Geschützt: Sind das Nazis?

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Werbeanzeigen

Der unsoziale Schweinehund auf der Couch

Kennt ihr das, wenn ihr keine Lust habt, andere Menschen zu sehen? Ich kenne das sehr gut. Es gibt so Phasen, manchmal länger, manchmal kürzer, in denen ich in meiner Freizeit einfach niemanden treffen möchte. Ich bin dann einfach nur glücklich, wenn ich am Wochenende im Kreise meiner Liebsten auf meiner Couch herumgammeln kann. Während dieser Phase ertrage ich bedingt den Besuch von einer Freundin unterhalb der Woche, die dann relativ regelmäßig für zwei Stunden bei mir vorbei kommt, allerdings absolut nichts erwartet. Manchmal sitzen wir einfach nur da, glotzen stumpf in die Glotze und mampfen etwas vom Lieferservice, manchmal unterhalten wir uns angeregt. Je nach Tagesform. Das ist in Ordnung, aber manchmal das Maximum, was ich an sozialer Interaktion neben Job und familiären Verpflichtungen ertrage. Ich kenne das und schaffe es in der Regel ganz gut, meine Familienwochenenden so zu lenken, dass sich alles ganz gut in meine Befindlichkeiten fügt. Manchmal kommt mir aber mein Mann dazwischen und arrangiert irgendwelche Verabredungen. Ich versuche sie dann zu überstehen, jedoch ist es oftmals so, dass ich dann sehr zickig bin und auch wenn ich mich versuche zusammen zu reißen, ist es recht schwierig mit mir um zugehen. (Sorry dafür! -.-)

So kommt es, dass ich entweder sehr tolerante Freunde habe, oder mit anderen keinen Kontakt mehr habe. Traurig, aber selbstverschuldet und auch in Ordnung.
Diese Woche überkam es mich jedoch und ich verabredete mich, ganz zum Erstaunen meines Gatten, mit einer Freundin, die ich das letzte Mal im April getroffen und gehört hatte. Und je näher unsere Verabredung für heute rückte, umso mehr freute ich mich auf das Treffen.

Heute war es also so weit und ich freute mich immens. Bei der Freundin pünktlich zur verabredeten Zeit angekommen, öffnete uns die Tochter die Tür mit den Worten „Na da seid ihr ja endlich!“, umschlang meine Prinzessin und von da an, waren sie kaum noch zu sehen. Wir Erwachsenen saßen den gesamten Tag über auf der Terrasse, genossen Grillgut, Kuchen und unsere Gespräche, während die Kinder alle irgendwo und nirgendwo spielten. Und was sich unglaublich langweilig und spießig anhört, war so etwas wie 10 Liter Schokopudding für die Seele.

Am Ende bin ich in der Hoffnung gegangen, dass ich es diesmal schaffe etwas schneller eine solche Verabredung zu treffen und einzuhalten. Es muss doch möglich sein, dass man neben Arbeit, Mutterpflichten und Schlaf eine Lücke in der Couchzeit einzurichten, in der ich mich gerne mit Freunden treffe und die Zeit genießen kann.

Kennt ihr das auch, manchmal, oft, nie???
Wie geht ihr damit um?

Schwerste Zeit

Durch unglückliche Umstände gehen meine beiden Kinder auf die Schule, an der arbeite. Besonders gelungen finde ich das Ganze nicht, vielleicht komme ich dazu nochmal in einem anderen Post zu sprechen.

Wie dem auch sei, am Freitag kam die Prinzessin zu mir in die Mensa und erklärte mir, dass sie und ihre Freundin nun los gehen würden. Prinzessin hatte sich mit ihrer Freundin für eine Übernachtung verabredet. Ein wenig irritiert fragte ich, ob denn die Mama sie gar nicht von der Schule abholen würde, da besagte Freundin doch ein Stückchen von der Schule entfernt wohnt. Selbstbewusst erklärten mir die Mädchen, dass sie alleine gehen würden, immerhin wären sie zusammen ja auch schon 16 Jahre alt. Wie willst du da als Mutter noch etwas sagen, frage ich euch? Eine halbe Stunde später kam die WhatsApp der Mama, dass die Mädels gut angekommen waren.

