Stehende Autos…

Ich bin Beifahrerin in meinem kleinen Auto. Die Ampel ist rot. Mein Auto steht. Gerade habe ich meinen Mann, der heute fährt, gefragt, ob es denn nicht taktischer klüger wäre geradeaus weiter zu fahren. Er erklärt mir, dass dem nicht so ist und gerade als er das letzte Wort sagt, schnellt mein Oberkörper nach vorne und wird gleichzeitig vom Gurt zurück gehalten. Dann höre ich einen Knall und sehe quasi gleichzeitig (m)eine Radkappe auf der rechten Spur an mir vorbei rollen. Ich schaue meinen Mann und frage ihn, ob gerade jemand mein Auto gerammt hat. Ich kann es nicht fassen, bin ungläubig und stehe ganz klar unter Schock. Ich steige aus dem Auto aus und sehe, dass meine Stoßstange kaputt ist. Aber hinter uns steht niemand. Ich wundere mich und versuche mich zu erinnern, ob ein Auto an uns vorbei gefahren ist. Ich kann mich aber nur an den Knall und die Radkappe erinnern. Dann sehe ich das andere Auto. Ich muss es vollkommen ausgeblendet haben.

Auf der rechten Spur, ein wenig nach hinten versetzt steht ein vollkommen demoliertes Auto. Es sieht aus, als ob es frontal gegen eine Mauer gefahren wäre. Wie ist es da hingekommen!? Ist mit dem Fahrer alles ok? Ich gehe hin, sehe ihn blöde gucken und schreie ihn an, ob er gegen mein Auto gefahren ist. Ich schreie aus zwei Gründen: 1. hat mein Fahrlehrer immer gesagt, man darf niemals das Auto eines anderen aufreißen und sein Fenster ist zu und 2. bin ich voller Wut und Verzweiflung und langsam setzen Schmerzen ein.

Ein Passant brüllt mich an, ich soll den armen Mann in Ruhe lassen, er hatte gerade einen Unfall. Ach nee! Am liebsten würde ich ihm an den Hals springen, doch ich gehe auf den Gehweg, stütze mich zittern am Zaun ab und beginne Rotz und Wasser zu heulen. Plötzlich steht eine Polizistin neben mir und eine Frau von der Freiwilligen Feuerwehr. Sie reden mit mir. Der Mann, dem der Zaun gehört gibt mir einen Stuhl und ein Glas Wasser. Ich verschütte es, weil ich so doll zittere. Die Frau und die Polizistin reden beruhigend auf mich ein. Erklären mir, wie die hydraulische Hebeanlage funktioniert, die sie gerade für den anderen Wagen benutzen. Ich bekomme mit, dass der Fahrer behauptet, dass WIR IHM drauf gefahren wären. Ich heule noch mehr, bekomme kaum noch Luft.

Mir tut alles weh. Sie rufen den Krankenwagen. Oh man, ist das peinlich. Ich werde mit einer festen Halsmanschette fixiert, muss mich auf eine Liege legen und werde wie ein gestrandeter Wal zum Krankenwagen geschoben, stumme Tränen begleiten mich. Ich beantworte brav die Fragen des Sanitäters, während ich aus dem Dachfenster schaue. Ich dachte immer, man würde die Sirene lauter hören.

Das Krankenhaus ist voll, wie man es eben kennt. Die Erstversorgung erfolgt aber schnell. Röntgen, Schmerzmittel, Fragen, Blutabnahme. Nach knapp sechs Stunden steht fest, dass ich nach Hause darf. Ich bin froh und weine auch kaum noch. Aber die Schmerzmittel sind kacke. Ich dachte die haben Stärkeres in einem Krankenhaus.

6 Wochen darf ich nicht arbeiten, habe Schmerzen und renne vom Arzt zur Physiotherapie und zum Anwalt. Meine Gruppenreise kann ich nicht antreten und auch mein Sommerurlaub ist durchzogen von Einschränkungen.

