Geschafft?!?

„Kannst du am Dienstag die Kinder von der Kita abholen und sie betreuen bis ca 19h?“ fragte ich meine Freundin, welche auch direkt zusagte. Wunderbar! Dann stand der Überlandfahrt ja gar nichts im Wege. Bis auf das Wetter, aber damit hatte ich mich ja inzwischen sowieso arrangiert. Zwangsläufig.

Ich quälte mich also bei Einbruch der Dunkelheit durch den Berliner Norden um dann im Umland durch Ortschaften und Städtchen zu fahren. Mit der Kälte hatte ich gerechnet und war, so denn das denn möglich war, darauf vorbereitet. Nicht zuletzt durch den Einkauf der Thermosocken am letzten Dienstag  und dem lieben Nachbarn, der mir seine hochwertigen Motorradstiefel lieh. Doch wirklich tödlich und dem Fahrspaß nicht gerade zuträglich, war der Dauersprühreden, der mich die gesamte Zeit über begleitete.

Doch am Ende war es überstanden und ich kam, diesmal nur halb erfroren, bei meinen Kindern an. Und es ging mir schlecht. Nicht körperlich… Wobei… Doch… Aber nicht der Kälte wegen… Wobei… Doch, auch… Naja, mir ging es vom Kopf her nicht so gut. Denn die Überlandfahrt bedeutete für mich das Ende der Fahrstunden. Ausheulen bei jemandem war nicht, denn es sollte ja niemand wissen, wann ich die Prüfung hatte. So gab es keine Ratschläge, die man nicht hören wollte und ich setzte mich nicht selber so unter Druck, denn niemand würde etwas wissen.

Am Mittwoch fuhr ich ganz normal zur Arbeit, bleib dort die ersten drei Schulstunden und fuhr dann los in die Fahrschule. Da fing es dann an, dieses Gefühl, was man (also ich zumindest) so genau kennt: wenn man vor einer Prüfung steht und genau weiß ‚das geht jetzt voll in die Hose‘. Oder kurz vor einem Tattoo, wo man genau weiß ‚ohoh, jetzt tuts gleich scheiße weh‘. Man weiß einfach, dass etwas blödes passiert und muss trotzdem antreten. So ging es mir zumindest immer, egal ob Tattoo, mündliche oder schriftliche Prüfungen. Der Magen rebelliert, man hat das Gefühl man würde am ganzen Leibe zittern und eine unterschwellige Übelkeit kraucht aus Richtung Zehenspitzen hinauf in die letzte Haarspitze.

Es gibt insgesamt 9 Grundfahrübungen und genau zwei habe ich davon in all den Fahrstunden Fehlerfrei hinbekommen. Alle anderen regelmäßig verhauen und mich noch während der Übungen tierisch und laut fluchend (zum Spaß des Fahrlehrers) über mich selber geärgert. Der Prüfer will 7 dieser Grundfahrübungen definitiv sehen. Fehlerfrei. 

Da saß ich armer Tropf nun 80 Minuten vor der Prüfung auf dem gelben Motorrad und verfiel in Panik. Aber nur eine ganz kleine, ohne weinen. Ich konnte ja alles, bis auf diese blöden Grundfahrübungen. Im normalen Verkehr, auf Autobahn (selbst unter widrigen Umständen) und auch auf der Landstraße (unter noch widrigeren Umständen), war ich eine Topfahrerin – OTon des Fahrlehrers-.
Als dann mein Fahrlehrer mit den roten Hütchen, die ich inzwischen so sehr hasste, neben mir stand, straffte ich die Schultern, sperrte die Panik in den Hinterkopf und dachte einfach an meinen Zahnarzt. Warum Zahnarzt? Keine Ahnung, vielleicht, weil ich da auch immer Panik habe. Mit weinen.

Tja und dann absolvierte ich alle 9 Übungen Fehlerfrei. ‚Wehe wenn das gleich mit dem Prüfer nicht so funktioniert, dann kotze ich aber, dass ich es jetzt geschafft habe!‘ dachte ich bei mir und war schon auf dem Weg zum Treffpunkt. Vor Ort stellte sich mir dann eine ganz liebe und nette Prüferin vor, die ein paar Witzchen machte um die Anspannung zu nehmen, tätschelte mir die Schulter, wies mich darauf hin, dass ich vorsichtig sein solle und dann ging es los.

