Alt sein

Ich war ja noch nie so die Diskomaus. Tanzen, saufen, tanzen… und vor allem tanzen, das war nie so meins. Lieber bin ich auf Privatpartys gegangen und habe mich da nett mit den Leuten unterhalten (oder zum Karaoke überreden lassen). Nie, naja, einmal vielleicht, war ich so voll, dass ich bis heute nicht weiß, wie ich nach Hause gekommen bin. Saufen bis zur Kotzgrenze habe ich auch einmal versucht, war nicht so meins, Drogen jeglicher Art habe ich schon immer abgelehnt und so kann ich behaupten, ein sehr vernünftiger Teen/Twen gewesen zu sein. *auf Heiligenschein tipp*
Alkohol gibt es bei mir nur noch sehr selten und dann auch nur des Genusses wegen (man hat ja inzwischen die finanziellen Mittel und kann es sich leisten nur das leckere Zeug zu kaufen, statt des billigen Fusels 😉 ), meist fahre ich eh mit dem Auto und trinke deswegen lieber ne Cola. Lustig sein und dusselig quatschen kann ich immerhin auch so, da brauch ich keinen Alk.

Je oller desto doller, behauptet das Sprichwort. Ich hoffe, dass sich das auf den Pfefferminztee am Wochenende bezieht, den ich ohne mit der Wimper zu zucken in einem Schluck hinter kippe, während ich in der anderen Hand die Häkelnadel halte.
Nein, jetzt mal im Ernst: Ich unternehme immer noch gerne etwas am Wochenende und so ganz eigentlich hat sich da zu damals nichts verändert: Essen gehen mit Freunden, Kino, Theater, Comedy, Konzerte…
Und seit neuestem, man höre und staune, Spieleabende. Was ich in letzter Zeit Rummikub, Phase 10, Scrabble, o.ä. gespielt habe, habe ich in den letzten 15 Jahren nicht gespielt. Generell habe ich nur in der aller größten Not oder um jemanden einen Gefallen zu tun (so ähnlich hat es sich übrigens bei den Diskobesuchen verhalten) in meiner Freizeit ein Gesellschaftsspiel gespielt.
Seit neuestem liebe ich es.

Ich habe es sogar geschafft den Schatz zu infizieren, so dass er Abends das ein oder andere Mal fragt, ob ich Lust hätte mit ihm eine Partie zu spielen. Und als ich das erste Mal bei FB postete, was ich mit der Lieblingsvera spiele, kamen gleich Kommentare wie „Och, ich würde auch gerne“ oder ähnliches.
Wieso wusste ich denn nicht, dass ich solche Leute kenne?! War ich wirklich so ignorant, oder hat sich das bei den Leuten auch erst entwickelt? So saßen wir also am zweiten Weihnachtsfeiertag und zu Silvester mit Freunden und Familie an unserem Tisch und verspielten die Zeit ohne es zu merken.
„Das schreit nach einer Wiederholung!“ war beim Abschied zu hören und ja, ich hoffe darauf.

Es lässt sich also feststellen, dass ich noch immer am liebsten auf Privatfeiern gehe, um da gemütlich zu klönen; dass ich kulturelle Angebote sehr gerne besuche, auch um eventuell neue Interessen zu entdecken; dass ich mich gerne für Stunden in Büchern vergrabe; dass ich gerne Handarbeiten erstelle;  dass ich plötzlich Gesellschaftsspiele liebe.

Letztens sagte jemand zu mir, dass ich eben alt werde. Ja, stimmt, kann ich schließlich nicht aufhalten. Wenn aber diese meine Interessen ein Indiz für voran geschrittenes Alter sind, dann bin ich schon ganz schön lange alt. 😉

Termine zum ‚gemeinsam alt sein‘ vermerke ich mir gerne in meinem Kalender, spontanen Aktionen gegenüber bin ich aber auch offen 😉

Weihnachtsrückblick

Stellt euch vor, nein, ich habe nicht das Christkind gesehen. Aber ich habe eine EMail von unserem diesjährigen Weihnachtsmann bekommen.
Und das kam so:

In den vergangenen Jahren hatten wir so unsere liebe Not mit der Organisation eines Weihnachtsmannes. Mal machte es der Schwager, mal ein Kollege und ein anderes Mal dann der Mann von der lieben Dadedin, der für jemanden eingesprungen war, der kurzfristig absagte.
Das Problem an solchen Arrangements ist allerdings, dass diese auf Gegenseitigkeit beruhen und der Schatz zum einen für sowas nicht geschaffen ist zum anderen, dass man sich (und anderen) dadurch ein wenig den Tag zerreißt.

Dieses Jahr schaffte ich es dann doch tatsächlich fast rechtzeitig *räusper* (Ende November) in einer Agentur anzurufen (Angelas Engel- Agentur). Die Hoffnungen waren gering, dass wir so knapp vor kurz noch Glück haben würden einen Termin abzubekommen.
Am Telefon meldete sich eine Dame, ihre Stimme suggerierte mir sofort eine engelhafte Gestalt mit langem, blondem, lockigem Seidenhaar. Sie war (natürlich) super freundlich und so dermaßen in ihrer Rolle drin, dass ich einen Moment brauchte um zu verstehen, was sie mit der Frage „Wann und wo soll der Weihnachtmann denn mit seinen Rentieren landen?“ wissen wollte. Das ganze Gespräch über behielt sie diese Form der Gesprächsführung bei. Ich war am Ende so entspannt (die Dame kann bestimmt voll gut autogenes Training anleiten!) und begeistert, dass ich guter Dinge war.