Das war vor 3,5 Monaten. Inzwischen ist der kleine Wagen in der Schrottpresse, denn selbst mit ganz viel Willenskraft wäre er nicht zu retten gewesen. „Japp, der ist tot.“ War das nüchterne Urteil des Gutachters. Schön wäre es jetzt, wenn die gegnerische Versicherung dann mal so langsam auch aus dem Tee kommt, denn bis Dato haben wir noch nicht einen Cent für den entstandenen Schaden gesehen.

Ich bin inzwischen ein sehr schlechter Beifahrer und denke tatsächlich über eine Therapie nach. Denn wenn jedes Fahrzeug ein potenzieller Unfall ist und man dies mit Panik (und Tränen) in der Stimme begleitet dem Fahrer zu verstehen gibt, ist das bestimmt nicht normal.

So weit so gut. Den obigen Beitrag hatte ich heute Mittag geschrieben, bevor ich zu einer Freundin fuhr. Und nun haltet euch fest: auf dem Heimweg knallte mir jemand in mein stehendes Fahrzeug. Auf der Kreuzung. Vor den Augen der anwesenden Polizistin.

Ernsthaft jetzt!?! 🤷🏼‍♀️

Geschützt: Sind das Nazis?

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Ich werde gemobbt…

… ganz ehrlich! Und das liegt bestimmt nicht daran, dass ich den Mobber verpetzt habe, oder etwa doch?!

Seit ewigen Zeiten ist die tolle DHL-Mitarbeiterin, die immer Bonbons in der einen und Hundekuchen in der anderen Tasche hatte, nicht mehr für unsere Straße zuständig. Seit dem kann man eigentlich damit rechnen, dass wenn  man eine Sendung erwartet  die von der gelb-roten Schneckenpost zugestellt werden soll (leider kann man das noch immer nicht in jedem Shop auswählen), dass man zur Filiale fahren darf. Egal ob man daheim ist, oder einen netten Nachbarn hat (der gesundheitsbedingt definitiv immer daheim ist), der die Päckchen entgegen nimmt. Das wäre ja noch nicht einmal das Schlimmste, auch wenn ich mir Schöneres vorzustellen vermag, als in der unfreundlichen Filiale gefühlte zwei Stunden auf meine Ware zu warten.Viel Schlimmer finde ich es ja, wenn ich gar keine Kenntnis von meiner Lieferung habe, weil „der Mitarbeiter wohl keine Benachrichtigungskarten dabei hatte“ und die Lieferung nach der maximalen Lagerungszeit in der Filiale wieder zurück an den Absender geht. Oder ich eine Mail bekomme, dass ich bitte meine Adressdaten vernünftig hinterlegen solle, da auf der Retoure ein Stempel ist mit „Straße unbekannt“.

Und nur mal um euch ganz Schlauen Leuten mal etwas vorweg zu nehmen: klar ich könnte weniger Online einkaufen. Natürlich gehe ich viel zu den kleinen Einzelhändlern, wenn die haben was ich brauche, aber manche Dinge bekomme ich im Netz einfach bedeutend günstiger und da ich mein Geld nicht aus dem Keller holen kann, muss ich eben sehen, wo ich sparen kann und zum anderen gibt es tatsächlich Menschen, die uns überraschen wollen und mal ein Päckchen schicken. Klasse auch, wenn man Ersatzteile nur über den Händler beziehen kann… Mir egal, ich kaufe auch online und es ist mir egal, ob ihr das gut findet! *Ätsch*

Das Ganze läuft schon relativ lange, aber im September ist mir dann endgültig der Kragen geplatzt und ich habe eine meiner berühmt-berüchtigten Beschwerden geschrieben. Direkt an die Geschäftsführung.
Ich hatte nämlich ein Paket bekommen, was dann in eine Packstation abgelegt worden war. Okay denkt man sich und ist erfreut, dass man nun nicht in die Filiale muss und ganz Öffnungszeiten unabhängig an seine Ware kommt. Leider gab es keine Benachrichtigungskarte, die man aber braucht, um den darauf abgedruckten Barcode zu scannen, heißt also, ohne Karte, kein Paket.
Binnen 8 Tage rief ich 5x die Hotline an, die mir sagte, es würde mich eine Ersatzkarte erreichen. An Tag 15 (nach Zustellung), kam sie dann auch an. Zusammen mit 37(!) anderen Briefen, die teilweise über anderthalb Monate rückdatiert waren. Das mein wunderbares Päckchen nicht mehr in der Packstation lag, versteht sich von selbst, nicht wahr!?