Der Rest meines Arbeitstages verlief ruhig und planmäßig. Ich schnappte mir den Prinzen und fuhren nach Hause. Gerade auf der Couch angekommen und die Füße ausgestreckt, rief mich die Mama der Freundin an. Ob sie stören würde, fragte sie. Natürlich sagte man da nicht nein und so erzählte sie mir, mit abnehmender Ruhe, dass die beiden Mädels vor einer Stunde zum Spielen nach draußen gegangen waren, jedoch nicht da gelandet sind, wo sie hätten sein müssen. Von der anfänglichen Ruhe des Gespräches waren inzwischen noch gute 15% übrig, denn sie suchte die Mädels bereits seit einer dreiviertel Stunde überall und konnte sie nicht finden. Mein Herz schlug schneller. Mit dem Handy am Ohr zog ich mich an, nahm mir meinen Autoschlüssel und machte mich auf den Weg zurück in Richtung Schule.

Die Prinzessin und die Freundin sind zwei sehr zuverlässige Kinder und wenn man mit ihnen verabredet, dass sie sich nur an diesem Ort aufhalten dürfen, dann kann man sich darauf verlassen, dass sie auch bei plötzlichem Starkregen nicht von diesem Ort verschwinden. Und genau das verursachte bei uns Müttern beginnende Panik.

15 Minuten brauchte ich, bis ich angekommen war. Wie verabredet suchte ich die unterschiedlichen Spielplätze und Einrichtungen mit dem Auto ab, während die andere Mama zu Fuß alle möglichen Strecken, Wege und abgelegenen Spielplätze absuchte. Eine Freundin von mir und ihre Tochter waren zwischenzeitlich auch schon unterwegs und die älteste Schwester der Prinzessinfreundin besetzte die Stellung vor dem Wohnhaus.

Und plötzlich wird dir klar, wie groß dieser kleine Ortsteil ist. Wie viele Spielplätze und Wege es dort gibt und wie verdammt klein dein Mäuschen doch eigentlich noch ist. Und auf der anderen Seite versuchst du dich mit der Tatsache zu beruhigen, dass sie ja immerhin zu zweit sind. Dass man bestimmt nur aneinander vorbei ist und dann fährt ein Lieferwagen ohne Fenster an dir vorbei und du schreibst dir das Kennzeichen sofort auf, weil der Kerl darin so dubios wirkt und du dir plötzlich nicht mehr so sicher bist, dass die Mädels irgendwo spielen.

Voller Angst und Befürchtungen trafen sich dann alle Suchenden wieder und ich verkündete, dass ich nun die Polizei anrufen würde, immerhin vermissten wir die zwei schon seit 2 Stunden. Und just in dem Moment, wo ich die 0 wählen will, kommt die Freundinschwester um die Ecke gerannt und schreit uns zu, dass sie die Beiden gefunden hat.

In diesem Moment löste sich alles in mir, die Erleichterung bahnte sich ihren Weg in Form von Tränen ihren Weg in die Freiheit und ich nahm mein kleines Mädchen in den Arm, einfach nur froh, dass es ihr gut geht. Die Kleine verstand die Welt nicht, bis ich sie fragte, wo sie gewesen sind und dass ich gerade die Polizei rufen wollte, weil wir sie ewig nicht finden konnten und wir dachten, ihnen wäre etwas passiert. Sie schaute sich um, sah die Freundinmama, Freundinschwester mit ihrer Freundin, meine Freundin mit Tochter und da fing auch sie an zu weinen (für 2,5 Stunden).

Was war passiert? Die Mädels waren wie verabredet auf dem Spielplatz gewesen, als Prinzessin auf die Toilette musste. Also nahmen die Beiden ihr Zeug und gingen zur Freundin nach Hause. Dort war aber niemand mehr, denn die Mama hatte sich auf den Weg zum Spielplatz gemacht, wie verabredet. Nun musste Prinzessin aber auf die Toilette. Als klingelten sie bei der Nachbarin, von der die Freundin genau wusste, dass der Mann Polizist ist (also eine vertrauenswürdige Person) und gingen dort auf die Toilette. Irgendwie schienen die Beiden nicht mehr zugehört zu haben, als die Mama sagte, sie würde auf den Spielplatz nachkommen, also setzten sich die Mädels oben vor die Wohnungstür und warteten. Damit man sich nicht verpasst, harrten sie dort die gesamte Zeit aus, bis sie plötzlich von unten die Freundinschwester ihre Namen rufen hörten. Darauf taten sie etwas, was sie eigentlich nicht dürfen, nämlich auf den Treppenhausbalkon gehen und runter rufen, dass sie oben sind. Zum Glück!