Ein wenig  später kam dann die Buchungsbestätigung per Mail und auch diese war so süß… Ich glaube so oft und gerne habe ich noch nie irgendjemandem eine meiner Rechnungen gezeigt ^.^  Damit ihr auch mal hachzen könnt, hier ein kleiner Auszug: „… Sehr gerne bestätige ich Ihnen den Einflug der Weihnachtsmannes am… … der Preis für das Rentierfutter beträgt Xy Goldtaler…“ ist das nicht herzallerliebst?! ♥

Ein wenig hat man ja dann aber doch Angst, wenn man die Malheure anderer Familien mit gebuchten Weihnachtsmännern hört. Der eine spricht nur schlechtes „Türkendeutsch“, der nächste benutzt Schimpfwörter, ein anderer stinkt nach Alkohol und ist unmöglich gekleidet… Was würden wir bekommen? Wieso habe ich die erst beste Anzeige aus dem Kleinanzeigen-Ding genommen, ohne die Firma mal zu googeln? Mist, ich konnte nur abwarten und hoffen.

Dann kam der Anruf. Das Vorgespräch um genau Informationen zur Landung und über die Kinder auszutauschen. Er würde gerne mit der Familie ‚Oh Tannenbaum singen‘, wollte wissen, ob die Kids etwas vorbereitet hätten für ihn und ob wir Fotos machen wollen mit ihm zusammen.
Er hatte einen Akzent… „Ohoh…“ dachte ich im ersten Moment, immerhin muss man das ja den Kindern irgendwie verkaufen, wo die doch im TV und sonst überall nur die hochdeutsche Version zu sehen bekommen. Immerhin war er mega sympathisch, die Stimme wunderbar und irgendwie ist das ja schon mal die halbe Miete.

Den Kids erklärte ich dann, dass der Weihnachtsmann ja am liebsten auf englisch mit seinen Elfen und Wichteln spricht, weil die von überall herkommen und sich dann alle am besten verstehen. Das war vollkommen logisch für die Kids und die kleine nahm sich dann vor, während sie an der Weihnachtskarte für ihn bastelte, ihm ein Lied aus der Englisch-AG zu kredenzen.

Dann war es endlich so weit: Heiligabend und es klopfte an der Tür. Aufgeregt rannten die Kinder zur Tür Chrisrmasund kamen aufgedreht und -geregt zurück gerannt. Im Schlepptau einen wirklich prachtvollen Weihnachtsmann. Noch bevor er sich gesetzt hatte, hatten die Kinder ihm die Plätzchentüte mit der gebastelten Karte (und dem darin verbastelten Geld)  überreicht und lauschten dann ganz andächtig, was er zu sagen hatte. Es wurde gesungen, gelacht, gereimt und nach einer knappen halben Stunde war er dann wieder weg.

Und die Eltern waren begeistert und froh über einen solchen Glücksgriff! Das Kostüm war, wie man es wünscht, sehr plüschig und offensichtlich auch gut warm (naja, bei 15 Grad Außentemperatur wäre wohl auch so ein olles billig-Filzkostüm zu warm gewesen). Die Schuhe ordentlich weihnachtsmannstiefelig. Das goldene Buch richtig schön angealtert und sehr schlau. Aber am meisten hat uns der Mann selber begeistert. Er war so richtig schön herzlich im Umgang mit den Kindern, hat an der richtigen Stelle DAS perfekte Weihnachtsmannlachen gelacht und strahlte alles das aus, was man sich an Weihnachten so wünscht. Noch heute sprechen die Kinder davon, dass er sie in den Arm genommen hat zur Verabschiedung, dass sagt ja wohl alles, oder?!

Wer mich ein bisschen kennt, der weiß, dass ich mich gerne beschwere. Also an den richtigen Stellen. Aber ich kann auch loben (wobei ich da nicht weiß, ob ich das gut oder eher schlecht kann, aber ich versuche es 😉 Und genau das tat ich dann nach den Feiertagen auch per Mail an die Agentur. Ich bedankte mich und lobte alles, was uns gefallen hatte und der Bitte, genau diesen Mann nächstes Jahr wieder buchen zu können.

Und dann bekomme ich von unserem Weihnachtsmann eine Mail zurück, dass er sich sehr über das Lob gefreut hat. Und ein wenig erzählte er dann auch von sich:
Professioneller Schauspieler/Sänger aus NewYork, seit 2013 in Deutschland, mit einigen Drehs auch hier.
Aha, dass erklärt dann ja so einiges, und auch seine Vita (natürlich gleich im Netz gefunden) ist sehr interessant. ^.^ Hoffentlich entscheidet er sich auch in diesem Jahr wieder dazu, die Rolle des Weihnachtsmannes zu spielen, das Casting bei uns hätte er zumindest gleich schon mal im Sack! 😉

(Anfrage ob eine Verlinkung der Agentur erwünscht ist, ist raus und wird gegebenenfalls nachgelinkt ^^
EDIT: Die Agentur hat grünes Licht gegeben, der Link zur Agentur ist www.engel-in-berlin.de)

Ich bin nicht mehr da für euch…

Kennt ihr diese Freunde/ Familienmitglieder, die sich wirklich immer nur dann bei einem melden, wenn es ihnen schlecht geht, oder sie bei irgend etwas Hilfe benötigen, ansonsten aber deine Nummer nicht finden können?!