Anders als bei der Autoprüfung sitzt der/die Prüfer/in natürlich nicht direkt hinter einem und man hört auch nichts von ihm/ihr, denn alle Kommandos kommen wie gewohnt vom Fahrlehrer über Funk und so war es ganz einfach, die Situation in Gedanken zu einer normalen Übungsstunde zu modellieren.

Am Übungsplatz angekommen, kam sie zu mir, lobte mich für meine schöne Fahrt zum Platz und sagte, was sie sehen wollte. Dann ging es los und der Teil, vor dem ich am meisten Bammel hatte, nahm seinen Lauf. Einen sehr guten, wie ich fand. Und dann kam die letzte Übung, in der ich sonst nie Probleme hatte UND verkacke! Einatmen, ausatmen und noch einmal, geschafft! Wieder kam sie zu mir, zwinkerte mir zu und sagte, dass das schlimmste geschafft sei und ich mir keinen Kopf machen soll, den Patzer hatte ich ja behoben und jeder darf einen Fehler machen. Jetzt noch eine kleine Spazierfahrt und dann seien wir durch.

Die kleine Spazierfahrt führte mich an allen Lieblingsstellen von Prüfern entlang: Stop-Schilder noch und nöcher, Zebrastreifen, verengte Fahrbahnen, Stadtautobahn, rechts-vor- links ohne Ende, Busspuren, Einbahnstraßen, 30er-Zonen  und verkehrsberuhigter Bereich. Dann am eine blöde rechts-vor-links-Kreuzung und da dachte ich dann, es sei vorbei. Wir fuhren zum Startpunkt zurück, die eine Stunde war um.

‚Gratulation, das haben sie alles sehr schön gemacht!‘ sagte sie und ich fragte ganz ungläubig, ob ich bestanden hätte. Sollte man eigentlich nicht machen, doch als sie fragte, wieso ich zweifeln würde, sprach ich die Kreuzung an. Mein Fahrlehrer schaute mich an, als ob ich bekloppt wäre und sie lachte nur und erklärte mir, dass alles wie im Lehrbuch gelaufen wäre.

Ich bekam meinen vorläufigen, nur in Deutschland gültigen, Führerschein ausgehändigt und fuhr ohne Ansagen vom Fahrlehrer zurück in die Fahrschule. Dort gab es dann das, in dieser Fahrschule obligatorische, Siegerfoto mit Schüler und Lehrer und dann war ich quasi schon wieder auf der Arbeit.

Abends kuschelte ich mich dann direkt nach der Arbeit ins Bett und schlief dann 13,5 Stunden durch. So fühlt sich Erleichterung an 😀

Erst heute hab ich es dann so wirklich realisiert und konnte mich daran erfreuen. Ganz zum Leidwesen des Schatzes, der heute dutzende Male zu hören bekam, dass ich nun endlich alle verfügbaren Motorräder fahren darf. Nur nicht mehr dieses Jahr, denn es ist schweinekalt auf Deutschlands Straßen. Ich weiß das genau ^-^

Ins Wasser

Zwei Wochen nervte der Schatz herum, ich solle die Koffer für den Urlaub packen und zwei Wochen lang vertröstete ich ihn und schaffte es, ihn hin zuhalten. Dann, zwei Tage vor dem Flug konnte ich nicht mehr standhalten, ohne einen größeren Streit zu provozieren und fing schon einmal an, den Koffer der Kinder und die Medikamententaschekoffer zu packen, was den Schatz wieder ein weniger milder stimmte.

Den Montag vor unserem Abflug hatte ich dann noch frei und so schickte ich die Kinder in die Kita, eigentlich, um in Ruhe und ohne Schatz- und Kindergeplapper die Koffer zu packen. Nun liegt es aber nicht in meiner Natur, Dinge sofort zu erledigen, lieber schiebe ich sie auf bis zum letzten Moment. Deshalb fuhr ich auch erst einmal auf einen Kaffee zu einer Freundin. Um 12:30h war ich dann wieder zu Hause und endlich hoch motiviert, sollte doch alles bis zum Dienstende des Schatzes (14h) in Sack und Koffer verstaut sein. Deadline…

Und dann, als ich vor dem Kleiderschrank saß, meine Liste in der einen, das erste T-Shirt in der anderen Hand, klingelte das Telefon und die Kita bat mich, die Prinzessin abzuholen, da diese mit 39,2C° nicht ganz so gesund an ihrem Krippenabschied teilnahm. Damn!!!

