz anderer Natur. Seit Tagen beobachte ich ängstlich das Wetter im Internet und hoffe zumindest auf Trockenheit, denn Fahrstunden, bei denen ich nass bis auf den Schlüppi war hatte ich nun schon zur Genüge.

Beginn um 14:30h, das Wetter hält und obwohl es recht verhangen am Himmel zugeht, scheint es so, als ob es trocken bleiben würde. Immerhin. Nach ein paar Einfahrübungen in Punkto Grundfahrübungen, wird das weitere Vorgehen besprochen, wichtige Dinge wiederholt und *schwupp* finde ich mich auf der Stadtautobahn wieder. Kein Problem, die kenne ich schließlich inzwischen wie meine Westentasche. Einfädeln, Überholen, Einfädeln… Alles kein Problem.

Dann hört er auf, der sichere 60er Bereich, mit dem ich mich schnell angefreundet hatte und es beginnt die offene Strecke. *Klatsch* und ich habe ein riesiges Herbstblatt auf dem Visier. ‚Ganz schön dunkel, der Herbst.‘ denke ich noch und schon ist es wieder weg und ich kann wieder sehen. Von Vorteil, wenn man inzwischen schon knapp 100 km/h fährt. ‚Verdammt, hatten wir abgesprochen, wie schnell ich jetzt fahren SOLLTE?‘ schießt es mir plötzlich durch den Kopf und nicht zum ersten Mal während meiner Motorradausbildung könnte ich mich über die einseitige Kommunikation grün ärgern. Schließlich entscheide ich mich für Tempo 130, immerhin muss ich ja so fahren, dass mein Fahrlehrer hinter mir im Auto noch mithalten kann und außerdem wird er schon was sagen, wenn er es schneller haben möchte.

Ich bin heilfroh, dass er nichts diesbezüglich sagt, denn ich habe das Gefühl durch einen Hurrikan zu sausen. Der Wind ist unglaublich stark und versucht mich von links nach rechts und hin und her zu reißen, was ich durch Balance und vollem Einsatz meiner verkümmerten Muskeln versuche zu verhindern. Zum Glück gelingt es mir, doch auch Überholvorgänge und die damit einher gehenden Schulterblicke haben es in sich, denn sobald ich den Kopf ein wenig drehe, habe ich das Gefühl, der Gegenwind will ihn mir abschrauben und als Souvenir mit nach Oz nehmen. Doch was muss, das muss. Sicherheit geht vor. Fuck, morgen werde ich Muskelkater wie schon lange nicht mehr haben. Überall…

Nach anderthalb Stunden soll ich auf einen Rastplatz fahren. Waha… Ich sterbe jetzt schon!!! Ein bisschen fühlt es sich an, als würden Arme und Beine nicht mehr in ihre natürliche Haltung finden, doch dann geht es doch und ich hopse ein wenig auf und ab. Kalt ist es eigentlich nicht. Zumindest nicht am Körper oder an den Beinen. Dafür spüre ich aber plötzlich das kribbeln in den Füßen. So wie damals, wenn man nach Stunden auf dem Rodelberg in Richtung Heimat läuft und auf einmal merkt, dass man eiskalte Füße hat. Ich dürfte mich ins geheizte Auto setzen um mich aufzuwärmen, doch das will ich nicht. Falscher Stolz, oder einfach nur der Wunsch, schnell weiter und durchziehen? Man weiß es nicht.

Auf dem Rückweg sind sie natürlich die ganze Zeit präsent, die kalten Füße und auch die Hände beginnen langsam aber sicher, sich der Außentemperatur von immerhin 8C° anzugleichen. Ich beiße mir auf die Lippen, schaue auf die Uhr und halte durch. Noch 80km, so verspricht es mir das Schild, an dem ich vorbei fahre. Naja, die schaffe ich jetzt auch noch!

Zurück in der Fahrschule erwarten mich tröstende Worte wie „Naja, immerhin haste keine toten Brummer auf dem Visier!“ Ja, super! Ich wusste, dass er einen positiven Aspekt geben würde, wenn man bei gefühlten -20C° auf der Autobahn unterwegs ist.

Ich hole meine Familie im Elterncafè ab. Ein Stück Kuchen und eine warme Suppe erwarten mich bereits. Unter dem Tisch wärme ich meine Zehen an den vermeintlich warmen Bodenfliesen, die alle anderen als recht kalt empfinden. „Das schaffe ich nicht nochmal!“ jammere ich dem Schatz in die Ohren und bekomme von einer Bekannten den Tipp, dass es gerade super warme Thermosocken beim Discounter um die Ecke gibt. HURRA!