Im Laufe der letzten Jahre habe ich solche Leute quasi angesammelt. Das geht dann immer für eine gewisse Zeit gut, doch irgendwann platzt mir der Kragen und ich fange an zu sortieren. Dabei geht es nicht darum, dass die Leute sich immer und in regelmäßigen Abständen bei mir melden müssen, sie wissen ja nichts von meiner kalendarischen Strichliste *lach*. Aber so ab und zu mal eine Nachricht (egal über welches Medium) und sei es nur ein bisschen Smalltalk hat ja nun noch niemandem geschadet. Es sei denn, dieser findet nach wochenlanger Kontaktarmut statt und endet mit „… und dann wollte ich noch fragen, ob ihr mir bei dem oder diesem helfen könnt oder jemanden wisst…“ Ganz hoch im Kurs stehen vor allem die Leute bei denen man schon beim klingeln des Telefons weiß, wen sie sprechen wollen und um welche Bitte es sich im Großen und Ganzen handeln könnte. Ich habe da ein wirklich treffsicheres Gespür, der Schatz staunt schon gar nicht mehr, obwohl er noch immer nachhaltig beeindruckt ist.

Ich möchte auch nicht behaupten, dass es immer einfach ist, sich mit mir zu verabreden, aber wenn man wirkliches Interesse daran hat, findet sich immer ein Termin. Sowohl mit, als auch ohne Kinder. Natürlich ist unser Leben geprägt von einer 40-Stunden-Arbeitswoche (beim Schatz sogar im Schichtdienst), Terminen mit/für die Kinder und dem übrigen, oft lästigen, Orgazeug (einkaufen, Haushalt etc.). Und natürlich wohnen nicht alle mal gleich ums Eck, so dass sich Spontanbesuche nach der Arbeit eventuell noch lohnen könnten.

Ich weiß das natürlich alles und trotzdem frage ich mich, ob ich so ätzend bin, dass einige mich nur als Nutzkontakt (jemand den man nur im Telefonbuch hat für den Fall, dass er nützlich sein kann) in ihrem Smartphone haben. Langeweile, weil jemand anderes keine Zeit hat, wird ja auch total unterschätzt, da ruf ich mir doch lieber die Ätze an, als allein was zu starten…
Was aber vielen nicht bewusst ist: es fällt durchaus auf, wenn man so ausgenutzt wird. Unbewusst schmieren diejenigen einem das dann später aufs Brot, gerne durch Erzählungen like „Hach, ich hätte fast alleine in den Zoo gemusst, aber dann hatte XY ja doch noch Zeit, sonst hätte ich euch ja gefragt!“

Besonders gerne ärgere ich mich ja über Leute, denen ich aus Freundschaft (einseitig, wie sich dann später heraus stellt) den Ar*ch auf gut Deutsch hinter trage, bei Tag und Nacht auf Abruf bereit stehe um an ihrer Seite zu sein und am Ende kommt weder ein Dankeschön, noch sonst irgendwas. Nein, eher sehe ich dann, wie eben diese Leute mit `ihren Lieblingsmenschen´was trinken gehen, DVD-Abende machen und man ja so froh ist, dass man sie hat (von denen konnte man natürlich in der Zeit der Not niemanden kontaktieren, geschweige denn, dass jemand gekommen wäre… ).

Klinkt das jetzt alles ein wenig eifersüchtig?
Möglich!
Vielleicht ist das auch ein Teil des Problems, aber ich habe es so satt, dass ich so verarscht und ausgenutzt werde. Ich habe schon vor einiger Zeit begonnen die Leute zu testen, indem ich mich mehrfach melde und dann irgendwann aufhöre. Locker anfrage, was sie denn vorhaben und auf eine Verabredung warte. Kommt da nichts bei raus, wird aussortiert.  Natürlich nicht bei jedem, doch man kennt ja seine Pappenheimer… Denen kann ich nur sagen „Ich bin nicht mehr da für dich!“

Es gibt aber auch Freundschaften, die funktionieren super, obwohl man sich nur alle viertel Jahr mal sieht . Die vermisse ich oft schmerzlich, das wird mir aber erst bewusst, wenn man sich mal wieder gesehen hat, oder ewig mit einander geschrieben hat… Das schlimme ist ja, dass man so von den Problemmenschen eingenommen wird, dass man gar nicht im Blick hat, wer da noch so alles ist und von einem selbst vernachlässigt wird. Vielleicht sollte ich doch eine kalendarische Strichliste führen…

Jahresende

Und während ich hier so ganz emsig *hüstel* aufräume und der Rest meiner Familie schon einmal ein wenig der Müdigkeit heute Abend entgegen wirkt, komme ich nicht umhin über das vergangene Jahr nach zu denken.

Man wird immer so nostalgisch an Silvester, geht es euch auch so?! Oder liegt das einfach am Alter?