Tja, also alles ganz unspektakulär, wenn man mal von der mütterlichen Angst und Panik absieht. Die Prinzessin hat an diesem Tag nicht bei ihrer Freundin geschlafen. Nicht weil wir die Kinder bestrafen wollten, sondern, weil wir alle emotional sehr fertig waren. Sie holten die Übernachtung dann am Folgetag nach.

Für mich steht fest, dass das der schlimmste Moment im Leben einer Mutter ist und das ich gelernt habe, was Angst wirklich bedeutet. Es waren zum Glück nur zwei Stunden voller Ungewissheit und Sorge und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es sein muss, wenn man dieses Gefühl länger aushalten und ertragen muss, sei es durch Krankheit oder Verschwinden des Kindes.

Und wie aus allen Situationen im Leben nehme ich hier natürlich auch etwas mit: Da es leider gesetzlich verboten ist, mein Kind mit einem GPS-Tracker unter der Haut auszustaffieren und auch der angesprochene Tierarzt das nicht machen möchte (das Angebot war eigentlich sehr gut, dieser Spießer!), wird mein Kind nun doch ein Telefon bekommen. Und das, obwohl ich mich bisher dagegen gewehrt habe, sie vor dem 10. Geburtstag damit auszustatten. Auf der anderen Seite sage ich mir nun ganz klar: wir leben in einer Zeit, in der es möglich ist, also warum sollte ich die Möglichkeit nicht nutzen? Es geht nicht darum, dass sie das modernste Gerät bekommen, sondern darum, dass man sie hätte anrufen können, um zu erfahren, dass sie vor der Wohnung sitzen und warten. Nicht mehr, nicht weniger!!!

Selbstständigkeit ist näher als man denkt

Und plötzlich verabschiedete sich mein Knie von mir, genau einen Tag, nachdem ich wegen sporadischen Schmerzen im anderen Knie beim Arzt war. Naja, der Orthopäde diagnostizieret eine „Bursitis infrapatellaris“ und schrieb mich krank. Mal davon abgesehen, dass das echt fiese Schmerzen sind, war es mehr als lästig, dass ich weder besonders gut laufen, geschweige denn Auto fahren konnte. In den ersten zwei Tagen meiner Krankschrift war das auch kein großes Drama, denn mein Mann hatte frei und konnte das Elterntaxi spielen. Das ist nämlich der Nachteil, wenn deine Kinder nicht die Schule aus dem Einzugsgebiet besuchen: bis zu einem gewissen Grad muss das Bringen und Abholen durch einen Erwachsenen erfolgen und sei es nur, weil Mama es so will.

Am Abend saßen wir dann beim Abendbrot und ich überlegte mit meiner Familie, wie wir das am nächsten Tag machen würden, da der Mann Spätdienst hatte und die Kinder demnach nicht von ihm aus der Schule geholt werden konnten. Ich überlegte hin und her, wie ich den Arztbesuch um 11 Uhr und die unterschiedlichen Schulendzeiten der Kinder am besten verbinden könnte. Natürlich nicht besonders gekonnt, da die Zeiten wirklich weit auseinander lagen.
Mein Großer schaute mich an und schlug vor, dass er mit seiner kleinen Schwester nach dem Gitarrenunterricht mit dem Bus kommen könnte. Dann könnte ich mein Bein ausruhen und müsste nicht hin und her fahren. Keine ganz so schlechte Idee, wie wir zugeben mussten.
Gemeinsam besprachen wir, wo die Bushaltestelle ist, welcher Bus der Richtige ist, an was die Beiden alles denken müssten und wo sie aussteigen würden. Vollkommen selbstbewusst gaben die Beiden Antwort auf jede Frage und wirkten dabei so überzeugend, dass wir uns auf das Experiment einließen.

Dann war es also so weit. Der Große wurde mit einem Handy, den Fahrkarten, einem Notfall-Spickzettel und ganz viel Vertrauen ausgestattet und der GöGa fuhr sie zur Schule. Dabei interviewte er die Kids nochmal unauffällig und stellte ihre Fahrtauglichkeit fest.

