Ich versuche es jetzt mal sichtbar

Ja natürlich, ich hatte viel damit zu tun, mich an die neuen Kollegen, die neuen Kids und die neuen Umstände zu gewöhnen.
Ich musste mich daran gewöhnen, dass mein großes Kind nun nicht mehr einfach nur ein spielendes Kind, sondern nun ein hart lernendes Schulkind ist, was das ein oder andere Ärgernis mit sich brachte.
Ich habe Dinge geplant und nicht durchführen können, weil unterschiedliche Faktoren dagegen gearbeitet haben.
Ich habe mich teils verigelt und teils verausgabt was Freundschaften anbelangt. Speziell hier sind Dinge geschehen, die mich in letzter Zeit stark beeinflusst haben.

Doch der Grund für meine lange Abstinenz hier auf dem Blog ist keiner der oben genannten. Auch nicht meine schreiende Faulheit oder Kreativlosikeit… Viel mehr waren es die Kommentare einiger weniger, die mich gestoppt haben in meinem Schreiben, Natürlich nicht die lieben und netten, ihr ahnt es… Es waren bösartige, gemeine und recht persönliche, die natürlich nur von Menschen gestammt haben können, die mich irgend woher kennen.

Ich habe keine Ahnung, wer diese Person/en sind, doch manches hat mich hart getroffen. Auch das Drohungen dabei gewesen sind, hat die Sache nicht besser gemacht.

Ich habe dennoch viel geschrieben, auch hier im Blog, denn es hilft mir oft, mich und meine Entscheidungen zu reflektieren, manches zu verarbeiten und mich später an Schönes besser erinnern zu können. Nur habe ich es nicht öffentlich gemacht, habe einen „unsichtbaren“ Blog geführt, nur für mich allein.

Nun bin ich wieder so weit, dass ich es wieder öffentlich versuchen möchte. Wenns nicht klappt, gehe ich eben wieder inkognito. Außerdem funktioniert die „schwarze“-Kommentar-Liste jetzt 😉

Ich wünsch euch was…

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Ansprüche

Vor 4 Jahren bekam ich vom Schatz eine Armbanduhr geschenkt. Als Frau habe ich natürlich gewisse Ansprüche, die Dinge erfüllen müssen. Bei einer Uhr sind es in erster Linie Zeitanzeige und Wasserdichte, denn mit vielen Uhren kann man sich zwar mal die Händewaschen, aber Aufenthalt im Schwimmbad oder sogar nur in der Badewanne sind dann schon auf eigenes Risiko. Dann möchte ich nie wieder eine Uhr mit Kunststoffarmband, denn die Erfahrung zeigt, dass schon nach kurzer Zeit auch das schönste Band häßliche Flecken bekommt. Und wozu brauche ich bitte eine Uhr, wenn ich sie bei jeder Gelegenheit ablegen muss?!

So kaufte mir also der Schatz damals eine wasserdichte Uhr mit Metallarmband und ich freute mich. Bis zu dem Tag, an dem die Zeiger sich nicht mehr bewegten und ganz klar war, dass ich eine neue Batterie einsetzen lassen muss. Nun bieten ja viele Juweliere den Austausch von Batterien an, aber nicht jeder kann dies auch bei wasserdichten Uhren, dass musste ich ziemlich schnell feststellen. Zufällig fanden wir dann doch einen Juwelier, der von sich behauptete, dies zu können und nach einer halben Stunde konnte ich die Uhr wieder abholen.

Leider nicht mehr ganz so, wie sie noch vor der Abgabe war, denn angeblich hatte ich eine defekte Uhr abgegeben und man hätte lediglich die Batterien wechseln können, doch bei der Einstellung der Zeit würde etwas nicht funktionieren, was aber ohne Frage schon vorher gewesen sein musste. Reparabel sei der Schaden nicht und da ich ja durch die leere Batterie zuvor keinen Funktionstest machen konnte, konnte ich natürlich auch nicht beweisen, dass sie vorher in Takt war. So trollte ich mich mit meiner nun wieder  tickenden Uhr und brauchte lange, bis ich zufällig die richtige Zeit angezeigt bekam.