So sitze ich also im Herd, (naja zumindest fast, denn für Planschkuhbraten ist er vom Fassungsvermögen her nicht ausgelegt) und kratze schwarzen Käse von der letzten Pizza vom Boden, während mir klar wird, dass ich alles richtig gemacht habe. Nicht im Einzelnen, denn natürlich war  die ein oder andere Entscheidung keine Glanzleistung, der ein oder andere Streit vermeidbar, aber so im Großteil der Masse möchte ich schon behaupten können, erfolgreich gewesen zu sein.

Damit meine ich jetzt nicht unbedingt ausschließlich das vergangene Jahr, obwohl man das durchaus zu meinen erfolgreicheren zählen kann, sondern sagen wir mal die letzten sieben Jahren. Wenn ich daran denke, wie verzweifelt ich damals stellenweise war, wie schwer mir alles vor kam und wie hart einige (wenige) Menschen daran gearbeitet haben, dass ich mich nicht vollkommen aufgebe…

Heute geht es mir wirklich gut und bis auf die üblichen Problemchen einer Mutter (Unzufriedenheit mit dem Betreuungspersonal, Erziehungsproblematiken, etc) /Ehefrau (ein nicht erwachsen werdender Ehemann 😉 )/Kollegin (Muss man denn für alle mitdenken? Ach, sind die alle reizend! Wer war das? Was machen wir als nächstes?)/Freundin (Ich bin eine schlechte Freundin, danke das ihr trotzdem zu mir haltet! Wir brauchen mehr Dates! Ich vermisse euch! ♥), kann ich mich wirklich als problemfrei bezeichnen und es tut gut!

Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, wie sollte es auch anders sein, der größte Faktor war aber Mut.
Mut um Hilfe zu bitten, Mut die gebotene Hilfe anzunehmen.
Mut sich von negativen Variablen  zu trennen.
Mut sich auf Neues einzulassen.

Ich wünsche euch allen ganz viel Mut für das neue Jahr!

Ich versuche es jetzt mal sichtbar

Ja natürlich, ich hatte viel damit zu tun, mich an die neuen Kollegen, die neuen Kids und die neuen Umstände zu gewöhnen.
Ich musste mich daran gewöhnen, dass mein großes Kind nun nicht mehr einfach nur ein spielendes Kind, sondern nun ein hart lernendes Schulkind ist, was das ein oder andere Ärgernis mit sich brachte.
Ich habe Dinge geplant und nicht durchführen können, weil unterschiedliche Faktoren dagegen gearbeitet haben.
Ich habe mich teils verigelt und teils verausgabt was Freundschaften anbelangt. Speziell hier sind Dinge geschehen, die mich in letzter Zeit stark beeinflusst haben.

Doch der Grund für meine lange Abstinenz hier auf dem Blog ist keiner der oben genannten. Auch nicht meine schreiende Faulheit oder Kreativlosikeit… Viel mehr waren es die Kommentare einiger weniger, die mich gestoppt haben in meinem Schreiben, Natürlich nicht die lieben und netten, ihr ahnt es… Es waren bösartige, gemeine und recht persönliche, die natürlich nur von Menschen gestammt haben können, die mich irgend woher kennen.

Ich habe keine Ahnung, wer diese Person/en sind, doch manches hat mich hart getroffen. Auch das Drohungen dabei gewesen sind, hat die Sache nicht besser gemacht.

Ich habe dennoch viel geschrieben, auch hier im Blog, denn es hilft mir oft, mich und meine Entscheidungen zu reflektieren, manches zu verarbeiten und mich später an Schönes besser erinnern zu können. Nur habe ich es nicht öffentlich gemacht, habe einen „unsichtbaren“ Blog geführt, nur für mich allein.

Nun bin ich wieder so weit, dass ich es wieder öffentlich versuchen möchte. Wenns nicht klappt, gehe ich eben wieder inkognito. Außerdem funktioniert die „schwarze“-Kommentar-Liste jetzt 😉

Ich wünsch euch was…

Sommerurlaub

Um 4 Uhr aufstehen entspricht nicht gerade dem, was ich als angenehm empfinde, schon gar nicht, wenn ich aus unterschiedlichsten Gründen erst um 1 Uhr eingeschlafen bin. Und dennoch, wenn das Flugzeug um 6 Uhr in den Urlaub startet, dann muss man eben mal raus aus seiner Komfortzone. Glück sei Dank hatte der Schatz schon den Vorabend-Check-In gemacht, denn ansonsten wäre es für alle beteiligten noch stressiger gewesen. Und das nicht nur, weil das Gebäck dann auch noch hätte weggebracht werden müssen, sondern weil ich in Sachen Flugreisen ohnehin schon ein nervliches Wrack bin.

Immerzu habe ich Hummeln im Hintern und die Befürchtung, wir könnten nicht pünktlich an Board sein, uns fehlt eventuell irgendein wichtiges Dokument oder, oder, oder. Dementsprechend ist es der Familie am liebsten, wenn alles so früh wie möglich unter Dach und Fach ist und man mich nur noch ins Flugzeug setzen brauch. Dabei gilt es natürlich, mich so früh wie möglich zum Flughafen zu bekommen. Wäre es nach mir gegangen, wären wir schon um 4 Uhr zum Flughafen losgefahren, man weiß ja nicht, was für Widrigkeiten unterwegs auf uns warten. Zum Glück ist der Mann da eher der Entspannte und da er der Fahrer vom Flughafenshuttle ist, fährt die Familie erst los, wenn er das für richtig hält. Im Übrigen fällt jegliche Hektik und Panik von mir ab, wenn wir dann endlich im Abflugbereich sind.