„15:30 Uhr, der Gitarrenunterricht müsste zu Ende sein und wenn alles gut geht und die Kids nicht bummeln, könnten sie schon im nächsten Bus sitzen.“ So saß ich da, in Schuhen und mit dem Handy in der Hand, bereit mich in ein Taxi zu schwingen und meine verlorenen Kinder irgendwo einzusammeln, wo sie nicht hingehören. Es ist nicht so, dass man quasi darauf lauert, dass sie es nicht schaffen, eher ist es die Angst vor all den schlimmen Dingen, die passieren KÖNNTEN, die einen in die Klamotten zwingt.

Um 16:04 Uhr klingelte es dann an meiner Haustür und voll beladen mit Gitarre, Sportbeutel, Mappe und seiner Schwester (inklusive ihres Zubehörs) stand da mein Sohn. Beide stolz wie Bolle mindestens 10cm gewachsen und aufgeregt schnatternd. Alles war super gelaufen: sie hatten auf der Mittelinsel der großen Kreuzung auf die grüne Ampel gewartet, auf die Busnummer geachtet, ihre Fahrkarten abgestempelt, sich hingesetzt und ihre Sachen beisammen gehalten, damit nichts verloren geht.

Puh… Wie aufregend, vor allem als besorgte Mutter. Umso stolzer war ich natürlich auf meine beiden Superkids, und konnte es ihnen gar nicht oft genug sagen. Der Mann rollte nur mit den Augen (ja, sowas kann man am Telefon hören… als Frau!) und sagte, ich solle es nicht übertreiben. Als ich ihm dann allerdings noch einmal die Tatsachen vor Augen führte (unter anderem, dass die Kids die Strecke zuvor noch nicht einmal in Begleitung gefahren waren, geschweige denn schon jemals allein auch nur eine Station mit irgendeinem Bus allein gefahren sind) musste auch er zugeben, dass die Beiden das mehr als souverän gemeistert hatten.

Und *BÄHM* sind meine kleinen Menschen groß. Sie fuhren auch die darauf folgende Woche allein mit dem Bus nach Hause (die Mama war inzwischen recht relaxt). Sie bewegen sich seit dem auch sehr viel freier hier in der Gegend, gehen allein zu  unterschiedliche Geschäfte, auf den Spielplatz, zum Sport…
Und ich betrachte das Ganze vollkommen zerrissen: auf der einen Seite froh und glücklich über jeden neuen Schritt, den sie in ihrer Entwicklung hin zur Selbstständigkeit machen, auf der anderen Seiten immer wieder besorgt und „übermüttert“.

Hört das jemals auf?! *seufz*

Unser Weihnachten 2017

Vielleicht bin ich ja auch ein wenig festgefahren in meiner Vorstellung der Feierlichkeit und des Ablaufs, das gebe ich ja gerne zu. Zum Glück sind dem Schatz solche Dinge in der Regel egal und ich habe diesbezüglich freie Hand, so dass wir uns in den letzten 9 Jahren unsere eigenen Traditionen erschaffen haben.
Stressig und nervig wird es erst, wenn man aus dem kleinen Kreis der Familie hinaus tritt und ein bisschen größer denkt. Denn nicht jeder hat die selbe Vorstellung, geschweige denn Traditionen wie ich. Tendenziell finde ich das okay, allerdings bin ich der Meinung, dass man sich dem Gastgeber unterzuordnen hat. Will dieser also an Heiligabend beispielsweise eine Kürbissuppe (nicht das dem bei uns so wäre), so muss ich als Gast das hinnehmen. In der Regel taten unsere Lieblingsmenschen das bisher auch ohne Probleme. Bis zu dem einen Weihnachten, was zwar in meinen vier Wänden statt fand, aber dann so verschandelt wurde, dass von der Bescherung bis zum Essen gar nichts so war, wie ich es gewünscht habe und die Kinder es lieben. Es ging sogar so weit, dass die Gäste das eigene Traditionsessen mitbrachten (*schüttel*) und ich nach über 12 Stunden wirklich froh war, als diese das Haus verließen.
Klar hätte ich aufbegehren und mich wehren können. Natürlich hätte ich einen riesigen Streit provozieren können und einen Vortrag über Respekt und auch Anstand (*pff*) halten können. Doch wer tut das am Heiligabend schon gerne?!

Ich wollte das alles nicht mehr. Ewige Diskussionen um den Ort des Geschehens, das Weihnachtsmenü, geliebte Traditionen… Und dann dieser Stress, von dem man sich nur allzu leicht anstecken lässt. Überfüllte Geschäfte mit gereizten Kunden, verstopfte Straßen, aufgesetzte und künstliche Weihnachtsstimmung.  Ich hatte es sowas von satt. Erst recht nach eben diesem Weihnachten.