2 Jahre lief ich dann immer mit der Sommerzeit am Arm herum und dann letzte Woche ging wieder gar nichts mehr. Na gut, dann schaue ich mich eben nach einem ähnlichen Modell um, dachte ich leicht hin und saß 3 Stunden später immer noch verzweifelt vor dem Computer. Während es damals noch dutzende dieser Art gab, gibt es inzwischen keine mehr, denn entweder sind sie nicht dicht oder sie haben ein Kunststoffarmband. Naja, oder man investiert eben ab 300€ aufwärts…

Kurzzeitig brachte der Mann mich auf die Idee mir eine Smartwatch zu kaufen, nach einem Beratungsgespräch im Elektrofachhandel stellte ich aber fest, dass das nichts für mich ist. Weder möchte ich mit meiner Uhr WhatsApps beantworten, noch facebooken, geschweige denn Telefonieren oder Musik hören. Alle 2 Tage aufladen ist auch schnulli und vom Design konnte mich das knapp 400€ teure Modell auch nicht überzeugen (im übrigen das einzige, was eine Badewanne überleben täte)

Über das Internet suchte ich mir dann ein Fachgeschäft in der Nähe und wollte dort mein Glück versuchen. Zur Sicherheit und weil zeigen einfacher als erklären ist, nahm ich die alte Uhr mit und legte sie der netten Dame auf den Tresen. Kurze Problem- und Wunschbeschreibung und nach 10 Minuten hatte ich eine neue Uhr. Wobei die Dame mir recht gab, dass es nicht ganz einfach ist, ein Modell meinen Wünschen entsprechend zu finden. Von 200 im Laden liegenden Uhren waren genau 2 so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Hier könnte die Geschichte schon zu Ende sein, wenn mich nicht die Dame gefragt hätte, ob ich die Alte  ganz unverbindlich in die Werkstatt geben wolle. Ein wenig zweifelnd drehte ich die alte Uhr in der Hand hin und her und fragte, ob sie meinen würde, dass sich es sich lohnen würde. Sie nickte und sagte, dass man nachschauen könnte und sollte es mehr als 20€ kosten nichts unternehmen würde. Ich zuckte die Schultern und gab meine Kontaktdaten her. Eine viertel Stunde vor Ladenschließung.

Große Hoffnungen hatte ich nicht, denn der erste “Uhrmacher” hatte ja gesagt er hätte nichts tun können um sie zu retten.
Heute morgen dann, 5 Minuten nach Ladenöffnung klingelte mein Telefon und ein freundlicher Herr verkündete mir, dass er eine vollkommen intakte und funktionierende Uhr im Laden hätte, die gerne nach Hause geholt werden würde. Es sei ein bisschen teurer als vereinbart geworden, aber er hoffte, dass 24€ noch im Rahmen wären.

Nun bin ich stolze Besitzerin zweier Uhren, die vollkommen auf meine Bedürfnisse abgestimmt sind.
Der Schatz hatte damit gerechnet, dass ich mich über den voreiligen Kauf ärgern würde, doch eigentlich ist es gar nicht schlecht, denn immerhin sind es zwei ganz unterschiedliche Designs und jeder weiß, dass Frauen nie genug Schmuck haben können, nicht wahr?!  😉

Worüber ich mich tatsächlich ärgere, ist dieser Fuscher, bei dem ich beim ersten Mal war. Aber ich nehme es jetzt so hin und weiß für die Zukunft, wo ich meinen Spezialisten zu sitzen habe. Immerhin kauft man ja Birnen auch nicht beim Fleischer 😉

SheepyWeekly [06/2015]

SheepyWeek: Ganz wunderbar artig und auf den Arzt hörend habe ich mich die ersten beiden Tage im Bett aufgehalten, was auch gar nicht so schwer war, immerhin ging es mir nicht besonders gut. Am dritten Tag habe ich dann schon Besserung verspürt, was ich wohl den verschriebenen Medikamenten zu verdanken hatte. In letzter Zeit halte ich mich soviel in der Apotheke auf, dass sie mich inzwischen schon auf einen Tee eingeladen haben.

Zwischendurch habe ich dann noch artig meine Krankengymnastik abgeleistet (sehr komisch, dazu vielleicht an anderer Stelle mehr) und ich habe sogar ein neues Gesundheitsprojekt begonnen. Macht sich ja auch so besonders gut, wenn frau die Grippe hat 😉
Ihr habt ja sicherlich schon alle von der 30- Tage-Plank-Challenge gehört. Nicht das ich mir davon irgend etwas in Sachen Gewichtsverlust oder so in der Art verspreche, aber es ist der erste Schritt dem fiesen Schweinehund knurrend und herausfordernd ins Gesicht zu blicken. Außerdem stärkt es genau die Muskeln, die bei mir ohnehin schon sehr geschwächt und verkümmert sind. Der Physiotherapeut hat mir zumindest gut zugesprochen und mich noch kurz in die Kunst der Unterarmstütze (so das deutsche Wort 😉 ) eingewiesen, damit ich seine harte Arbeit nicht eins-zwo-flott wieder kaputt mache.