Durch den frühen Abflug daheim und den späten Rückflug vor Ort hatten wir ganze 14 Tage Sonne, Pool und Meer.

Es war ein wunderschöner Familienurlaub in Bulgarien bei durchschnittlich 34°C (eigentlich schon fast zu viel für mich, aber dank Pool und Meer gerade noch erträglich). Wir hatten ein wirkliches tolles Familienapartment, mit allem was man zum schlafen,wach und sauber  werden so benötigt. Das Essen war immer lecker und Abwechslungsreich und auch für die Kinder war immer was passendes vorhanden (wenn auch unsere Kids sich vorlieblich von Pommes, Pizza und Eis an der Poolsnackbar ernährten). Das Animationsteam sowohl für die Erwachsenen, als auch für die Kinder, war immer lieb, freundlich und hilfsbereit. Unsere Kids haben den Kidsklub geliebt und so kamen der Schatz und ich in die Bredrouille, dass wir anfänglich so gar nicht wussten, was wir tun sollen, denn eigentlich war unser Tagesplan auf Kinderbespaßung ausgelegt. Naja, nach einem kleinen Spieleshopping war die Langeweile fix verschwunden und wir genossen die freien Stunden.
Natürlich mussten die Kinder dann aber doch das ein oder andere außerhalb des Hotels machen und hatten dann am Ende auch ihren Spaß, obwohl sie eigentlich keine Lust gehabt hatten. Auf dem Programm standen längere Spaziergänge, die man gut und gerne auch als kleine Naturwanderungen (immerhin immer gute 8km) bezeichnen könnte, Ausflüge in die nächste Stadt, eine Kinderpiratenbootsfahrt (mit Wasserschlacht, Schatzsuche und weiteren Minispielen), ein Delfinariumsbesuch (der erste und letzter dieser Art), Ponyreiten, Jahrmarkt, natürlich Strand, Wasserrutschenpark (mehrfach) und für die Mama eine kleine Shoppingtour, bei der die Kids dann doch wieder die Oberhand hatten

Und plötzlich war die Zeit um und während ich mich schon auf zu Hause freute, hätte meine Familie gut und gerne noch weitere zwei Wochen hinten dran hängen wollen.
Freitagnacht landeten wir wieder in Berlin- Schönefeld, und während meine Familie die sommerlichen Temperaturen noch für eine Woche auf dem Zeltplatz mit Kanufahrten und lieben Freunden genossen, unterschrieb ich am Montag meinen neuen Arbeitsvertrag und startete in einen neuen Arbeitsabschnitt. Diese Woche fuhr ich dann jeden Tag nach getaner Arbeit  noch für einige Stunden auf den Zeltplatz und genoss den Spaß der Kinder um dann alleine nach Hause zu fahren.

Abschied

„Soll, soll ich nicht… Na eigentlich… Aber uneigentlich… Habe ich eine Chance? Wohl eher nicht… Aber warum eigentlich sollte ausgerechnet ich keine Chance haben…“ Gedanken, mit denen ich mich knapp ein halbes Jahr lang herum schlug. Ich dachte über einen Wechsel der Arbeitsstelle nach und war hin und hergerissen zwischen dem was da war und dem, was da eventuell auf mich zukommen möge.
Es gab einige Faktoren, die gegen eine Bewerbung sprachen, wie zum Beispiel das Wissen darum, dass es in anderen Betrieben auch nicht alles so läuft, wie ich es mir wünschen würde und natürlich die Lieblingskollegen, mit denen ich dann ganz unweigerlich nicht mehr zusammen arbeiten würde, genauso wie die lieben Kleinen, die ich mit all ihren Ecken und Kanten stark ins Herz geschlossen hatte. Dennoch, die Argumente, die für eine Bewerbung sprachen hatten ganz klar die meisten Punkten und auch die Lieblingskollegen, zumindest die, die ich in meine Überlegungen einbezogen hatte, bedrängten mich immer mehr. So gab ich am letzten Tag der Bewerbungsfrist meine Bewerbung dann doch ab und quälte mich nun mit meinem Gewissen und meiner Loyalität.

Nach vier Wochen kam dann eine Einladung zum Casting. So etwas veranstaltet man nämlich heut zu Tage ganz gerne, um potenzielle Mitarbeiter schon im Vorfeld abzuschrecken kennenzulernen. Voller Überraschung schaute ich auf die Mail und haderte nun mit mir. der Termin wäre, natürlich, an einem Tag, an dem ich Arbeiten müsste. Ausgesprochen unpraktisch, wenn man dem Vorgesetzten nicht sagen möchte, dass man sich beworben hat, weil man sich ja selbst noch gar nicht so darüber im klaren ist, dass das verschicken der Bewerbung schon so etwas wie eine Entscheidung zum Gehen ist. Da es für mich absolut gar nicht in Frage kam an diesem Tag krank zu machen, blieb mir nur die Nachfrage ob ich Überstunden abbauen dürfte an diesem Tag oder gar nicht zum Casting zu gehen. Nun kam aber Dr. prof. Zufall um die Ecke und bescherte mir einen freien Tag, da die Kita just an diesem Tag geschlossen hatte und mich mein Chef netterweise deshalb freistellte. Ein schlechtes Gewissen hatte ich dennoch, denn es fehlte ja ein Teil der Wahrheit.

