Zahlen

LilySlim - Personal pictureLilySlim Weight loss tickers

Es geht also wieder los. Ich habe die Schnauze gestrichen voll und nachdem ich Gewichtstechnisch nun wieder (genau dort stand ich im letzten April schon einmal) auf einer Höchstmarke gelandet bin, die erschreckend ist, habe ich mich letzten Dienstag dazu entschieden all meine Ausreden über Bord zu werfen und endlich etwas zu tun.

Da ich mich ja nun nicht erst seit gestern kenne, weiß ich, dass das schönste und tollste Fitnessstudio mich nicht auf Dauer an sich binden kann. Obwohl ich gestehen muss, dass ich diese Ausdauergeräte wirklich jedes Mal geliebt habe. Die Frage hinter all dem ist eigentlich nur, wie glücklich kann man(dy) sein, wenn immer darauf geachtet werden muss, was wann und in welcher Menge konsumiert wird? Ich persönlich bin ja tatsächlich der Meinung, dass mich das auf Dauer nicht glücklich machen KANN, bin aber bereit, mich eines besseren belehren zu lassen. Immerhin muss ich ja leider ehrlicher Weise zugeben, dass ich in dem Jetztzustand auch nicht sonderlich zufrieden bin.

Die Zahlen auf der Waage spielen keine so große Rolle, vielmehr sind es die Zahlen in der Kleidung, oder noch viel eher die Auswahl hübscher Kleidung im Bereich der Zahlen die ich benötige. Und ich muss euch sagen, dass ich schon lange nichts mehr in meinem Kleiderschrank zu liegen habe, was ich als hübsch oder gar niedlich empfinde. Es sind eben nur noch zweckmäßige Klamotten und irgendwie komme ich jetzt in ein Alter, wo mich das anfängt zu stören.
Klar, es gibt auch hübsche Sachen für dicke Menschen, aber nun gehöre ich eher nicht so zur Shoppingfraktion und dieses an- und ausgeziehe ist mir ein Graus. Und überhaupt, ich möchte nicht in Läden, die mit Übergrößen werben und Mengen an Geld verlangen. Genauso wenig möchte ich in den Klamottendiscounter und mir ein weiteres Shirt der Marke Omi kaufen müssen.

Und so ist nun mein Smartphone mein bester Freund. Vor jedem Essen wird genauestens protokolliert wie viel Gramm von welchem Nahrungsmittel auf dem Teller gelandet sind. Das ergibt dann am Ende eine Zahl, die erst in der Summe mit den anderen Mahlzeiten ihre Gewichtigkeit bekommt. Denn meine selbst gesetzte Marke an verfügbaren Tageskalorien ist nun wieder an 6 Tagen die Woche mein Maximum. Einmal die Woche werde ich dann wieder vergessen, das ich ein Maximum habe und mich fürs durchhalten belohnen. Ist ja auch wichtig, denn sonst würde ich wohl relativ schnell Amok laufen 😉

Doch nicht nur in der Ernährung habe ich mir Ziele und Pflichten (mindestens 2l Flüssigkeit jeden Tag) gesetzt, sondern auch zum Thema Bewegung habe ich mir Gedanken gemacht. Mindestens 3x die Woche habe ich mir vorgenommen zu laufen. Auch hierbei leistet mir mein Smartphone (mehr oder weniger motivierend) Hilfe, indem es mir Intervallläufe anleitet oder mich durch Ansagen von verbleibenden Streckenabschnitten Licht am Ende des Tunnels zeigt.

Ich war in dieser Woche bereits 3x Laufen, doch leider hat sich mein Körper noch nicht dazu durchringen können, mir ein bisschen des so hochgelobten Serotonins angedeihen zu lassen. Schade, denn das würde die Ganze Sache vermutlich um einiges positiver machen. Aber wer weiß, vielleicht reichen 2,5km einfach nicht zur Ausschüttung und ich müsste ein wenig mehr geben?