Soviel also erst einmal zu meinem (körperlichen) Gesundheitszustand, um den Geistigen wissen wir ja ohnehin schon alle.
Am Montagabend kam dann endlich die Zahnfee bei uns vorbei, zugegeben, sie hatte ein wenig Verspätung, aber das lag an dem fehlendem Zahn unter dem Kissen des Kindes.

Nachdem ich mich dann am Donnerstag schon VIEL besser fühlte und mich um den Abbau meiner Baumwollstoffe in Form einer Aufbewahrungseule für Fernbedienungen kümmerte, hatte ich am nächsten Tag gleich einen Rückschlag und verkrümelte mich ordnungsgemäß zurück in mein Bett.

Bis gerade eben hätte ich noch fast gesagt, dass es mir nun wirklich wieder gut geht, doch die Bilder lassen sich seit dem Update von WP nicht mehr ordentlich in den Text einfügen, mir tut mein Rücken weh und ich habe die Arbeitsmails der letzten Tage aufgearbeitet und bange ein wenig der Dinge, die da nächste Woche auf mich zu  kommen mögen.
Bisher hatte ich den Verdacht, dass die Kiddies ein paar Tage quer schießen würden (habe ja schon per WhatsApp das ein oder andere gehört) und dann ginge es wieder. Was ich heute aber in offiziellen Mails lesen musste entmutigt mich ein wenig.

SheepyTop:  Die Freude des Prinzen hinsichtlich des vielen Feenstaubes überall im Badezimmer (Glitzer ist hinterhältiger als Konfetti, versprochen). Die Freude der Prinzessin über die total misslungene/unförmige Eule auf der Couch und der Kauf von 4 Kinokarten oder viel mehr der Konversation  diesbezüglich 😀

SheepyFlop:  Schmerzen… Immer noch oft, ausgeprägt und ausdauernd… Was soll ich sagen, laut Arzt kann das Gejaule noch wochenlang anhalten…

SheepyDo: Genäht habe ich -> ein Unförmiges Kissending zur Deko und Unterbringung von Fernbedienungen, den Leiterstich habe ich gelernt, da das ein oder andere Kinderobjekt repariert werden wollte und die Lieblinigsjogginghose vom Mann wurde unter der Bedingung repariert, dass er sie nur in häuslichen Gefilden anzieht.  Gelesen habe ich durch die Kopfschmerzen nicht allzu viel, lediglich den Prolog eines Buches und das zählt dann quasi nicht.

Mäh der Woche:
„Schau mal, wir haben eine Kuschelecke gemacht. Dürfen wir darin heute schlafen?!“ fragten mich die Kinder und zeigten mir in ihren Zimmern einen Haufen aus Hunderten Stofftieren und ihrem Bettzeug. Sie haben es durchgezogen, so niedlich, das Zimmercamping.

Fassungslos

Und da stehe ich nun , vollkommen vertieft in das Überangebot von Haarpflegemitteln und versuche mich daran zu erinnern, welches ich noch nicht versucht habe. Meine Haare bringen mich momentan um. Ständig sind sie verzottelt, der Spliss ist selbst für mich nicht mehr zu ignorieren, das ‚ach so tolle‘ Friseurmittelchen macht sie fettig und ein wenig hoffe ich, dass das alles miteinander zusammen hängt.

Ich beneide ja Frauen, die aufstehen, sich die Haare kämmen und dann toll aussehen. Das Haar fällt ihnen fluffig locker über die Schultern und ein kleiner Windhauch lässt für den Außenstehenden die Zeit gefrieren.
Ich hingegen darf noch nicht einmal daran denken meine Haare offen zu tragen, der Vergleich mit einem zu lang geratenen Borstenpinsel drängt sich auf. Mal davon abgesehen, dass ich im Sommer an Hitze sterben würde. So bleibt mir nur der Haargummi irgendwie wild ins Haar geknubbelt, denn für wunderschöne Frisuren wie Fischgrätenzopf oder sonstigem fehlt mir sowohl die Fingerfertigkeit, als auch die Armmuskulatur. Mal davon abgesehen, dass so eine Frisur auch nicht mehr aus dem machen kann, was ich eh schon bin.