Also beschlossen wir nach besagten Weihnachten, dass wir im nächsten Jahr GANZ weit weg sein würden. Der Schatz setzte sich sogleich an den Rechner und suchte uns ein Urlaubsziel heraus.
Ägypten. Abflug am 24.12. um 6:10 Uhr Landung wieder in der Heimat am 31.12. um 18 Uhr.

Nun ist Ägypten nicht unbedingt das erste Land, an das man in Verbindung mit Weihnachten denkt. Wahrscheinlich eher das Letzte und genau deshalb erschien es mir perfekt.
So standen wir dann also morgens in unangemessener Frühe am Weihnachtsmorgen am Flughafen und checkten mit zwei weiteren meiner Herzmenschen nach Hurghada ein.
Während der Prinz seit Weihnachten 2016 des Geheimnis des Weihnachtsmannes kennt („Mama, ich weiß, dass ihr das immer alles besorgt, aber davon sagen wir der Prinzessin nichts, die darf weiter an den Weihnachtsmann glauben.“ *Herzschmelz*), glaubt die Prinzessin tatsächlich noch ganz fest an ihn und war schon ein bisschen sehr  ängstlich und fragte mit weinerlicher Stimme und Tränchen in den Augen, wie der Weihnachtsmann sie denn in Ägypten finden soll.
Kurz darauf kam ein Kollege vom Schatz um die Ecke und erklärte ihr, während er den Kids die Geschenke übergab, dass der Weihnachtsmann gerade gelandet wäre und ihm die Geschenke gegeben hat, da er schnell weiter musste. War das also auch abgehakt.

20171229_183352.jpgDie Ägypter hatten sich wirklich viel Mühe gegeben und wirklich so gut wie alles sehr 17-12-25-20-55-53-478_deco.jpgweihnachtlich dekoriert: Geschäfte, Autos, Hotels von innen und drum herum, sogar die Dromedare. Es dudelten immer leise im Hintergrund weihnachtliche Songs, wie man sie auch daheim hören würde und das Essen war fabelhaft. So kamen zwar bei knappen 25 Grad  unter Palmen, am Meer, keine Weihnachtsgefühle auf, aber wir kamen zur Ruhe, genossen die Gegend und vor allem die liebenswürdigen Menschen um uns herum und ließen es uns bei All- Inclusive so richtig gut gehen. Wir lernten die Ägypter ein wenig kennen und zumindest ich, verliebte mich in Land und Leute.

Eine Woche war ein bisschen kurz, wir und unsere Herzmenschen wären gerne noch ein bisschen länger geblieben, obwohl unser Hotel nicht gerade das modernste und chicste gewesen war. Da wir unsere Herzmenschen aber noch immer mögen und sie uns offenbar auch (dachte man noch im Flieger über den nächsten gemeinsamen Urlaub nach), bin ich fest der Überzeugung, dass das eine Liebe für immer ist.
Wir landeten pünktlich und ohne Probleme wieder in der Heimat, daheim bekamen die Kinder den Rest ihrer Geschenke (man kann ja nun nicht 6 Pakete mit in den Urlaub nehmen) und wir packten flux die paar Sachen aus, machten uns frisch und traffen uns dann mit anderen Herzmenschen um mit ihnen in das neue Jahr zu starten. Den Hund durften wir noch beim besten Papa der Welt lassen. Klasse. Wann hat man schon mal so ein entspanntes Jahresende?!

Und obwohl es alles so toll, erholsam, stressfrei und nett war, möchten die Kinder das  nächste Weihnachten wieder nach Schokoschafmanier feiern. Widerspruch zwecklos, schade.

Ich werde gemobbt…

… ganz ehrlich! Und das liegt bestimmt nicht daran, dass ich den Mobber verpetzt habe, oder etwa doch?!