Ich werde versuchen dies heraus zu finden, in den nächsten Wochen… Und vielleicht kann ich mich ja in nächster Zeit zu ein wenig Yoga hinreißen lassen. Natürlich an den Tagen, an denen ich eine Laufpause habe?! Heute freue ich mich erst einmal über meinen ersten Erfolg auf der Waage und hoffe, dass ich es diesmal in den Zweistelligen Bereich schaffe, denn das war mein letztes Zeil, welches ich leider kurz vor Erreichen aus den Augen verloren hatte. 😦

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche, esst ein Stück Schokolade für mich mit! ♥

Ruhig und ausgeglichen

Ich habe mich in letzter Zeit sehr unwohl mit vielen Dingen gefühlt und fing deshalb an mich einzuigeln. Schon oft hatte ich diese Phase und viel zu oft habe ich mich ihr hingegeben und bin nur schwer wieder heraus gekommen. Das wollte ich diesmal vermeiden. Als erstes kapselte ich mich (mal wieder) von Facebook und WhatsApp ab, das brachte schon mal eine Menge Ruhe rein. Keine Benachrichtigungen über irgendwelche Posts, Spieleanfragen oder Kommentare. Keine „Na duuuuuuu…“ Nachrichten und 100maliges hin- und hergeschreibe, bis man die Info bekommt, die man wollte. Per SMS ist das nämlich teuer und so kommen die Leute direkt auf den Punkt. Natürlich schreibe ich auch gern mit meinen Freunden, aber es zermürbt auch ganz schön, wenn man ständig das Vibrieren hat, nur weil jemand mal ganz schnell und eben mal und überhaupt.

Am Ende war es sogar schon so weit, dass mich nach Dienstschluss noch dienstliche Nachrichten per App erreichten. Und damit meine ich nicht welche wie „XY ist nicht zu Hause angekommen, weißt du wo es sein könnte?“ sondern irgendwelche Infos oder Fragen, die durchaus noch bis zum nächsten Morgen hätten warten können. Zusätzlich dazu piepte das Ding dann noch bis tief in die Nacht, weil ja noch diese Dienstmail und jene Antwort kam. *Schnauf*

Nachdem ich nun also medial gesehen zurück in der Steinzeit war, konnte ich wunderbar abschalten.
Die erste Woche des Urlaubs gönnte ich mir und meinen gerade vorherrschenden Bedürfnissen, also schlafen, lesen, mal jemanden treffen… Den Prinzessinnengeburtstag und Ostern verbrachten wir in wundertoller Gesellschaft im Harz in Verbindung von ungeplantem Trekking und viel Spaß.
Diese Woche habe ich mir als DoIt auferlegt, also ein bisschen Frühjahresputz, Erledigungen, Partyvorbereitungen etc. Bisher klappt es ganz gut. Natürlich alles ganz locker und entspannt, aber es läuft. Hier nen Käffchen, da ein Läppchen, hier nen Telefonat, da nen Briefchen… Hachja, wenn es doch nur immer so einfach wäre. 😀

Ab morgen geht es dann im Grunde schon wieder los: Morgens ein Arzttermin am anderen Ende der Stadt, Geburtstagsgäste ohne Kinder, Samstag Kindergeburtstag wo anders, Sonntag Kindergeburtstag bei uns… Und dann ist mein Urlaub auch schon wieder zu Ende.

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich dieses Jahr an einer FoBi teilnehmen werde? Die beginnt nämlich am Montag und ich bin höchst gespannt, was mich da erwarten wird. Mal davon abgesehen, dass mich die Uhrzeit schon mal so gar nicht überzeugt (von 9h bis 17h) und es dann auch noch mitten in der City ist, erhoffe ich mir doch so einiges. Einige wissen ja schon, dass ich, als ruhige und tiefenentspannte Person geradezu für meinen Beruf prädestiniert bin und deshalb dachte man (also eigentlich der Kollege und ich), dass man das ja noch verifizieren lassen könnte.  Ab Freitag sollte dann also jeder der bisher Zweifel an meiner entspannten Art hatte, einen schriftlichen Nachweis sehen können.

So dann also der Plan für die nächsten Tage. Wenn ich dann noch entspannter bin als sonst, werde ich euch berichten, in wie fern meine Erwartungen erfüllt wurden 😉

Ich bin die Letzte…

„Scheiße ist das kalt heute!“ sagt die Kollegin als wir zusammen auf dem Schulhof stehen und sofort scheint sie ein schlechtes Gewissen zu haben. „Nein, nein, so kalt ist es ja gar nicht. Es liegt ja noch nicht einmal Schnee und laut Wetterbericht ist auch keiner im Anflug!“ wir lachen und insgeheim überlege ich, ob ich ihr morgen früh nicht eine kleine Waldspinne in den Klassenraum setze. Natürlich ist das nur ein Gedanke, den ich ihr dann auch gleich erzähle und wieder lachen wir.