Nun ja, zurück zum Thema.

Ich stehe also im Supermarkt, wo die Angestellten Lebensmittel lieben und grüble so vor mich hin, nehme mal dieses und mal jenes Mittel in Augenschein, als zwei Jungen den Laden betreten. Zuerst registriere ich sie nicht, doch sie legen einen grandiosen Auftritt hin. „Also wenn man bei Xy (wir denken uns den Namen des Ladens) arbeitet, dann hat man gesellschaftlich versagt!“ Der andere Bengel lacht gehässig und grunzt zustimmend.
Äh… Wie bitte?! Ich blicke um die Ecke und schaue mir die zwei Supercoolen an: Justin-Bieber-Gedächtnisfrisur, Waveboard unter dem Arm, Markenklamotten, maximal 13 Jahre alt. Boah ist mir schlecht!
Es überkommt mich und noch bevor ich mir auf die Zunge beißen kann, stelle ich mich den Beiden in den Weg, schaue sie direkt an und sage in einem Ton der keinen Widerspruch duldet: „Gesellschaftlich versagt haben Leute, die trotz voller Gesundheit Hartz IV beziehen weil es viel einfacher ist auf Kosten anderer zu leben. Man kann nicht von versagen sprechen, wenn Leute für ihr Geld arbeiten gehen. Vielleicht denkst du das nächste Mal nach, bevor du solch respektlosen Dinge laut von dir gibst“

Mir liegt noch ein bisschen mehr auf der Zunge. Von verwöhnten Bonzenkindern (ich hoffe es lag mir wirklich nur auf der Zunge und ich habe es nicht laut ausgesprochen) und deren ungesunder Ansicht vom Leben. Doch ich lasse es, denn sie sind noch jung, plappern oft nur das nach, was sie irgendwo gehört haben und denken nicht darüber nach, was es bedeutet. Cool sein ist angesagt.
Die Kunden im Laden applaudieren und erst jetzt wird mir bewusst, dass ich relativ laut gesprochen haben muss.  Na super, die Hälfte der Leute hier kennt mich nur als ruhige Mutti von zwei Kleinkindern. Naja…

Ich verlasse schnell den Laden, vergesse vor lauter Ärger fast noch den Hund (wieso meldet der sich denn auch nicht, wenn ich an ihm vorbei laufe?!) und gehe nach Hause, wo meine Familie vorbildlich am Abendbrottisch sitzt. Langsam verebbt der Ärger und ich schaue mir meine Kinder an.
Werden sie irgendwann mal so einen Müll von sich geben? Bei uns in der Gegend ist die Sozialstruktur recht gut und auch wenn wir in unmittelbarer Nähe eines Jobcenters leben, gibt es hier so gut wie keinen, der von dort Leistungen bezieht. Wir gehen selber beide Arbeiten und haben dadurch ein gewisses Maß an ‚Luxus‘ wie zum Beispiel die häufigen Ausflüge mit den Kiddies. Werden unsere Kinder dadurch intolerant?
Ich setzte mir einen weiteren Punkt auf meine imaginäre Erziehungsliste, auf der alles aufgeführt ist, was ich für meine Kinder erreichen möchte. Langsam muss ich die Rückseite benutzen, so denn es eine gäbe, aber das ist ok. Alles ist besser als eines Tages in den Supermarkt zu  kommen und von der Verkäuferin angesprochen zu werden, was mein Kind am Tag zuvor von sich gelassen hat.

In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

Danke für den Rat, behalt ihn!

Ich bin eine stolze Mutter und finde meine Kinder einfach phänomenal. Es vergeht nicht ein Tag, an dem ich nicht am liebsten laut losheulen möchte, weil sie mir mit irgendeiner Kleinigkeit den Tag versüßen. Nicht ein Tag vergeht, an dem ich versuche konsequent zu sein und es dann doch nicht 100% schaffe, weil sie einfach zu putzig sind. Und es vergeht nicht ein Tag, an dem ich nicht doch die ein oder andere Kleinigkeit zu bemängeln habe.

Meine Kinder sind weit ab von „perfekt“ aber genau das macht sie für mich PERFEKT.