Nach meiner knapp vierseitigen Beschwerden klingelt der Mensch zumindest wieder sporadisch bei uns. Und Post kommt nun zumindest einmal die Woche. Wenn ich den Briefträger jetzt noch duzen täte, wäre es ein wenig wie das Leben an einem sehr fernen, abgelegenen Ort.
Tu ich aber nicht!

Nachdem ich nun aber weiß, dass ich mich nicht so auf die Zustellung daheim verlassen kann, habe ich mich bei dem System „Packstation“ registriert, in dem Glauben, nun würde alles besser. Weit gefehlt!
Ich hatte mir etwas in eine Packstation liefern lassen wollen, da ich wusste, dass weder ich noch mein Mann am Zustelltag daheim wären. Als Packstation ausgewählt, angegeben und gewartet. Um 10 Uhr erreichte mich dann auch die Mitteilung, dass das Päckchen in der Packstation mit der angegebenen Nummer wäre. Allerdings nicht in Berlin, sondern knapp 25km weiter in Kleinkleckersdorf. Mein erstaunen war groß, erst recht, nachdem ich alle Zweifel, dass es mein Fehler gewesen war aus der Welt geräumt hatte. Relativ flott (noch nicht einmal 2 Minten) war ich dann auch in der Kundenhotline (noch immer bin ich verwundert, dass ich dort noch nicht gesperrt bin) und fragte, wie ich denn nun an mein Päckchen käme und wieso es denn überhaupt in Buxtehude Nordseite gelandet war.
Ich hatte schon lange keinen so verdutzten, aber überaus bemühten Servicemitarbeiter an der Strippe. Und das, bei meinem Erfahrungsschatz bei eben genau dieser Hotline!
Nach einer halben Stunde kam heraus, dass die gewünschte Packstation belegt gewesen war und man die Sendung nun woanders unterbringen musste. Wieso man da eine 20km entfernte Packstation außerhalb Berlins genommen hat, wo es in meinem Bezirk laut Internet über 50 Stationen gibt, konnte letztlich aber trotzdem nicht geklärt werden.
Nun warte ich die nächsten 4 Tage ab, ob die Theorie von „Der Fahrer bekommt nun den Auftrag das Päckchen abzuholen und dorthin zu bringen, wo sie es in einem 3km Radius erreichen können“ klappt und werde mich ansonsten selber auf den Weg machen und dem „Serviceleister“ eine Rechnung meiner Fahrtkosten übergeben.

Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass ich weiß, dass es ein harter Job ist. Ich weiß auch, dass die Arbeitsbedingungen nicht mehr optimal sind. Ich weiß auch, dass es, wie in jeder Branche, an Mitarbeiter fehlt (was vermutlich an den bereits erwähnten Bedingungen liegen könnte).
Ich erwarte dennoch, dass wenn man einen Job wie diesen annimmt, dass man ihn dann verdammt nochmal auch erfüllt, ganz gleich, ob man Zeitdruck, zu wenig Geld und zu viel Arbeit hat! 

Hobbypsychoanalytiker

Heute hatten alle Kollegen meiner Arbeit einen Seminartag zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation nach M. B. Rosenberg“ und wie das oft so ist im Leben einer Erzieherin, spielen Rollenspiele und psychischer Striptease eine große Rolle, wenn es darum geht, etwas Neues zu lernen. Manchmal frage ich mich, ob das in anderen Berufen auch so? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Maler/ Rohrverleger/ Friseur erst einmal seinen Gemütszustand und seine persönliche Einstellung breit treten muss, bevor er/sie eine neue Technik bekommt) Heute saß ich neben einer Kollegin, mit der ich ein sehr… na sagen wir mal „professionelles“ Verhältnis habe. Sie weiß, bis auf meinen Namen und alles was  meine Arbeit an der Arbeitsstelle betrifft, eigentlich gar nichts über mich. Vielleicht gehe ich später auf die Gründe dafür ein, vielleicht auch nicht, mal sehen, wie sich der Post entwickelt 😉 
Auf meiner anderen Seite saß eine Lieblingskollegin, aber wie das Schicksal nun einmal so spielt, „durfte“ ich die Partnerübung mit der anderen Dame machen. Zum kurzen Verständnis: die Übung bestand darin, die Hand des Gegenübers 3 Minuten lang so zu betrachten als würde man zum ersten Mal eine menschliche Hand sehen, ohne etwas zu sagen. Wer wollte, sollte die Hand ruhig berühren, darüber streichen… eben alles, was man so tut, wenn man etwas zum allerersten Mal sieht und die Funktion dessen versucht heraus zu bekommen. Natürlich musste der Mensch, der an der Hand dran hängt seine Zustimmung zur Berührung geben. Tat ich aber nicht, denn zum einen mochte ich es noch nie, wenn andere mich berühren und zum anderen mag ich die Person nicht sonderlich und wollte deshalb erst recht nicht von ihr betatscht werden.