Dann ist es plötzlich 14:00h und die Kollegin scheucht mich vom Schulgelände. Dankbar winke ich ihr zu, denn heute habe ich ein sehr enges Zeitfenster und da sind 10 Minuten extra, quasi eine halbe Ewigkeit. Ungesehen von meinen Schülern flitze ich zum Auto und bin froh, dass ich dem großen Abschiedsszenario heute ausnahmsweise entwischen konnte.  10 Minuten vor der Zeit komme ich an und springe mitten auf dem Parkplatz in die  andere Hose, andere Schuhe und die Jacke.

Während der Typ noch ganz ungläubig schaut, schließe ich bereits das Auto ab und hechte über den Parkplatz, um  auf die Minute genau in der Fahrschule an zu kommen. Heute steht die Autobahnfahrt auf dem Programm und obwohl ich (inzwischen wie man fairer Weise schreiben muss) total gerne auf der Autobahn unterwegs bin, graut es mich heute ein wenig davor. Nicht vor dem Fahren an sich, da habe ich vollstes Vertrauen in meinen Fahrlehrer, denn dieser würde mich nicht auf die Autobahn lassen, wenn er auch nur den geringsten Zweifel hätte.
Nein, mein Angst ist ganz anderer Natur. Seit Tagen beobachte ich ängstlich das Wetter im Internet und hoffe zumindest auf Trockenheit, denn Fahrstunden, bei denen ich nass bis auf den Schlüppi war hatte ich nun schon zur Genüge.

Beginn um 14:30h, das Wetter hält und obwohl es recht verhangen am Himmel zugeht, scheint es so, als ob es trocken bleiben würde. Immerhin. Nach ein paar Einfahrübungen in Punkto Grundfahrübungen, wird das weitere Vorgehen besprochen, wichtige Dinge wiederholt und *schwupp* finde ich mich auf der Stadtautobahn wieder. Kein Problem, die kenne ich schließlich inzwischen wie meine Westentasche. Einfädeln, Überholen, Einfädeln… Alles kein Problem.

Dann hört er auf, der sichere 60er Bereich, mit dem ich mich schnell angefreundet hatte und es beginnt die offene Strecke. *Klatsch* und ich habe ein riesiges Herbstblatt auf dem Visier. ‚Ganz schön dunkel, der Herbst.‘ denke ich noch und schon ist es wieder weg und ich kann wieder sehen. Von Vorteil, wenn man inzwischen schon knapp 100 km/h fährt. ‚Verdammt, hatten wir abgesprochen, wie schnell ich jetzt fahren SOLLTE?‘ schießt es mir plötzlich durch den Kopf und nicht zum ersten Mal während meiner Motorradausbildung könnte ich mich über die einseitige Kommunikation grün ärgern. Schließlich entscheide ich mich für Tempo 130, immerhin muss ich ja so fahren, dass mein Fahrlehrer hinter mir im Auto noch mithalten kann und außerdem wird er schon was sagen, wenn er es schneller haben möchte.

Ich bin heilfroh, dass er nichts diesbezüglich sagt, denn ich habe das Gefühl durch einen Hurrikan zu sausen. Der Wind ist unglaublich stark und versucht mich von links nach rechts und hin und her zu reißen, was ich durch Balance und vollem Einsatz meiner verkümmerten Muskeln versuche zu verhindern. Zum Glück gelingt es mir, doch auch Überholvorgänge und die damit einher gehenden Schulterblicke haben es in sich, denn sobald ich den Kopf ein wenig drehe, habe ich das Gefühl, der Gegenwind will ihn mir abschrauben und als Souvenir mit nach Oz nehmen. Doch was muss, das muss. Sicherheit geht vor. Fuck, morgen werde ich Muskelkater wie schon lange nicht mehr haben. Überall…

Nach anderthalb Stunden soll ich auf einen Rastplatz fahren. Waha… Ich sterbe jetzt schon!!! Ein bisschen fühlt es sich an, als würden Arme und Beine nicht mehr in ihre natürliche Haltung finden, doch dann geht es doch und ich hopse ein wenig auf und ab. Kalt ist es eigentlich nicht. Zumindest nicht am Körper oder an den Beinen. Dafür spüre ich aber plötzlich das kribbeln in den Füßen. So wie damals, wenn man nach Stunden auf dem Rodelberg in Richtung Heimat läuft und auf einmal merkt, dass man eiskalte Füße hat. Ich dürfte mich ins geheizte Auto setzen um mich aufzuwärmen, doch das will ich nicht. Falscher Stolz, oder einfach nur der Wunsch, schnell weiter und durchziehen? Man weiß es nicht.