Wenn ich so zurück denke an die Anfänge meines Mutterdaseins, oh weh, was habe ich es mir zu Herzen genommen, wenn mir jemand sagte, dass meine Kinder verwöhnt wären. Ich müsse konsequenter sein, nicht so nachgiebig, mehr Härte an den Tag legen… Blablabla… Ich will nicht sagen, dass alle Ratschläge schlecht gewesen wären, oder sie aus Boshaftigkeit gemacht wurden (zumindest nicht alle), aber man hätte durchaus an der Präsentation etwas arbeiten können. Letztlich habe ich gut 98% ignoriert und jetzt haben wir den Salat.

Verwöhnt sind meine Kinder… Nichts werden sie mir danken… Noch kann ich alles retten… Also bei uns war das ja damals…
PAH! In letzter Zeit rege ich mich ständig über solche Sprüche auf, beiße mir auf die Zunge und mein einziges Statement dazu lautet „Wir versauen unsere Kinder so gut es geht allein und schieben es dann später auf die unfähigen Pädagogen!“.

Zwischendurch sitze ich dann Abends auf der Couch und denke über unsere Kinder nach. Über die ‚Hilfestellungen‘ der anderen und ob sie vielleicht doch recht haben mit dem, was sie sagen. Es nagt eben doch irgendwo. Heißt es nicht auch, Erzieherkinder wären die Schlimmsten? Habe ich das nicht auch oft genug selber festgestellt?!

Und dann fallen mir die Leute um uns herum ein, die uns fragen, ob sie die Kinder mal abholen können, weil sie einen neuen Kinderfilm haben und der mit Kindern viel netter anzusehen ist. Ob wir nicht über das Wochenende vorbei kommen wollen, man baut auch extra das Planschbecken auf. Die Eltern aus der Kita  nehmen unsere Kinder gerne mit zu Spielenachmittagen und Ausflüge  und im Elterncafè (ich möchte ja nicht angeben, aber so ist es nun mal) sind unsere Zwei die Stars.
Ein Satz reißt es aber jedes Mal sofort raus und zwar ist der von einer Freundin vor längerer Zeit gesagt worden und bedeutet mir heute, nach etwas über zwei Jahren noch immer sehr viel „Wir müssen uns Mandy warm halten, ich möchte, dass unsere Kinder mal genauso toll werden wie ihre!“ ♥

So schlimm können sie dann also doch nicht sein.
Es macht keinen Sinn sich den Kopf über die Erziehung anderer Kinder zu zerbrechen (es sei denn, man ist Erziehungswissenschaftler 😉 ), jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Eltern sind die Experten ihrer Kinder, ein schöner Satz aus meiner Ausbildung.  Und statt ungefragt blöde Ratschläge abzugeben, sollten einige Leute vielleicht lieber den Eltern zuhören, ihre Ideale ergründen, die Prioritäten erkennen, denn aus irgend einem Grund haben eben diese Leute mit den Eltern zu tun und sollten Unterstützung sein und nicht noch zusätzlicher Seelenbalast.

Danke fürs zuhören, nun ist auch mein Ärger wieder weg! ^.^

Nähmaschinen und Service

Und da saß ich nun. Vollkommen verzweifelt und kurz vor dem Wutheulen. Und das nun schon seit 2 Stunden. Kurz zuvor hatten wir noch eine Halssocke genäht, bin dann ins Kino und als ich zurück war, ging nichts mehr. Die Nähmaschine verweigerte mir rigoros den Dienst. Klar, die Nadel stach in den Stoff ein, aber das war es dann auch schon.
Nach immerhin 3 Stunden, 100 maligem ein- und Umbau der einzelnen Funktionen und etlichen Flüchen sah die Nähmaschine sich dann mal genötigt statt leere Löcher in den Stoff zu stechen, mal ein bisschen Abwechslung in die Sache zu bringen und den Unterfaden in ein großes Gewebe zu verwandeln. Immerhin, dachte ich, ein Fortschritt.
So verbrachte ich weitere 2 Stunden damit, mich durch Foren, Tipps und Tricks und der Anleitung zu ackern. Erfolglos. Zwischenzeitlich hatte das Wutheulen dann übrigens auch die Oberhand gewonnen und ja, auch die Kraftausdrücke waren wenig schmeichelhaft. Diesbezüglich hätte jeder Kesselflicker und Bierkutscher noch dazu lernen können. Irgendwann gab ich dann ganz erschöpft und vollkommen frustriert auf, heulte mich an der starken Schulter meines Mannes aus und ließ mich dann ins Bett einweisen.