Nachdem die Kinder dann im Bett liegen, raffe ich mich mit letzter Kraft noch einmal auf, um mich für die Überlandfahrt zu rüsten. Dabei erbeute ich nicht nur Socken und Strümpfe, sondern auch ganz ominöse Fusswärmer. Jedes Mittel ist mir recht und so wandern auch diese in den Wagen. Immerhin dauert das ganze in der nächsten Woche noch mal eine ganze Stunde länger…

Tja und nun sitze ich hier, inzwischen wieder halbwegs auf Normaltemperatur und verstehe nun auch, wieso mein Fahrlehrer meinte, dass es nur sehr wenige gibt, die ihre Prüfung zum Ende des Jahres machen. Ich bin in meiner Fahrschule die letzte in diesem Jahr und bei allem was warm und kuschlig ist: wenn der Prüfungstermin nicht schon stünde, ich würde es verlegen…

Nun werde ich mich in meine warme Wanne legen mit einem Muskelentspannungsbad oder so und dann zackzack ins warme Bettchen…

Groß

Eine neue und aufregende Zeit bricht an. Vor allem für den kleinen Prinzen, der eigentlich gar nicht mehr so klein ist, aber auch für mich, als absolutes Mutterschaf.

Gestern feierte er seinen 5ten Geburtstag. Naja, mag manch kinderloser Mensch jetzt denken, was ist daran schon besonders?! Doch wir Eltern wissen um die magische Kraft, die dieses Alter zu haben scheint.

Plötzlich sind aus den kleinen Kindergartenkindern richtig große Menschlein geworden, die plötzlich soviel können und noch viel mehr zu lernen bereit sind. Ach was sage ich bereit… BEGIERIG ist das viel treffendere Wort! Plötzlich vergeht kein Tag, an dem man sich nicht fragt, woher der Knirps das nun schon wieder weiß oder sich erstaunt die Frage stellt, wie das Kind auf diesen Gedanken kommt.

Wehmütig schaue ich auf mein großeskleines Kind, während er mir erklärt, dass nun schon bald seine ersten Milchzähne ausfallen werden. Einen Tag vor seinem Geburtstag musste ich in die zukünftige Grundschule, seine Geburtsurkunde vorlegen und Unterlagen ausfüllen, womit ich ganz offiziell den Countdown einschaltete. Nun sind es quasi nur noch Wochen, bis die Kindheit sich anfängt schleichend zu verabschieden, um mir dann so einen aufmüpfigen, anstrengenden, von Hormonen durcheinander gebrachten Teeny auf die Couch zu setzen.

Bis dahin sind es ja noch gefühlte Jahrhunderte, würde jetzt ein Nichteltern denken wollen, doch wir Mütter wissen es besser: War es nicht grad erst gestern, dass wir genau dieses tolle Kind im Krankenhaus das erste Mal im Arm hatten? War es nicht gerade gestern erst, dass wir stolz und übernächtigt den kleinen schlafenden Schatz im Kinderwagen vor uns herschoben? Und war es nicht auch erst gestern, dass man den ersten Brei von der Zimmertapete putzte?

Nun kann ich ja von Glück reden, dass ich zwei Kinder habe und mir die Prinzessin ja noch für ein Jahr länger im Kindergarten erhalten bleibt… Doch wenn ich sie mir so ansehe, frage ich mich, ob der Prinz auch schon so schnell so groß war. Und da haben wir den Nachteil, wenn die Kinder zu nah bei einander liegen, vom Alter her: Während man sich gestern noch gefreut hat, dass man so vieles in einem Schwupp durch hatte (Windeln, Brei…), so hat man heute das Gefühl, dass alles viel zu schnell geht.

Und da komme ich dann an den Punkt, wo ich beginne zu verstehen, warum viele Mütter sich noch ein weiteres Kind wünschen, wenn das erste/zweite/dritte… aus den Windeln ist/sind. Nicht das ich mir jetzt ein weiteres wünschen würde, dass auf gar keinen Fall, aber es keimt ein Funken Verständnis in mir auf.

Vielleicht verstehen Nichteltern ja was ich gerade durch mache, wenn sie an Tierbabys denken:
Man holt sie sich ins Haus, wenn sie noch ganz klein und tapsig sind und dann wird man eines Morgens wach und muss feststellen, dass das kleine Fellbündel plötzlich 30kg wiegt und einem den ganzen Platz im Bett wegnimmt und das, obwohl es gestern noch gar nicht groß genug war, um überhaupt allein bis aufs Bett zu kommen 😉