Auf dem Rückweg sind sie natürlich die ganze Zeit präsent, die kalten Füße und auch die Hände beginnen langsam aber sicher, sich der Außentemperatur von immerhin 8C° anzugleichen. Ich beiße mir auf die Lippen, schaue auf die Uhr und halte durch. Noch 80km, so verspricht es mir das Schild, an dem ich vorbei fahre. Naja, die schaffe ich jetzt auch noch!

Zurück in der Fahrschule erwarten mich tröstende Worte wie „Naja, immerhin haste keine toten Brummer auf dem Visier!“ Ja, super! Ich wusste, dass er einen positiven Aspekt geben würde, wenn man bei gefühlten -20C° auf der Autobahn unterwegs ist.

Ich hole meine Familie im Elterncafè ab. Ein Stück Kuchen und eine warme Suppe erwarten mich bereits. Unter dem Tisch wärme ich meine Zehen an den vermeintlich warmen Bodenfliesen, die alle anderen als recht kalt empfinden. „Das schaffe ich nicht nochmal!“ jammere ich dem Schatz in die Ohren und bekomme von einer Bekannten den Tipp, dass es gerade super warme Thermosocken beim Discounter um die Ecke gibt. HURRA!

Nachdem die Kinder dann im Bett liegen, raffe ich mich mit letzter Kraft noch einmal auf, um mich für die Überlandfahrt zu rüsten. Dabei erbeute ich nicht nur Socken und Strümpfe, sondern auch ganz ominöse Fusswärmer. Jedes Mittel ist mir recht und so wandern auch diese in den Wagen. Immerhin dauert das ganze in der nächsten Woche noch mal eine ganze Stunde länger…

Tja und nun sitze ich hier, inzwischen wieder halbwegs auf Normaltemperatur und verstehe nun auch, wieso mein Fahrlehrer meinte, dass es nur sehr wenige gibt, die ihre Prüfung zum Ende des Jahres machen. Ich bin in meiner Fahrschule die letzte in diesem Jahr und bei allem was warm und kuschlig ist: wenn der Prüfungstermin nicht schon stünde, ich würde es verlegen…

Nun werde ich mich in meine warme Wanne legen mit einem Muskelentspannungsbad oder so und dann zackzack ins warme Bettchen…

Groß

Eine neue und aufregende Zeit bricht an. Vor allem für den kleinen Prinzen, der eigentlich gar nicht mehr so klein ist, aber auch für mich, als absolutes Mutterschaf.

Gestern feierte er seinen 5ten Geburtstag. Naja, mag manch kinderloser Mensch jetzt denken, was ist daran schon besonders?! Doch wir Eltern wissen um die magische Kraft, die dieses Alter zu haben scheint.

Plötzlich sind aus den kleinen Kindergartenkindern richtig große Menschlein geworden, die plötzlich soviel können und noch viel mehr zu lernen bereit sind. Ach was sage ich bereit… BEGIERIG ist das viel treffendere Wort! Plötzlich vergeht kein Tag, an dem man sich nicht fragt, woher der Knirps das nun schon wieder weiß oder sich erstaunt die Frage stellt, wie das Kind auf diesen Gedanken kommt.

Wehmütig schaue ich auf mein großeskleines Kind, während er mir erklärt, dass nun schon bald seine ersten Milchzähne ausfallen werden. Einen Tag vor seinem Geburtstag musste ich in die zukünftige Grundschule, seine Geburtsurkunde vorlegen und Unterlagen ausfüllen, womit ich ganz offiziell den Countdown einschaltete. Nun sind es quasi nur noch Wochen, bis die Kindheit sich anfängt schleichend zu verabschieden, um mir dann so einen aufmüpfigen, anstrengenden, von Hormonen durcheinander gebrachten Teeny auf die Couch zu setzen.

Bis dahin sind es ja noch gefühlte Jahrhunderte, würde jetzt ein Nichteltern denken wollen, doch wir Mütter wissen es besser: War es nicht grad erst gestern, dass wir genau dieses tolle Kind im Krankenhaus das erste Mal im Arm hatten? War es nicht gerade gestern erst, dass wir stolz und übernächtigt den kleinen schlafenden Schatz im Kinderwagen vor uns herschoben? Und war es nicht auch erst gestern, dass man den ersten Brei von der Zimmertapete putzte?