Seit ewigen Zeiten ist die tolle DHL-Mitarbeiterin, die immer Bonbons in der einen und Hundekuchen in der anderen Tasche hatte, nicht mehr für unsere Straße zuständig. Seit dem kann man eigentlich damit rechnen, dass wenn  man eine Sendung erwartet  die von der gelb-roten Schneckenpost zugestellt werden soll (leider kann man das noch immer nicht in jedem Shop auswählen), dass man zur Filiale fahren darf. Egal ob man daheim ist, oder einen netten Nachbarn hat (der gesundheitsbedingt definitiv immer daheim ist), der die Päckchen entgegen nimmt. Das wäre ja noch nicht einmal das Schlimmste, auch wenn ich mir Schöneres vorzustellen vermag, als in der unfreundlichen Filiale gefühlte zwei Stunden auf meine Ware zu warten.Viel Schlimmer finde ich es ja, wenn ich gar keine Kenntnis von meiner Lieferung habe, weil „der Mitarbeiter wohl keine Benachrichtigungskarten dabei hatte“ und die Lieferung nach der maximalen Lagerungszeit in der Filiale wieder zurück an den Absender geht. Oder ich eine Mail bekomme, dass ich bitte meine Adressdaten vernünftig hinterlegen solle, da auf der Retoure ein Stempel ist mit „Straße unbekannt“.

Und nur mal um euch ganz Schlauen Leuten mal etwas vorweg zu nehmen: klar ich könnte weniger Online einkaufen. Natürlich gehe ich viel zu den kleinen Einzelhändlern, wenn die haben was ich brauche, aber manche Dinge bekomme ich im Netz einfach bedeutend günstiger und da ich mein Geld nicht aus dem Keller holen kann, muss ich eben sehen, wo ich sparen kann und zum anderen gibt es tatsächlich Menschen, die uns überraschen wollen und mal ein Päckchen schicken. Klasse auch, wenn man Ersatzteile nur über den Händler beziehen kann… Mir egal, ich kaufe auch online und es ist mir egal, ob ihr das gut findet! *Ätsch*

Das Ganze läuft schon relativ lange, aber im September ist mir dann endgültig der Kragen geplatzt und ich habe eine meiner berühmt-berüchtigten Beschwerden geschrieben. Direkt an die Geschäftsführung.
Ich hatte nämlich ein Paket bekommen, was dann in eine Packstation abgelegt worden war. Okay denkt man sich und ist erfreut, dass man nun nicht in die Filiale muss und ganz Öffnungszeiten unabhängig an seine Ware kommt. Leider gab es keine Benachrichtigungskarte, die man aber braucht, um den darauf abgedruckten Barcode zu scannen, heißt also, ohne Karte, kein Paket.
Binnen 8 Tage rief ich 5x die Hotline an, die mir sagte, es würde mich eine Ersatzkarte erreichen. An Tag 15 (nach Zustellung), kam sie dann auch an. Zusammen mit 37(!) anderen Briefen, die teilweise über anderthalb Monate rückdatiert waren. Das mein wunderbares Päckchen nicht mehr in der Packstation lag, versteht sich von selbst, nicht wahr!?

Nach meiner knapp vierseitigen Beschwerden klingelt der Mensch zumindest wieder sporadisch bei uns. Und Post kommt nun zumindest einmal die Woche. Wenn ich den Briefträger jetzt noch duzen täte, wäre es ein wenig wie das Leben an einem sehr fernen, abgelegenen Ort.
Tu ich aber nicht!

Nachdem ich nun aber weiß, dass ich mich nicht so auf die Zustellung daheim verlassen kann, habe ich mich bei dem System „Packstation“ registriert, in dem Glauben, nun würde alles besser. Weit gefehlt!
Ich hatte mir etwas in eine Packstation liefern lassen wollen, da ich wusste, dass weder ich noch mein Mann am Zustelltag daheim wären. Als Packstation ausgewählt, angegeben und gewartet. Um 10 Uhr erreichte mich dann auch die Mitteilung, dass das Päckchen in der Packstation mit der angegebenen Nummer wäre. Allerdings nicht in Berlin, sondern knapp 25km weiter in Kleinkleckersdorf. Mein erstaunen war groß, erst recht, nachdem ich alle Zweifel, dass es mein Fehler gewesen war aus der Welt geräumt hatte. Relativ flott (noch nicht einmal 2 Minten) war ich dann auch in der Kundenhotline (noch immer bin ich verwundert, dass ich dort noch nicht gesperrt bin) und fragte, wie ich denn nun an mein Päckchen käme und wieso es denn überhaupt in Buxtehude Nordseite gelandet war.
Ich hatte schon lange keinen so verdutzten, aber überaus bemühten Servicemitarbeiter an der Strippe. Und das, bei meinem Erfahrungsschatz bei eben genau dieser Hotline!
Nach einer halben Stunde kam heraus, dass die gewünschte Packstation belegt gewesen war und man die Sendung nun woanders unterbringen musste. Wieso man da eine 20km entfernte Packstation außerhalb Berlins genommen hat, wo es in meinem Bezirk laut Internet über 50 Stationen gibt, konnte letztlich aber trotzdem nicht geklärt werden.
Nun warte ich die nächsten 4 Tage ab, ob die Theorie von „Der Fahrer bekommt nun den Auftrag das Päckchen abzuholen und dorthin zu bringen, wo sie es in einem 3km Radius erreichen können“ klappt und werde mich ansonsten selber auf den Weg machen und dem „Serviceleister“ eine Rechnung meiner Fahrtkosten übergeben.

Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass ich weiß, dass es ein harter Job ist. Ich weiß auch, dass die Arbeitsbedingungen nicht mehr optimal sind. Ich weiß auch, dass es, wie in jeder Branche, an Mitarbeiter fehlt (was vermutlich an den bereits erwähnten Bedingungen liegen könnte).
Ich erwarte dennoch, dass wenn man einen Job wie diesen annimmt, dass man ihn dann verdammt nochmal auch erfüllt, ganz gleich, ob man Zeitdruck, zu wenig Geld und zu viel Arbeit hat! 

Die Theorie ist da, der Schweinehund auch

„Abnehmen blabla… Sie sind einfach zu dick blabla… Das bedingt das Krankheitsbild noch blabla… Wir müssen das gut im Auge behalten, nicht das blabla… „

In den letzten Wochen war ich so oft beim Arzt, ich hatte irgendwann schon das Gefühl, die Praxis würde mir beim nächsten Termin den roten Teppich ausrollen und mir voller Stolz die neuerworbenen medizinischen Geräte vorführen, an denen eine Messingplakette mit meinem Namen dran befestigt ist. Ist natürlich nicht passiert, aber was nicht ist, kann ja noch kommen 😉

Ich kenne den Arzt nun schon seit meiner Jugend und schätze seine offene Art, wie er die Dinge ohne viel Palaver auf den Punkt bringt und seine Fachlichkeit sehr. natürlich, ich könnte empört sein und so tun, als hätte ich es noch nicht selber gemerkt, dass ich immer dicker geworden bin. Aber wieso sollte ich? Ich behaupte nicht, dass es mir gut geht. Denn abgesehen von dieser wirklich nervigen Sache mit dem Magen (Chronische Gastritis) und dem Reflux (Primäre Refluxkrankheit), bekomme ich regelmäßig einen 20171011_173325.jpgHeulkrampf, wenn ich mir mal wieder Klamotten kaufen muss (die Auswahl an altersgerechter Klamotten in Größe Elefant ist doch recht beschränkt, wenn man nicht gerade vor hat sein Monatsgehalt in ein Zirkuszelt zu stecken) und die dicke Sumpfkuh mit all ihrem Schwabbel und den nicht sitzenden Kleidungsstücken im Garderobenspiegel sehe.

Am schlimmsten sind aber die anderen Menschen. „Also du musst doch nur… Wenn du dies und das… Ich habe das so und so gemacht… Ich verstehe gar nicht…“ ich möchte niemandem unterstellen, dass er mir böses will (zumindest nicht die Menschen in meinem näheren Umfeld) und dennoch möchte man einfach nur ganz offensichtlich die Augen rollen und ganz beherzt und laut stöhnen. Mache ich nicht, bringt ja doch nichts und die Leute fühlen sich auch noch vor den Kopf gestossen, denn sie wollten ja nur helfen. Manchmal frage ich dann aber zumindest, was sie denken, wieso ich es nicht schaffe und das, obwohl die Theorie vorhanden ist. Ich kenne die Do und Dont’s im Ernährungswirrwarr und schaffe sie auch alle eine Zeit lang in meinem Alltag zu integrieren. Doch spätestens, wenn das Gewicht stagniert und das, obwohl ich wirklich ALLES gebe, mich noch einmal für einige Zeit doppelt ins Zeug lege und dennoch nichts purzelt, dann falle ich zurück. Ich nasche wieder die ein oder andere Pizza am Abend; fahre das Maximum an Bewegung so weit hinunter, wie es als Erzieher und Mutter von zwei jüngeren Kindern inklusive Hund eben geht und ignoriere geflissentlich die  tägliche minimalen Flüssigkeitsaufnahme.

