Kaputtes Auto

Wir erwarteten für Sonntag Besuch und brauchten noch drei Kleinigkeiten. Ob ich die bitte besorgen könne, während er die Kinder ins Bett steckt. Weil ich ja ne Nette bin (und die Kinder den ganzen Tag ertragen bespielen durfte), machte ich mich auf den Weg. Ins Auto eingestiegen, zum Geschäft gefahren, eingekauft, eingepackt, alles chic.

950m  vor unserer Haustür fing dann der Wagen an zu spinnen. Ich, mit meinem gerade Mal 7 Monate altem Führerschein, natürlich keine Ahnung und selbstverständlich ohne Handy unterwegs, blieb ganz ruhig. Was blieb mir auch anderes übrig?! Also trat ich auf die Kupplung und hoffte, so weit wie möglich rollen zu können. Grundidee war ja, dann weniger schieben zu müssen, da wusste ich ja auch noch nicht, das schieben eh nicht geht, weil so eine tolle Servolenkung ohne laufendem Motor blockiert. Aber egal, fürs erste rollte ich ja.

Nach 700m war allerdings Schluss mit rollen und in meinem Unglück konnte ich den Wagen auf den hintersten freien Parkplatz manövrieren. Auto stand, Mandy lief die restlichen Meter schniefend nach Hause, schloss die Tür auf und brach beim Anblick des Schatzes (dessen Auto das ja immerhin ist) in Tränen aus. „Ich habe das Auto kaputt gefahren…“ schluchzte sie und gab der Sache damit einen wesentlich dramatischeren Touch, als nötig gewesen wäre, unabsichtlich natürlich.  Bis ich ihm erklärt hatte, dass es kein Unfall war, sondern es beim normalen fahren einfach aufhörte, flossen  noch so einige Tränchen. Beruhigt zog sich mein Schatz Schuhe an und ging mit der Hoffnung eines losen Sicherungskabels zum Auto.

„Gar nicht so schlimm, das ist offenbar nur die Benzinpumpe und die kostet laut Internet nur so um die 30€. Ist nen Verschleißteil, wäre so oder so demnächst gekommen, ist nicht deine Schuld!“ so beschrieb es mein Schatz, als ich heulend vor ihm saß und abermals versicherte, dass es mir super Leid tut, dass ich das Auto kaputt gefahren habe. Da wusste er  noch nicht, wie sehr er sich täuscht. Naja, am nächsten Tag riefen wir einen Freund an, der dann auch kam und die Diagnose bestätigte. Als es dann aber um die Materialanschaffung ging, stellte sich heraus, dass wir ein Sondermodell haben und die neue Benzinpumpe statt niedlichen 30€ mal eben 190€ kostet.

Heute war der Retter dann wieder da und hat unter Einsatz seines Lebens den Wagen repariert. ♥

Nun können wir wieder fahren und anstatt „Du hast das Auto kaputt gefahren“, tröstet mich mein Schatz mit den Worten „Du hast einfach nur dafür gesorgt, dass die Benzinpumpe erneuert wird, bevor sie auf einer längeren Strecke den Geist aufgibt!“ 😀

Ein toller Schatz!