Nun kann ich ja von Glück reden, dass ich zwei Kinder habe und mir die Prinzessin ja noch für ein Jahr länger im Kindergarten erhalten bleibt… Doch wenn ich sie mir so ansehe, frage ich mich, ob der Prinz auch schon so schnell so groß war. Und da haben wir den Nachteil, wenn die Kinder zu nah bei einander liegen, vom Alter her: Während man sich gestern noch gefreut hat, dass man so vieles in einem Schwupp durch hatte (Windeln, Brei…), so hat man heute das Gefühl, dass alles viel zu schnell geht.

Und da komme ich dann an den Punkt, wo ich beginne zu verstehen, warum viele Mütter sich noch ein weiteres Kind wünschen, wenn das erste/zweite/dritte… aus den Windeln ist/sind. Nicht das ich mir jetzt ein weiteres wünschen würde, dass auf gar keinen Fall, aber es keimt ein Funken Verständnis in mir auf.

Vielleicht verstehen Nichteltern ja was ich gerade durch mache, wenn sie an Tierbabys denken:
Man holt sie sich ins Haus, wenn sie noch ganz klein und tapsig sind und dann wird man eines Morgens wach und muss feststellen, dass das kleine Fellbündel plötzlich 30kg wiegt und einem den ganzen Platz im Bett wegnimmt und das, obwohl es gestern noch gar nicht groß genug war, um überhaupt allein bis aufs Bett zu kommen 😉

Projekt Fettness Reloaded 2014

Ich bin fett. Ja, das bin ich und ich muss dazu stehen. Im September 2012, also vor knapp anderthalb Jahren, war ich leichter als jetzt und startete für mich das Projekt Fettness. Heute lese ich mir die alten Beiträge durch und möchte weinen.
Der letzte Eintrag vor fast genau einem Jahr (die drei Tage) zu diesem Thema dokumentiert ein Kampfgewicht von immerhin nur noch 106kg. Man plante damals schon eine U100-Party, zu der es dann aber nie kam.

Kurz nachdem ich mit dem Projekt gestartet hatte, stellte man beim Schatz Gicht fest, welche eine Ernährungsumstellung, die wir ja eh schon hinter uns hatten, mit sich brachte. Der Schatz wurde auf Medikamente eingestellt und auch wenn er am Anfang tierisch litt, da sich die Gichtanfälle durch die Medikamente vorerst verschlimmern MUSSTEN, so ging es ihm dann wesentlich besser.
Wir hatten vegetarische Tage, grillten stellenweise vegetarisch und hatten auf Vollkornprodukte umgestellt. Man fand bei uns so gut wie gar keine Weißmehlprodukte mehr, nur noch Geflügel,  ich machte regelmäßig Sport und auch so ging es uns super.

Dann fing ich wieder an zu arbeiten und der Schatz war gut auf die Medis eingestellt. Essenszeiten verschoben sich, Nahrungsmittel wurden wieder immer heller und auch Fleisch kehrte immer mehr zurück in unseren Alltag. Zu all dem Überfluss hörte ich auch noch mit dem Sport auf. Anfänglich, weil ich nach einem Arbeitstag keine Motivation mehr hatte mich ins Fitnessstudio zu schleppen, anderer Seits auch, weil ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte, die Kinder erst in der Kita zu wissen und dann in der Sportbetreuung des Studios für noch 1- 2 Stunden. Hatte ich so doch schon ausgesprochen wenig Zeit mit den Beiden.

Seit Mittwoch vor zwei Woche stehe ich wieder kampfbereit da, wo ich vor anderthalb Jahren schon einmal stand. Mit dem Unterschied, dass ich damals weniger zu bewegen  hatte, als heute.
Damals ging ich mit 117 kg ins Rennen, vor zwei Wochen schrie mir meine Waage entgegen, dass wenn ich nicht sofort das 120kg- Walross von ihr nehme, sie einfach explodieren würde.

Warum ich eine solch pikante Sache öffentlich mache?! Ich habe, sowohl damals bei meinem Zigarettenentzug als auch bei anderen Dingen, gemerkt, dass ich sie besser durchhalte, wenn ich sie breittrete und öffentlich mache. So ist die Motivation eine höhere, da man natürlich lieber von Erfolgen spricht, als von Misserfolgen. Es gab natürlich auch viel Kritik, blöde Kommentare und Drohmails (warum auch immer), aber die gab es in all den Jahren, die ich nun schon blogge eigentlich immer mal und das ganz Themen unabhängig. Von daher kann ich damit ganz gut umgehen 😉

Nun kurz zum neuen Projektstart:
Methode: Kalorienzählen bis maximal (!!!) 2100 kcal; gesunde Ernährung in Form von weniger Fleisch, wieder Vollkornprodukte, mehr Obst und Gemüse, TRINKEN; Bewegung jeglicher Form, sei es mind. 10000 Schritte am Tag, Radfahren, Schwimmen, Yoga…
Gewicht
23.04.2014: 120,5 kg
30.04.2014: 117,3 kg (-3,2 kg)
07.05.2014: 114,9 kg (-2,4 kg)

Läuft.