Die Vorbereitungen überließ ich, wie es bei mir so üblich ist, den letzten 10 Minuten vor Abfahrt, denn das sind meist die kreativsten, und war ansonsten doch recht entspannt. Vor Ort traf ich dann noch einen anderen Kollegen und so verging die Wartezeit eigentlich recht schnell. Genau wie das Casting an sich, denn meine vorgegebenen 5 Minuten Redezeit hatte ich nicht ganz ausgeschöpft, da ich dann vor all den Zuhörern und Angesicht der Tatsache, das die einen anderen Ablauf wollten als ich ihn mir zurecht gelegt hatte, einfach die Hälfte von meinen tollen Erzieherqualitäten vergessen hatte zu erwähnen. Auch die 3 Minuten Fragezeit, die die Castingleute an mich hätten richten können,wurden nicht genutzt. Als ich also nach 5 Minuten aus dem Saal herauskam, war ich überzeugt: Das haste verkackt!

Vollkommen entspannt konnte ich nun den Rest des Tages mit den Kids genießen und ärgerte mich wirklich nur ein klitzekleines bisschen, war aber auf der anderen Seite total froh darüber, dass ich mein Vorhaben nicht so breitgetreten hatte. Zwei Tage später  hatte ich dann Homeoffice, weil geführte Sprachtests digitalisiert werden wollten und dies nur an meinem Heimcomputer möglich war und plötzlich bekam ich die Email, dass ich mich bitte bei Frau XY von der Personalstelle melden sollte. Ehe ich es mich versah saß ich 2 Stunden in einer anderen Schule, hörte mir das Konzept an, würde herum geführt und erzählte von mir und meinen bisherigen Erfahrungen. Alles ganz locker und entspannt bei einer Tasse Kaffee im schuleigenen Gemüsegarten. Dies sollte mein neuer Arbeitsplatz werden, so denn ich mir das vorstellen könnte.

Der nächste Tag war hart für mich, denn ich musste mit meinem Chef sprechen und im berichten, das ich nach den Ferien nicht zurück kommen würde. Es fiel mir nicht sonderlich leicht, denn ich mochte meinen Chef und er tat mir sehr, sehr leid, als er mich ungläubig anschaute und offensichtlich sehr überrascht war. Wir sprachen eine ganze Weile und ich erklärte meine Beweggründe, obwohl ich dies gar nicht gewusst hätte, doch es schien mir wichtig und er war, im Nachhinein, auch dankbar über das Gespräch, so eine seiner Vertrauten.

Die letzten zwei Wochen vor den Ferien standen nun an und ich hatte soviel für meine Klasse geplant um mich vernünftig zu verabschieden und es den Kiddies nicht allzu schwer zu machen. Und dann wurde ich krank und durfte nicht zur Arbeit. Natürlich ließ ich mir den letzten Tag nicht nehmen und ging dann doch, allerdings nach Absprache mit dem Chef, in meine Klasse, ansteckend war ich ja nicht mehr. Ich verteilte meine individuell beschrifteten Bilderrahmen an die Kids, das Kooperationszeugnis an meine Klassenlehrerin und verabschiedete mich nun noch einmal ganz offiziell bei meinen Kindern. Ich schaffte es ohne weinen, aber nur ganz knapp.

Dann fuhr ich nach Hause und packte die letzten Kleinigkeiten in die Koffer. Es waren noch 2 Tage bis zum Urlaub und ich hatte einen riesigen Stein auf Herz, Seele und Magen. Was würde nun werden?!

Und dann…

Damals, vor unendlich langer Zeit, während meiner Ausbildung, hatte ich mich zu einen Kurs zum Thema „Suchtprävention“ eingetragen. Hauptsächlich, weil meine damals beste Freundin ein Jahr weiter war als ich und nicht aus dem Schwärmen für die Dozentin heraus kam und zum anderen, weil mich das Thema tatsächlich immens interessierte.

Naja, die Dozentin erwies sich als schrullige, liebenswerte aber auch sehr kompetente Persönlichkeit und die theoretischen Ansätze waren auch nicht unbedingt die Schlechtesten. Und auch, wenn ich nicht unbedingt die herausragendste Schülerin war, so konnte ich dem Kurs doch eine Menge Informationen entnehmen (und das trotz meiner Lernmethodik).
Unter anderem musste ich einen Vortrag über Coabhängigkeit halten, der mich damals schon ein wenig an der Menschheit zweifeln ließ. Letztens saß ich dann einer Bekannten gegenüber und stellte einen blauen Fleck an ihrem Arm fest, der an Intensität und Größe schon echt herausragend war. Natürlich versuchte sie sich mit einer Lüge à la Fahrradunfall heraus zu reden, doch nach einem Blick meiner Seits revidierte sie ihre Aussage sofort und erklärte mir, dass sie eine Bierflasche abwehren musste, die ihr im vollen Fluge entgegen kam. Leer, wie sie schnell betonte. Und es war ja auch ihre Schuld, denn sie hätte ihren Mann ja nicht so zu reizen brauchen, wie sie schnell  sagte.
Im ersten Moment war ich geschockt, im nächsten Moment wusste ich nicht was ich sagen sollte und dann auf einmal wollte ich ganz viel und alles gleichzeitig sagen. Pädagogisch gesehen habe ich halbwegs ordentlich agiert, subtil betrachtet würde ich liebend gerne so viel mehr tun, was aber nicht ohne ihr Zutun funktioniert.