Nach der Übung, als wir wieder sprechen durften, fragte sie mich auch direkt, wieso sie meine Hand nicht anfassen durfte. Also erklärte ich ihr freundlich, dass ich generell nicht gerne von Leuten angefasst werde, zu denen ich keinen persönlichen Bezug habe und das es eben eine Weile braucht, bevor man dieses „Privileg“ erhält. Was damit zu tun hat, dass ohnehin ich nicht so schnell Menschen in meinen persönlichen Raum lasse. Da fragt die gute Frau mich doch tatsächlich, ob ich als Kind missbraucht worden bin?! Die Lieblingskollegin schaute schockiert erst mich und dann ungläubig sie an, doch die Kollegin ignorierte es gekonnt und ließ sich auch nicht von meinem offenen Mund irritieren. Sie erklärte mir ganz hochtrabend, dass dies eine Störung sei und dies ja hauptsächlich bei missbrauchten Menschen zu beobachten wäre und ich deshalb mal in mich spüren sollte, ob ich nicht unterbewusst etwas VERDRÄNGEN würde und so weiter. Als ich langsam meine Sprache und meine Mitte wieder gefunden hatte (Entspannungspädagogin sei dank), vertraute ich ihr an, dass ich gerade das Gefühl, ihr eine reinziehen zu wollen unterdrücken würde und dies keine versteckten Aggressionen, sondern ganz offene seinen und rein gar nichts mit irgendwelchen Traumata zu tun hätten. Naja, ich erspare euch den gesamten Dialog, der da noch folgte.

Dennoch bin ich sehr entsetzt. Wie kann man denn bitte so unsensibel sein?! Gehe ich jetzt mal vom Schlimmsten aus und diese Person hätte eben dieses Szenario mit einer Frau gehabt, die tatsächlich so etwas schlimmes durch machen musste, möchte ich mir nicht vorstellen wie die Situation weiter gegangen wäre.
Immerhin entschuldigte sie sich nach wenigen Minuten bei mir und gab zu, dass das vielleicht nicht ganz so geschickt gewesen war, haute aber gleich das nächste Ding raus, indem sie sagte, dass ein Missbrauch aber auch meine stets sarkastische Art und meine Ernsthaftigkeit erklären würde.  Ähm… ja…

Ich hätte versuchen können, ihr zu erklären, dass es einfach Menschen gibt, die ihre eigene Taktiken und Charaktereigenschaften entwickelt haben, um mit Menschen, die sie nicht leiden können umzugehen. Ich hätte ihr auch etwas darüber erzählen können, wie der Umgang mit andern Menschen und gemachte Erfahrungen zur Formung eines Charakters und seinen Eigenschaften (wie Beispielsweise Umgang mit Ärger oder Humor) beiträgt. Tat ich aber nicht.