Doch ich möchte mich nicht beschweren. Ich komme in der Regel ganz gut klar und wenn man mal ehrlich ist, was für Freuden bleiben einem denn, wenn Alkohol und Nikotin wegfallen?
Entschädigt nicht so eine „kleine“ Packung Kinderriegel für die nicht gemachten Raucherpausen auf Arbeit?
Kann man nicht den Stress und den Ärger viel besser ertragen, wenn man sich mal eben schnell was zwischen die Kiemen wirft?
Und dann diese Langeweile, die jeden Rauchen zur Zigarette greifen lässt. Wie ferngesteuert werden die JellyBeans in den Mund geworfen ohne das man überhaupt mitbekommen hat, dass die Familienpackung binnen kürzester Zeit von einem allein gefressen wurde.
Und wenn das Essen so lecker war, darf ich dann etwa nicht essen, bis die Auflaufform leer ist, und sei es nur aus „lecker“ statt aus „Hunger“? Ich kann die Ziege aus Tischlei-deck-dich schon verstehen. Manchmal geht es mir im Restaurant auch blitzartig durch den Kopf „Wie soll ich davon denn satt werden?!“ und bestelle sicherheitshalber noch etwas als Vorspeise und einen Nachtisch.
Ja, ich kenne meine falsch an trainierten Muster. Ja, ich kann nicht gut über meinen Schweinehund herrschen. Ja, ja, ja…

Mir helfen aber keine kleinen Portionen mit Zwischenmahlzeiten (für die habe ich nämlich in der Regel keine Zeit!). Mir bringt kein Shitday etwas, wenn ich den Rest der Woche nur Hungermahlzeiten bekomme. Ich will, will, will keine Kalorien zählen (da muss man nämlich aufpassen, dass es einen nicht kaputt macht, sagte mir mal eine liebe Freundin). Diäten kannste eh alle vergessen, Ernährungsumstellung ist das Zauberwort. Lässt sich aber schlecht in meinem Leben, wie ich es führe, integrieren und soweit, dass ich es integrieren möchte und dafür mein Lebensstil umkrempel, bin ich eben doch noch nicht.

Sogar über eine OP habe ich zwischenzeitlich voller Verzweiflung nachgedacht. Nach einiger Zeit habe ich es dann aber doch verworfen (und das, obwohl ich laut Krankenkasse keine Probleme in Sachen Übernahme zu erwarten gehabt hätte). Zum einen birgt jede OP ein Risiko und zum anderen ist es doch überhaupt nicht sinnvoll, durch einen operativen Einsatz Gewicht zu verlieren, aber langfristig nichts am Lebensstil zu ändern, oder?!

Um zurück zum Anfang zu kommen:
Als der Arzt also bei unserem Auswertungsgespräch so dahin erzählte und eigentlich auch mit mir schimpfte, da er weiß, dass ich den richtigen Weg kenne, seufzte ich nur, gelobte Besserung und fiel dann aus allen Wolken, als er mir das böse Wort mit K um die Ohren schmiss. Als Auslöser wurde die Gastritis vorgeschoben, welche wiederum mit dem Reflux zu tun hat, welcher wiederum aus dem Übergewicht resultieren KÖNNTE.  Bei der Spiegelung des Magens hatte man etwas entdeckt, konnte aber alles dank einer Gewebeprobe relativieren. Der Schreck saß natürlich trotzdem.

Dafür hat er mir dann die intestinale Fructoseintoleranz mit auf den Weg gegeben, welche es nun erst einmal zu erkunden und auszutesten gilt. Wenn ich es negativ sehen möchte, heißt das für mich die nächsten Wochen verhungern (in Phase eins wird versucht gänzlich auf Fructose zu verzichten) und meine Laune möchte ich ja auch nicht ertragen müssen. Wenn ich es positiv bezeichnen mag, könnte ich versuchen den kalten Entzug zu nutzen und somit zumindest einen Anfang zu schaffen. Außerdem werden ein paar Pfündchen dabei schon verschwinden.
So oder so: ich vermisse das Zeug jetzt schon! Sterben werde ich an dem Umstand mit Sicherheit nicht, für andere kann ich jedoch keine Garantien ausschreiben schwierig wird es aber allemal.

Wünscht mir Glück und gebt mir keine Ratschläge 😉