Ich fühle mich so hilflos und das kotzt mich tierisch an. Ich möchte sie ja auch nicht belagern oder noch mehr unter Druck setzen, aber ich kann es auch nicht einfach so stehen lassen. Seit dem ich davon weiß (und von den anderen Dingen, die bei ihr zu Hause  laufen), höre ich ihr zu und versuche ihr wenigstens dadurch zu helfen, denn es tut ihr tut, sich nach all den Jahren mal jemanden anzuvertrauen. Doch natürlich bekommt sie bei eben diesen Gelegenheiten immer wieder irgendwelche Hilfsangebote (fein säuberlich aus dem Internet recherchierte Einrichtungen etc.).

Damals in der Schule hörte sich das alles so weit weg an und ich dachte noch, dass ich da ganz toll reagieren werde. Und dann steht jemand den du kennst vor dir und alles ist ganz anders und du verstehst gar nichts mehr.
Ich möchte sie anschreien, sie schütteln um ihr klar zu machen, das eben NICHT sie die Schuld trägt. Ich möchte ihr so vieles sagen, sie da raus holen und ihr zeigen, dass sie auch anders könnte, wenn sie wollte. Statt dessen sitze ich da, halte ihre Hand, tröste sie, spreche ihr Mut zu und lege ihr Ausdrucke hin. Mehr kann ich nicht tun.

Ich darf es nicht so nah an mich heran lassen und darf mir nicht zu sehr den Kopf zerbrechen, doch was wäre ich für ein Mensch, wenn mich das alles kalt ließe?!

Zahlen

LilySlim - Personal pictureLilySlim Weight loss tickers

Es geht also wieder los. Ich habe die Schnauze gestrichen voll und nachdem ich Gewichtstechnisch nun wieder (genau dort stand ich im letzten April schon einmal) auf einer Höchstmarke gelandet bin, die erschreckend ist, habe ich mich letzten Dienstag dazu entschieden all meine Ausreden über Bord zu werfen und endlich etwas zu tun.

Da ich mich ja nun nicht erst seit gestern kenne, weiß ich, dass das schönste und tollste Fitnessstudio mich nicht auf Dauer an sich binden kann. Obwohl ich gestehen muss, dass ich diese Ausdauergeräte wirklich jedes Mal geliebt habe. Die Frage hinter all dem ist eigentlich nur, wie glücklich kann man(dy) sein, wenn immer darauf geachtet werden muss, was wann und in welcher Menge konsumiert wird? Ich persönlich bin ja tatsächlich der Meinung, dass mich das auf Dauer nicht glücklich machen KANN, bin aber bereit, mich eines besseren belehren zu lassen. Immerhin muss ich ja leider ehrlicher Weise zugeben, dass ich in dem Jetztzustand auch nicht sonderlich zufrieden bin.

Die Zahlen auf der Waage spielen keine so große Rolle, vielmehr sind es die Zahlen in der Kleidung, oder noch viel eher die Auswahl hübscher Kleidung im Bereich der Zahlen die ich benötige. Und ich muss euch sagen, dass ich schon lange nichts mehr in meinem Kleiderschrank zu liegen habe, was ich als hübsch oder gar niedlich empfinde. Es sind eben nur noch zweckmäßige Klamotten und irgendwie komme ich jetzt in ein Alter, wo mich das anfängt zu stören.
Klar, es gibt auch hübsche Sachen für dicke Menschen, aber nun gehöre ich eher nicht so zur Shoppingfraktion und dieses an- und ausgeziehe ist mir ein Graus. Und überhaupt, ich möchte nicht in Läden, die mit Übergrößen werben und Mengen an Geld verlangen. Genauso wenig möchte ich in den Klamottendiscounter und mir ein weiteres Shirt der Marke Omi kaufen müssen.

Und so ist nun mein Smartphone mein bester Freund. Vor jedem Essen wird genauestens protokolliert wie viel Gramm von welchem Nahrungsmittel auf dem Teller gelandet sind. Das ergibt dann am Ende eine Zahl, die erst in der Summe mit den anderen Mahlzeiten ihre Gewichtigkeit bekommt. Denn meine selbst gesetzte Marke an verfügbaren Tageskalorien ist nun wieder an 6 Tagen die Woche mein Maximum. Einmal die Woche werde ich dann wieder vergessen, das ich ein Maximum habe und mich fürs durchhalten belohnen. Ist ja auch wichtig, denn sonst würde ich wohl relativ schnell Amok laufen 😉

Doch nicht nur in der Ernährung habe ich mir Ziele und Pflichten (mindestens 2l Flüssigkeit jeden Tag) gesetzt, sondern auch zum Thema Bewegung habe ich mir Gedanken gemacht. Mindestens 3x die Woche habe ich mir vorgenommen zu laufen. Auch hierbei leistet mir mein Smartphone (mehr oder weniger motivierend) Hilfe, indem es mir Intervallläufe anleitet oder mich durch Ansagen von verbleibenden Streckenabschnitten Licht am Ende des Tunnels zeigt.