Ständig passiert so etwas in der Gesellschaft. Ständig werden wir in Schubladen gepackt, weil wir uns so oder so verhalten. Kinder, welche sensibel sind, werden zur Heulsuse degradiert und Kinder, die noch richtig Kind sind ganz schnell hyperaktiv, wenn sie im Unterricht einmal kippeln und in der Pause um den Tisch flitzen.
Die eine ist eine Helikoptermama, weil sie auf dem Spielplatz neben ihrem Kind an der Rutsche steht; die Mutti auf der Bank, die ihr Kind alleine schaukeln lässt, ist verantwortungslos und faul; Frauen die ihren Mann stehen sind Mannsweiber; Hausfrauen sind arbeitsscheue Muttchen. Männer, die ihre Frauen unterstützen sind Waschlappen und jene, die gar nichts machen sind Machos.. Natürlich gibt es 1000 Beispiele, über  Ethik und Herkunft möchte ich gar nicht erst anfangen nachzudenken.

Das gehört zum Mensch sein dazu, das weiß ich und natürlich nehme ich mich nicht raus. Auch ich habe Schubläden, wo ich Menschen einsortiere. Das fängt bei der Sympathiefrage an und endet… Eigentlich nie.
Die Kunst ist doch dahinter, immer wieder zu hinterfragen ob das Bild noch stimmt und ob von mir erdachte Vermutungen sich bestätigen (oder eben nicht).  Aber doch bitte nicht so unsensibel, plump und anmaßend!

Quintessenz des heutigen Tages:
Die Kollegin ist mir nicht sympathischer geworden und hat heute so ziemlich alle, irgendwann einmal vorhandenen, Chancen darauf vertan. Empfand ich sie vor dem heutigen Tag schon als doof, ist sie heute in die Kategorie „Toastbrot“ gefallen und ich schäme mich dafür, sie als Kollegin (was ja zwangsweise bedeutet, dass sie mit kleinen Menschen arbeitet) bezeichnen zu müssen.

 

Gedankenblase

17-10-01-20-51-39-959_deco.jpgLange und viel habe ich mit mir gehadert, ob ich nicht mal wieder schreiben möchte. Es gab so viele Dinge, die mich belastet haben. Im privaten Umfeld, im virtuellen Leben, beruflich… Ich fing wieder an Tagebuch zu schreiben. So ganz oldscool mit Füller und auf echtem Papier. Nicht täglich, um Gottes Willen, aber doch regelmäßig. Eigentlich immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, dies oder das würde ich jetzt gerne bloggen wollen.

Niemand wird gerne angefeindet oder gar bedroht. Dies bezieht sich (natürlich) auf das reale Leben, aber auch auf das virtuelle. Wo man im social Media noch recht geschützt unterwegs ist, da man sich die Menschen aussuchen kann, von denen man liest, ist man auf einem Blog doch recht „ausgeliefert“.
Natürlich kann man die Kommentare ignorieren, nur mit Freischaltung veröffentlichen etc. Und dennoch trifft es einen. Man beginnt Beiträge nicht mehr zu veröffentlichen und irgendwann geht man gar nicht mehr auf die Internetseite, weil man keine Lust mehr darauf hat wieder eklige Dinge zu lesen, die einem wildfremde (!) Menschen, anonymisierte Bekannte, ehemalige Freundschaften oder „Familie“ an den Kopf werfen. Im Internet sind immer alle so stark, doch wer kann von sich behaupten, all das, was er mir geschrieben hat, auch ins Gesicht zu sagen? Ich bin mir sicher, dass es da niemanden gibt und dennoch nagt  es an mir und ich hatte die Lust verloren.
Zwischendurch dachte ich, es sei DIE Lösung, Beiträge zu schreiben, die man nur mittels Passwort erreichen kann. Doch stellte ich schon beim ersten fest, dass das so auch nicht funktioniert. Aktuell befinden sich 97 unveröffentlichte Beiträge hier auf dem Blog und ich bringe es nicht übers Herz sie zu löschen. Das sie nicht veröffentlicht werden, da ihre Zeit und Aktualität inzwischen vorüber sind, steht außer Frage und dennoch, sie bleiben wo sie sind, vielleicht als Mahnmal, vielleicht als Inspiration aber ganz sicher, als virtuelle Erinnerung.

Inzwischen habe ich mich auf allen Ebenen des Lebens wieder gefasst und bin auch wieder bereit, mich dem Thema bloggen zu stellen. Ich fühle mich endlich wieder gewappnet, habe neue Methoden für mich entwickeln können und werde es wieder angehen. Nicht zuletzt dank des Zuspruchs lieber Menschen, die mich in letzter Zeit mehrfach darauf stießen, dass ich es wieder wagen sollte.