Wollig = willig?

 

In der vorletzten Woche hatte ich ein fast vergessenes Ufo aus meiner Wollkiste geklaubt. Zuerst wusste ich noch  nicht einmal mehr den Namen und musste mir den erst einmal via Facebook besorgen, um dann die passende Anleitung aus meinem Wirrwarr zu suchen. Das hatte ich geschafft. Nur beim lesen der Anleitung fiel mir auf, dass ich etwas entscheidendes vergessen hatte und so ribbelte ich das ganze Ufo auf, den Tränen nahe, und fing von vorne an.
Wie sich heraus stellte, war ich genau bei der Mitte angekommen, als ich ribbelte, ganz toll… Doch ich hielt durch und näherte mich dem Ende. Der Schatz saß auf der Couch und ich durchlief meinen ganz eigenen Wollthriller, den der Schatz mit „total hilfreichen“ Kommentaren von der Seite aus,  begleitete.
Nun muss man vielleicht wissen, dass ich die Wolle wiegen musste und nach erreichen der Hälfte begann zurück zu arbeiten. So wollte es die Anleitung und ich versuchte mich daran zu halten. Nun verstrickte ich aber ein Gramm(!!!) mehr als die Hälfte. Und so saß ich nun da, starrte von der noch vorhandenen Wolle auf das Strickstück und wieder zurück, während ich panisch hoffte, dass das eine Gramm schon nicht so dramatisch wäre. Doch von wegen… Auf der Spule (Bild 1)wurde es immer weniger und auf der Nadel hatte ich noch immer zu viele Maschen. Nun hätte ich ja wieder alles ribbeln können, doch wie könnte man, angesichts der Tatsache, dass Man(dy) eine Woche intensiver Arbeit investiert hatte um so weit zu kommen?!
Ich entschied mich für den Schummelweg. Und bin ein wneig unglücklich drüber. Wie man sieht (mittleres Bild), ist das Tuch fertig, doch an der rechten Ecke fehlen zwei Spitzen. Die gibt es einfach nicht… Die wären nämlich das eine Gramm gewesen, dass ich in der Mitte zuviel verbraucht habe.
Gefallen tut mir das Tuch immer noch, keine Frage. Doch ob ich es je tragen kann, mit dem Wissen um den Schönheitsfehler?!
Eigentlich gibt es da keine Frage, denn ich muss, nur schon allein, damit der Schatz sieht, dass ich meine Werke auch benutze 😉
Kennt ihr das???

Nach der Fertigstellung fand ich gleich noch ein Ufo, welches auch sofort den Ribbeltod mit anschließender Wiedergeburt fand. Ich bin diesbezüglich mal sehr gespannt, ob ich es denn überhaubt beenden werden, denn das Muster ist nicht so leichtläufig und verlangt Konzentration. Aber dennoch bin ich eigentlich willig, denn die Wolle ist ein Traum und die Farben der Hammer… Und wennich vielleicht andere Nadeln benutz, vielleicht is Muster dann auch ein wenig gnädiger mit mir.

SheepyWeekly [04/2014]