Ich war in dieser Woche bereits 3x Laufen, doch leider hat sich mein Körper noch nicht dazu durchringen können, mir ein bisschen des so hochgelobten Serotonins angedeihen zu lassen. Schade, denn das würde die Ganze Sache vermutlich um einiges positiver machen. Aber wer weiß, vielleicht reichen 2,5km einfach nicht zur Ausschüttung und ich müsste ein wenig mehr geben?

Ich werde versuchen dies heraus zu finden, in den nächsten Wochen… Und vielleicht kann ich mich ja in nächster Zeit zu ein wenig Yoga hinreißen lassen. Natürlich an den Tagen, an denen ich eine Laufpause habe?! Heute freue ich mich erst einmal über meinen ersten Erfolg auf der Waage und hoffe, dass ich es diesmal in den Zweistelligen Bereich schaffe, denn das war mein letztes Zeil, welches ich leider kurz vor Erreichen aus den Augen verloren hatte. 😦

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche, esst ein Stück Schokolade für mich mit! ♥

Honigsüß

honig Am Samstag sollte eigentlich der Honig geschleudert werden. Zum Glück weiß der „Bienenopa“, dass er sehr interessierte Enkelkinder hat und so verlegte er die Aktion kurzer Hand auf den Sonntag um.

Nach dem Frühstück und einem Spaziergang war es dann auch endlich so weit: die Rähmchen wurden fachmännisch aus dem Bienenstock geholt und zur Freude der Kinder in Richtung Honigschleuder gebracht. Voller Begeisterung und Neugierde beobachteten die Kinder ihren Opa dabei, wie er den Wachs von den Waben entfernte und durften die Rähmchen sogar in die Schleuder packen, wenden und herausholen. Dabei entstehen natürlich (gefühlte) 300 Kinderfragen, die aber geduldig und kindgerecht von der Lieblingsvera und dem Bienenopa beantwortet wurden.

Zum Glück war auf der Schleuder (Bild oben rechts) kein Deckel drauf, so dass die Zuschauer nicht nur dem gesprochenen Wort glauben mussten, sondern auch direkt sahen, wie die Fliehkraft den Honig aus den Waben direkt an die Trommelwände schleuderte (oder in Kindersprache: „Schau mal, jetzt regnet es Honig an die Wand, der rutscht dann nach unten auf den Boden.“). Noch toller als der Gewichtsvergleich von vollen und leeren Waben, war natürlich das Sieben im Anschluss an das Schleudern.

Die Mäuse durften, in Kooperation, den Eimer und das Sieb unter die Öffnung schieben, den Hahn öffnen und dann den Fluss (Bild unten rechts) bestaunen. Erstaunlich, welche Menge da aus den 6 Einheiten entstanden ist.

natürlich musste dann am Ende alles wieder gesäubert werden und so blieb es nicht aus, das die Kinder sich ganz selbstlos opferten um den Resthonig, der mit einem Löffel (in meiner Welt mehr eine Kelle) entnommen wurde, abzuschlecken. 😀
Wusstet ihr eigentlich, dass die männlichen Bienen, die man so gut wie nie zu Gesicht bekommt, weil sie hauptsächlich im Stock zu tun haben, gar keinen Stachel haben? Also ich wusste das bis gestern nicht, und ich weiß auch nicht, ob ich dem so bedenkenlos geglaubt hätte, wenn nicht die Kinder eine gute halbe Stunde das Tier in ihren Händen beobachtet hätten. Kinder haben es da meistens viel einfacher. *neid*

Nach dem selbstgemachten Eis und einem Besuch bei dem Hasennachbarn, haben wir uns dann noch einmal so ein Bienengewusel im Stock angeschaut. Die haben nämlich unter ihrem Deckel noch einmal so eine Plastikabdeckung und da kann man ganz fabelhaft das Gefläusche beobachten. Toll, wenn man dann noch einen Profi zur Seite hat, der einem erklären kann, wieso einige Bienen so groß (Drohnen) und andere so dunkel sind…

Mal davon abgesehen, dass die Kinder wieder in ihrem ökolgischem Gewissen gestärkt wurden, haben sie natürlich heute voller Stolz ihren selbstgemachten Honig zur Verkostung in die Kita mitgenommen. Und weil alles so schön einfach erklärt wurde, konnten sie sogar halbwegs genau (und mit einigen Fachwörtern gespickt) den anderen Kindern erklären, wo sie den nun ganz ohne Einkaufsladen herbekommen haben.

Der Bienenopa möchte hiermit übrigens noch einmal darauf hinweisen, dass er noch leckerschmecker „Robinienhonig“ und „Raps- mit Frühjahrsblütenhonig“ hat. Dieser kann gerne erworben werden.  😉