An all jene, die meinen, ihren Unmut und ihre persönliche Unzufriedenheit mir gegenüber nur in der anonymisierter Form bewältigen zu können: Tut es ruhig, wenn ihr dann endlich abschließen könnt und euer Leben beginnen könnt zu leben. Aber wartet nicht auf eine Antwort oder einen Kommentar von mir. So etwas können nämlich nur Menschen erwarten, die mit mir sprechen.

Vertrauen? Kann ich nicht mehr!

Letzten September haben wir unser Kind Menschen anvertraut, die wir noch nie gesehen haben, geschweige denn ein Wort mit Ihnen gesprochen haben. Das war schon nicht besonders leicht für mich als Mutter mit einem sehr ausgeprägtem Kontrollzwang Beschützerinstinkt. Immerhin durften meine Kinder nicht vor dem zweiten Lebensjahr in die Kita aus dem einfachen Grund, dass ich wollte, dass sie sich mir gegenüber äußern können, wenn etwas verquer läuft.

Nun gut, mit 5 Jahren, nur ganz knapp von der 6 entfernt, sollte dies ohne Probleme möglich sein und Schule ist ja ohnehin noch einmal etwas anderes als Kita. So dachte ich damals. Wäre es nach mir gegangen, ich hätte meinen Prinzen noch ein Jahr länger in der Kita gelassen. Doch Kita und auch Schulärztin gaben ihr Go und so war der Lauf der Dinge quasi beschlossene Sache.
Im Nachhinein kann man sich vieles Fragen und überlegen, wie es hätte besser laufen können, doch alles das bringt nichts und so müssen wir die Situation nun so wie sie ist hinnnehmen und versuchen das Beste daraus zu machen.

Vor einem guten viertel Jahr brachten wir unseren Großen in die Klasse. Inzwischen waren wir daran gewöhnt, dass wichtige Informationen, sei es den Leistungsstand des Kindes oder eventuelle Verletzungen (und da gab es von der Schürfwunde bis zur gebrochenen Nase quasi schon alles innerhalb eines Schuljahres), nur auf genaue Nachfrage und ein wenig sticheln zu erhalten waren. So nahm das „Och, der Prinz macht sich eigentlich ganz gut“- Gespräch binnen weniger Sekunden eine Wendung zu „Nur damit Sies schon wissen, im nächsten Jahr wird er einen I-Status bekommen!“.
Ich werde jetzt hier nicht ins Detail gehen, inwiefern diese Frau sich falsch verhalten und auch im Ton vergriffen hat. Nur soviel: Ich verließ nach 10 Minuten mit Halsschlagader, hochroten Kopf und Nerven aufs mindeste Gespannt die Klasse und bin im Nachhinein wirklich erstaunt, wie höflich und zurückhaltend ich reagiert habe (der Mann war auch mehr als überrascht von meiner vermeintlichen Ruhe).
Zum besseren Verständnis sei noch gesagt, dass ich aus mehreren Gründen gegen und sie aus den falschen Gründen dafür war/ist.

Wir unternahmen einige Schritte um uns ein Schul- und Elternunabhängiges Bild von unserem Kind zu machen. Denn nichts ist schlimmer als Eltern, die auf ihren Standpunkt beharren und im Grunde keine Ahnung haben, wer oder wie ihr Kind ist. Die Experten (drei Stück an der Zahl) erzählten mir aber auch nur das, was ich ohnehin schon über mein Kind wusste und bestätigten mich in meiner Meinung. Um für das Kind einen besseren Schulalltag zu bekommen, gab ich den Experten die Genehmigung, sich mit der Lehrerin zu unterhalten und war froh, dass die Menschen mit beiden Füßen fest auf unserer Seite standen. Wirklich jeden belatscherte die gute Frau und versuchte ihre Meinung in die Akte der Experten zu bekommen, wirklich massiv und penetrant, wie mir zurück gemeldet wurde.