SheepyWeek: Schrecklich, schrecklich, schrecklich! Am Montag komme ich aus dem Gebäude und stelle fest: glatt… Laufe also ganz vorsichtig zum Auto, arbeite mich 10 Minuten im Pinguinstyle um das Auto herum um es vom Eis zu befreien und komme ohne jegliche Vorkommnisse bei der Fortbildung an. Steige aus, bewege mich lächerlich langsam und stelle fest: alles wie immer, kein Zeichen von Eis. Nach 10 Metern ist der routinierte Gang drin und *plumps* ganze 2 Meter Gehweg sind vereist und ich liege flach. Auf dem Rücken. Abgefedert vom dicken Haar. Stehe auf, gehe zur Fortbildung und langsam kommen die Schmerzen. Ab zum Arzt, Diagnose : Gehirnerschütterung und Prellung der HWS und BWS. Immerhin scheint genug für eine Erschütterung vorhanden zu sein 😉
Nun renne ich ständig zum Arzt, nehme fleißig die Medis und hoffe auf schnelle Besserung. Hatte ich schon von Ilse, der attraktiven Halskrause erzählt? Modisch nicht ganz auf dem neusten Stand, bei den Temperaturen aber immerhin nützlich, wenn auch ein wenig unbequem, so immerhin helfend.
Etwas positives gibt es dennoch zu berichten, denn der Hund frisst fleißig (zwei Dosen am Tag) und nimmt zum Glück wieder zu.
SheepyTop: Die Lieblingszwillinge unserer Familie haben gestern ihren 1.Geburtstag gefeiert <3. Die Kopfschmerzen werden erfolgreich von den Medikamenten bekämpft.  Der Schatz hat am Freitag einen grandiosen Hoffnungsschimmer im Briefkasten gehabt.
SheepyFlop: Die Schmerzen im Rücken sind teilweise trotz der Medis so stark, dass ich am liebsten einen Beißring hätte 😥  Zum Glück habe ich grandiose Kinder! Gestern hat sich, vielleicht, der Kombi in Richtung Autohimmel gemacht. Sehr schade… Dank der Verletzung komme ich auch beim Einrichten des neuen Heimes nicht so voran, wie ich gerne hätte…
Mäh der Woche: „Haben Sie und Ihr Mann schon einmal über eine eigene BG nachgedacht?“ witzelt unsere Stammarzthelferin und legt uns schon einmal ein paar Namensvorschläge dar, während sie nebenher den Unfallhergang protokolliert.

Wie es sein sollte und wie es war

Weihnachten steht vor der Tür und man arbeitet voller Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub hin. Alles soll gemütlich und besinnlich sein. Man möchte sich erholen, die Zeit mit den Kindern genießen und in einer perfekten Welt läuft irgendwie alles wie von selbst…
Direkt nach Weihnachten war uns dieses Jahr aber leider nicht, muss ich an dieser Stelle gestehen. Denn durch den bevorstehenden Umzug und die damit verbundenen Arbeiten, waren wir Erwachsene mit doofen Erwachsenendingen beschäftigt und haben vor lauter Arbeit und Bauarbeiten es nicht geschafft ein wenig Weihnachtsstimmung zu kreieren. Da waren die Adventskalender und der Kranz vermutlich nur ein schwacher Trost.
Zum Glück gibt es aber liebe Menschen, die unsere Kinder zum Plätzchen  backen einladen (dank an dieser Stelle an die Fischgroßeltern und Frau Dadedin).
Zwei Tage vor offiziellem Urlaubsbeginn musste ich dann schon zu Hause bleiben, da der  Prinz sich eine Mittelohrentzündung angelacht hatte. Alles Negative hat ja aber irgendwo auch seine guten Seiten und so packte ich dann einen Teil der Weinachtsdeko immerhin noch 5 Tage vor Heiligabend aus. Der Schatz lief dann auch sogleich in den Garten, wo er unter Einsatz seines Lebens das gefährliche Nadelgehölz ausbuddelte und in die Wohnung trug. Den spitzen Nadeln zum Trotz  schmückten wir es und so kam dann doch noch ein wenig Weihnachtsstimmung im Hause Schokoschaf auf.
Den Heiligabend genossen wir gemeinsam mit unseren Kindern bei den Schwiegereltern und ließen und am ersten Feiertag dann lecker im eigenen Ställchen vom schokoschafschen Papa mit Weihnachtsgans, Klößen und selbstgemachtem Rotkohl verwöhnen. Während der Prinz die Feiertage bereits wieder genesen war, fing, nun wie bereits berichtet, die Prinzessin zu kränkeln an.
Und kaum dass die Feiertage rum waren, hieß es wieder Baustelle, Umzugsvorbereitungen und (natürlich) Krankenpflege.
Nein, nein, so stellt man sich das nicht vor, wenn man an Weihnachtsurlaub denkt… Und während ich mich auf Arbeit ein klein wenig erholen darf, behütet der Schatz das noch immer kranke Kind (und den Bruder, da die Kita erst am Montag wieder öffnet) auf der Baustelle, da wir nun im Endspurt liegen und die Sache noch diesen Monat abgeschlossen sein soll. Lange genug haben wir ja jetzt auch warten müssen, doch dazu ein anderes Mal mehr…
Die Pause ist jetzt auch zu Ende und ich geh dann mal zurück zu den Kollegen, die sich mit unseren 7 Ferienkindern „rumärgern“.

