Ökoschaf

Die langjährige Freundin zieht mich schon seit einigen Jahren auf und unterstellt mir, ein Ökoschaf zu sein. Nun kann ich von Glück sagen, dass meine Wolle dick genug ist, um die kleinen Spitzen einer Freundschaft nicht allzu nah an mich heran zu lassen.

Und dennoch, ich ertappe mich immer mehr selber. Versteht mich nicht falsch, ich habe kein Problem damit, wenn man ökologisch denkt und handelt, aber mal ganz im ernst: wie stellt man sich den typischen Ökoaktivisten vor? Und möchte man selber unbedingt so sein? Also ich nicht. 😉

Wie dem auch sei, ich wollte euch eigentlich erzählen, wie ich darauf komme:
Während der Ausbildung hatte ich ein Fach, das nannte sich irgendwie „Umwelt und Nachhaltigkeit“, oder so ähnlich 😉 Bei den „spannenden“ Filmen lag ich öfter mal mit dem Kopf auf dem Tisch, wertete mit den Sitznachbarinnen wirklich wichtige Wochenenderlebnisse aus oder bereitete Vorträge für andere Themenfelder vor.

Doch unterbewusst scheint es doch angekommen zu sein, denn ich fing auf einmal an auf Saisonware und heimische Lebensmittel zu achten beim Einkauf, holte mir Beratung von einem einem Energieberater und trenne inzwischen freiwillig den Müll. Nur von Bioartikeln lasse ich noch immer absichtlich die Finger, immerhin schneiden die noch viel zu oft viel zu schlecht ab! 😦

Nun ist es ganz vorbei und leugnen hilft quasi nicht mehr: Ich habe auf der Arbeit auf eigene Idee hin eine Schulgarten-AG gegründet (und heute den ersten Tag geführt), habe das Konzept meines Freizeitraumes auf Nachhaltigkeit und arbeiten mit wertlosen Materialien sowie mit  Naturmaterialien umgeschrieben und nerve die Kollegen inzwischen schon mit Erinnerungen daran, um an genug wertloses Material zu kommen…

OMG, ich bin ein Ökoschaf ^.^‘

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5 Gedanken zu “Ökoschaf

  1. Ich glaube es hieß tatsächlich Ökologie und die Filme, vor allem über Tomaten, waren wohl eher grenzwertig, aaaaaaaaaaber…nein, auch die Blumen, die wir nachhaltig im Rahmen dessen gepflanzt haben leben nicht mehr.

  2. Vera schreibt:

    Hat bei mir auch schonmal so geklappt. Manches lernt man wirklich im Schlaf. ^^

    Wenn deine AG mal einen Wandertag nach ausserhalb macht, um „gemeinnützige“ Gartenarbeit zu verrichten…. sag bescheid… kriegste n Schlüssel
    ich freu mich schon auf 20 fleissige Gartenzwerge. Erkläre mich auch bereit, die Unkräuter anhand massig Orginalbeispielen in diversen Reifegraden näher zu bestimmen!

    Und nein! ich denke nicht, dass man, nur weil man Spass dran hat sein eigenes Gemüse zu ernten, es zu essen, gerne draussen ist und sich für „wertloses Material“ interressiert ein „ÖKO“ ist.
    oh oh………….. ich glaub ich bin auch einer ^.^

    apropos: wenn noch wertloses Material benötigt wird: Einfach nachfragen!

  3. Oh ja das Gefühl kenne ich zu gut. Ich hab diese Anwandlungen immer auf die reichen Münchner und die wohlbehütete Umgebung, in der ich seit einigen Jahren lebe, geschoben, aber wenn Dir das auch passiert… Neulich habe ich meine Schwester angerufen und ihr vorgeheult, wie Öko-Flower-Power wir vielleicht bald sein werden. Wir überlegen uns nämlich, ein Lastenfahrrad zu kaufen. Ich habe keinen Führerschein und in absehbarer Zeit auch kein Geld dafür. Den Unterhalt für ein Auto können wir uns eh nicht leisten, dafür sind die Mieten hier einfach zu hoch (und die Kinderbetreuung erst)! So ein Lastenrad kostet zwar auch ein Vermögen, aber wenn man es tatsächlich als Autoersatz betrachtet, rechnet es sich doch relativ schnell wieder. Das coole, man kann nicht nur bis zu drei Kinder transportieren, sondern auch mal ein größeres Instrument (wie zum Beispiel einen Kontrabass *zwinker**zwinker*). Und auch wenn ich die Dinger total toll finde, muss ich, wenn ich mal eines sehe, doch immer wieder denken – boah was ist denn da für ein Öko unterwegs ><
    (Meine liebe Schwester hat nach dem Anruf übrigens gleich mal nach regenfester Holzfarbe gesucht, damit wir die Kiste so richtig Öko anmalen können, aber das geht dann doch etwas zu weit Ôo)

    Außerdem verbastele ich grad sämtliche Textilien im Haus zu neuen Gegenständen (seit einer Woche ist ein weiterer Beitrag auf meinem Blog dazu geplant, vielleicht komme ich ja heute Abend endlich dazu), da kann man schon auch ganz schnell den falschen Eindruck gewinnen bei uns! Hintergrund ist aber viel mehr, dass es billiger ist als neu zu kaufen – trotzdem, der Eindruck bleibt.

    Ich denke das Problem mit Öko ist einfach, dass es von einer so extremen Randgruppe praktiziert wurde, als wir aufgewachsen sind, das bekommt man nur schwer aus dem Kopf! Öko ist längst salonfähig und auch wenn man nicht jeden Trend mitmachen muss, schadet dieser ausnahmsweise mal niemandem. Für unsere (zumindest meine) Elterngeneration war auch selber nähen und vor allem stricken super Öko – trotzdem freut sich Frau Mama über einen Pulli oder neue Socken. Stehen wir also dazu, es gibt schlimmeres 🙂

Mäh mal wieder

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