Nachdem die gute Frau nun auch auf dieser Ebene gescheitert war, muss sie sich einen neuen Schlachtplan überlegt haben, der da geheißen haben muss „Nun zeigen wir denen mal, wie blöd ihr Kind wirklich ist, dann knicken die schon ein!“
Seit mehreren Wochen weint sich unser Kind nun in den Schlaf, bekommt immer häufiger (nachweislich) mehr Hausaufgaben als die anderen Kinder der Klasse, benutzt Sätze wie „Ich bin nichts, ich kann nichts, mich kann man nicht lieb haben“ und schlimmeres. Mir zerreißt es das Mutterherz und der Mann fährt besonders aufmerksam Auto, nicht dass da jemand zu Schaden kommt…

Vor zwei Wochen erreichte die Geschichte ihren Gipfel, auf jeden Fall emotional gesehen und aus dem eigentlichen ‚Ich will zur Leitung‚ wurde ein ‚Ich brauche bitte eine Ummeldekarte für meinen Sohn‚. Morgen hospitiert mein Kind in seiner neuen Klasse, die er ab Sommer besuchen wird. Handverlesen durch mich, denn ich bin in der glücklichen Lage unterschiedliche Kontakte zu haben, die mir erlauben sehr tiefe Einblicke in die Arbeit der neuen Schule zu nehmen.

Ich erwarte durch einen Schulwechsel keine schulischen Wunder (aber hoffen wird man wohl dürfen?!) und mir ist auch klar, dass das Kind weiterhin irgendwelche Auseinandersetzungen mit Kindern oder (hoffentlich eher nicht) Lehrern haben wird. Das gehört einfach dazu und ist prinzipiell ja nicht schlimm.
Aber, und da bin ich mir sicher, ich weiß, dass es ihm nun wieder gut gehen wird. Sowohl in der Schule, als auch in der Betreuung.

Was ich mache wenn er in die Oberschule kommt? Tja, ich weiß noch nicht, aber es wird schwierig sein mein Kind einer fremden Institution anzuvertrauen. Vielleicht studiere ich ja doch noch auf Lehramt und unterrichte dann in einer Oberschule?! Oder baue mir zumindest in diese Richtung Freundschaften auf, ein wenig Zeit habe ich ja noch… 😉

Ich versuche es jetzt mal sichtbar

Ja natürlich, ich hatte viel damit zu tun, mich an die neuen Kollegen, die neuen Kids und die neuen Umstände zu gewöhnen.
Ich musste mich daran gewöhnen, dass mein großes Kind nun nicht mehr einfach nur ein spielendes Kind, sondern nun ein hart lernendes Schulkind ist, was das ein oder andere Ärgernis mit sich brachte.
Ich habe Dinge geplant und nicht durchführen können, weil unterschiedliche Faktoren dagegen gearbeitet haben.
Ich habe mich teils verigelt und teils verausgabt was Freundschaften anbelangt. Speziell hier sind Dinge geschehen, die mich in letzter Zeit stark beeinflusst haben.

Doch der Grund für meine lange Abstinenz hier auf dem Blog ist keiner der oben genannten. Auch nicht meine schreiende Faulheit oder Kreativlosikeit… Viel mehr waren es die Kommentare einiger weniger, die mich gestoppt haben in meinem Schreiben, Natürlich nicht die lieben und netten, ihr ahnt es… Es waren bösartige, gemeine und recht persönliche, die natürlich nur von Menschen gestammt haben können, die mich irgend woher kennen.

Ich habe keine Ahnung, wer diese Person/en sind, doch manches hat mich hart getroffen. Auch das Drohungen dabei gewesen sind, hat die Sache nicht besser gemacht.

Ich habe dennoch viel geschrieben, auch hier im Blog, denn es hilft mir oft, mich und meine Entscheidungen zu reflektieren, manches zu verarbeiten und mich später an Schönes besser erinnern zu können. Nur habe ich es nicht öffentlich gemacht, habe einen „unsichtbaren“ Blog geführt, nur für mich allein.

Nun bin ich wieder so weit, dass ich es wieder öffentlich versuchen möchte. Wenns nicht klappt, gehe ich eben wieder inkognito. Außerdem funktioniert die „schwarze“-Kommentar-Liste jetzt 😉

Ich wünsch euch was…