Einsam…

… fühlt man sich, wenn der Gatte ab 19:30h auf der Arbeit ist und die Kinder ab 20:00h friedlich in ihren Betten schlummern.
Zumindest an einem Tag wie heute: Silvester.
Das der Mann heute arbeiten würde stand schon lange fest und war nicht sonderlich überraschend. Eher waren wir froh, dass der kleine Prinz seine Mittelohrentzündung bis Heiligabend in den Griff bekommen hatte. Als die Prinzessin dann allerdings am 25.12. gegen 17h einschlief und dan erst am nächsten Morgen um 9h wach wurde, da schwankte mir nichts Gutes. Und richtig, die darauf folgende Nacht verbrachte ich gemeinsam mit meiner rückwärts essenden Tochter, mit der ich dann am Sonntag im Krankenhaus saß, weil zum Fieber dann endlich auch noch ein Ausschlag hinzu kam.
Diagnose: Virus, aber keine klassische Kinderkrankheit. Immerhin, dachte ich. Gestern saßen wir dann beim Kinderarzt und sagten danach die Silvesterfeier bei einer Freundin ab. Die Prinzessin hat einen Virus (dessen Namen ich bereits wieder vergessen habe), der für Kleinkinder ansteckend ist. Ganz toll… Zum Glück besteht unser Freundeskreis zu 98% aus Kleinkindeltern…
Die Alternative sagte dann auch vorsichtshalber ab, wegen ihrem Schulkind und so Sitze ich jetzt hier. Wir haben mit Kindersekt so gegen 18h alle zusammen angestoßen, sind dann zu viert vor die Tür und haben das alte Jahr laut und bunt verabschiedet. Dann gab es klassische Pfannkuchen, wir haben den Schatz zur Arbeit geschickt und dann noch frisches Popcorn und warme Marshmellows mit Schokoüberzug genascht.
Tja und nun ist hier still…
Es war ein gutes Jahr, in dem wir viel erreicht haben, Hürden genommen und Gräben übersprungen haben. Es ist grandios, was sich alles verändert hat.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei all den tollen Menschen, die mich, und inzwischen uns, schon so lange unterstützten. Die immer für uns da sind und das einfach nur, weil sie uns mögen. Ohana... Eine ganz besondere Freundin hat mich mal darauf gebracht und ja, ich gebe ihr recht, es ist besser.

In diesem Sinne: Kommt gut rüber und genießt die Zeit in eurer Ohana. Ich tu das und wisst ihr was? So schlimm ist dieses Jahr das Silvester auch gar nicht mehr 😉

Bis nächstes Jahr ❤

Ökoschaf

Die langjährige Freundin zieht mich schon seit einigen Jahren auf und unterstellt mir, ein Ökoschaf zu sein. Nun kann ich von Glück sagen, dass meine Wolle dick genug ist, um die kleinen Spitzen einer Freundschaft nicht allzu nah an mich heran zu lassen.

Und dennoch, ich ertappe mich immer mehr selber. Versteht mich nicht falsch, ich habe kein Problem damit, wenn man ökologisch denkt und handelt, aber mal ganz im ernst: wie stellt man sich den typischen Ökoaktivisten vor? Und möchte man selber unbedingt so sein? Also ich nicht. 😉

Wie dem auch sei, ich wollte euch eigentlich erzählen, wie ich darauf komme:
Während der Ausbildung hatte ich ein Fach, das nannte sich irgendwie „Umwelt und Nachhaltigkeit“, oder so ähnlich 😉 Bei den „spannenden“ Filmen lag ich öfter mal mit dem Kopf auf dem Tisch, wertete mit den Sitznachbarinnen wirklich wichtige Wochenenderlebnisse aus oder bereitete Vorträge für andere Themenfelder vor.

Doch unterbewusst scheint es doch angekommen zu sein, denn ich fing auf einmal an auf Saisonware und heimische Lebensmittel zu achten beim Einkauf, holte mir Beratung von einem einem Energieberater und trenne inzwischen freiwillig den Müll. Nur von Bioartikeln lasse ich noch immer absichtlich die Finger, immerhin schneiden die noch viel zu oft viel zu schlecht ab! 😦

Nun ist es ganz vorbei und leugnen hilft quasi nicht mehr: Ich habe auf der Arbeit auf eigene Idee hin eine Schulgarten-AG gegründet (und heute den ersten Tag geführt), habe das Konzept meines Freizeitraumes auf Nachhaltigkeit und arbeiten mit wertlosen Materialien sowie mit  Naturmaterialien umgeschrieben und nerve die Kollegen inzwischen schon mit Erinnerungen daran, um an genug wertloses Material zu kommen…

OMG, ich bin ein Ökoschaf ^.^‘