Am nächsten Tag war die Sache natürlich noch lange nicht vom Tisch und so fuhr mich mein Mann zu einem Nähmaschinen-Fachmann. Ein alteingesessener Fachbetrieb, das sah man sowohl dem Ambiente des Ladens, als auch dem Fachmann sofort an.
„Schönen guten Tag, meine Nähmaschine raubt mir den letzten Nerv…“ begann ich mein Problem zu schildern, während ich schon am Reißverschluss der Maschinentasche herumfriemelte „… vor ca zwei Jahren bei Lidl gekau… „Eine Billigmaschine? Lassen sie den Reißverschluß gleich zu, die schau ich mir nicht an, da kostet das drauf gucken ja mehr als die ganze Maschine!“ würgte mich der ältere Herr gleich ab. Im Glauben er habe mich falsch verstanden, versuchte ich ihm zu erklären, dass ich auf einen einfachen Einstellfehler hoffte. Doch so weit kam ich gar nicht, denn er betonte noch einmal, dass er sich das gar nicht erst anschauen würde, da dies schon den Preis der Maschine übersteigen würde.
Ich persönlich empfand sein Verhalten als sehr unhöflich, nicht das er sich die Maschine nicht ansehen mochte, sondern die Art und Weise, wie er mir das deutlich machte. So schluckte ich meinen Ärger und verließ den Laden.

Dann fuhren wir in ein Nähmaschinencenter, wo man mich sofort freundlich begrüßte und auf den Hinweis, dass ich Hilfe für eine Discountermaschine brauche mit den Worten „Na mal sehen, wie weit wir kommen, ich gebe mein bestes!“ reagierte. Ok, der erste Pluspunkt war gesetzt. Nach einer Kontrolle aller Einstellungen und des Zusammenbaus, schaltete der nette Herr das Gerät an und machte eine Probenaht. Die natürlich, wie sollte es anders sein, perfekt war. „Das kann nicht wahr sein, die mobbt mich!“ schimpfte ich begeistert über die Zauberhände des Verkäufers. Dieser war nicht so euphorisch und machte noch eine Naht, bei der es dann „knallte“. Gut, dass ich nicht sofort nach Hause bin, sonst wäre ich wohl zusammengebrochen, getreu dem Motto „Wieso bei ihm und nicht bei mir?!“
„So wie es scheint, ist der Blabla (weiß nicht mehr, was es war) defekt. Wir können unsere hauseigene Werkstatt drauf schauen lassen, das würde dann 20€ vorab machen, die im Falle einer gewünschten Reparatur verrechnet werden würde. Aber ganz ehrlich und unter uns: ich denke, dass es sich am Ende auf um die 80€ handeln würde und das übersteigt den Wert ihres Gerätes.“ Japp, da musste ich ihm zustimmen.

Der Schatz fragte dann, was der nette Herr den für den nächsten Kauf empfehlen könnte und so saß ich plötzlich an einem Tisch voller Maschinen und bekam ein für mich wirklich tolles Modell vorgeführt, bzw. durfte es selber versuchen. Dazu gab es noch jede Menge Tipps und Tricks, die man generell beim nähen gut gebrauchen kann und ganz am Ende noch ein Prospekt des Gerätes, damit man sich zu Hause noch einmal alles in Ruhe ansehen kann.

Wie der Schatz nun einmal so ist, setzte dieser sich daheim gleich ans Internet und recherchierte den Internetpreis, der genau dem im Laden entsprach. „Wieso hast du die nicht gleich mitgenommen? Die war doch echt toll?!“ Meinte mein Mann das jetzt wirklich ernst, oder spielte er ein grausames Spiel mit meinen Gefühlen?

Eine halbe Stunde nach Verlassen des Ladens stand ich wieder davor, diesmal beladen mit einem riesigem Karton und einem wirklich, wirklich breitem Grinsen im Gesicht. Im Auto saß mein Mann, der es tatsächlich ernst gemeint hatte und mir den Shoppingchauffeur gemacht hat.

„Ich kann dich halt nicht unglücklich sehen!“ entschuldigte er sich für seine Entscheidung. Insgeheim vermute ich ein heimliches Interesse an meinen Interessen, was auch seine Fragerei am Abend erklären würde 😉
Wie auch immer, ich bin nun wirklich selig, dass ich Frau Ar***loch (so habe ich die alte Maschine vor lauter Wut getauft) nun beerdigen kann. Und fleißig war ich mit der Neuen nun auch schon.