Der Kinderarzt diagnostizierte dann zwei Stunden später eine Angina, verschrieb uns Antibiotika für die Maus und wünschte uns einen schönen Urlaub. Das fing ja gut an! Am nächsten Tag stiegen wir dann also mit einem, durch Fiebersaft, betäubten Kind, einem hustendem Kind, kompletten Koffern und schlechten Gewissen ins Flugzeug. Naja, nicht direkt, denn das Kofferband streikte und standen wir zwei Stunden an der Abgabe an und starteten mit 45min Verspätung in Richtung Süden. Mein, und der der Kinder ebenfalls, erster Flug. Total unspektakulär, wobei mir der Landeanflug dann doch ein bisschen in den Magen ging.

Paris, Charles de Gaulle, erster und zum Glück einziger Stopp nach Tunis. Dank Kofferbandproblem verpassten wir unseren Anschlussflug um 5min und hatten dann „spannende“ 3 Stunden auf dem Pariser Flughafen, der zum Glück um einiges schöner ist, als Berlin Tegel!

21:45h deutscher Zeit, also 20:45h tunesischer Zeit, erreichten wir müde und genervt unser Hotel. 4 Stunden später als geplant, denn auch die zweite Maschine hatte aus unerklärlichen Gründen Verspätung. Und obwohl wir unser Gepäck sofort hatten, es quasi nach der Pass- und Visumkontrolle direkt auf uns wartete, mussten wir mit unserem sehr netten Reiseleiter noch ein kleines Weilchen auf ein weiteres Paar warten, welche nicht so viel Glück mit ihrem Gepäck hatten.

Soviel erst einmal zu unserer Anreise, zum Aufenthalt komme ich dann im nächsten Post.

Der Neue

„Komm Schatz, ich zeig dir den mal in Natura und dann kannst du ja immer noch sagen, dass du ihn doof findest!“ so fing alles an.

Also zogen wir am Montag los: im Freizeitlook, was bei dem Schatz bedeutet, dass er in seinen Gartensachen und ohne Schuh unterwegs war. Immerhin wollten wir ja nur mal vom Auto aus gucken, wie der Toyota IQ ausschaut. Nach dem Fiasko mit dem Smart kam ein solcher nämlich nicht mehr für Familie Schokoschaf in Frage. Hauptsächlich, weil er dem Schatz zu anfällig ist. Nun musste er aber mich noch überzeugen, immerhin war ich ja nun fixiert.

So kamen wir dann also bei einem Autohändler in der Nähe an und sahen das Objekt der Begierde. Naja… So wirklich begeistert war ich nun nicht gleich. Also musste ich aussteigen und wir ließen uns von dem Händler einen Schlüssel geben, damit ich mir das Wägelchen mal ganz genau ansehen konnte. Mit anfassen, Probesitzen und so weiter.

Ja okay, langsam wurde ich warm mit dem Wagen, schon allein, weil er, im Gegensatz zum Smart noch eine kleine Rückbank hat. Dementsprechend ist eine Mitnahme der Kinder nicht von vornherein ausgeschlossen. Dann kam der Händler, erzählte uns ein bisschen was und zeigte uns einen weiteren Wagen dieser Art mit Schaltgetriebe.

Dieser wiederum stand neben seinem großen Bruder, dem Aygo, der minimal größer, Platztechnisch aber wesentlich konfortabler ist. Nach einem kleinen hin und her zwischen Händler, Schatz und mir, ließ ich mir den Größeren dann auch von innen zeigen und wurde dann auch gleich zur Probefahrt aufgefordert. Okay, wie oft werde ich schon in den Genuss kommen, einen Wagen  mit gerade mal 21km auf der Uhr zu fahren?!

Natürlich gar nicht doof, die Frau ins Auto zu komplimentieren. Eingestiegen, losgerollt, eine große Runde durch den Bezirk, zurück zum Händler, ausgestiegen und Verliebt…

Und nun erwarte ich innerhalb der nächsten Woche den Anruf, dass wir den neuen Flitzer nach Hause holen dürfen. Zuvor stehen aber noch eine Inspektion, Anmeldung bei der Labo durch den Händler und die perfekte Reinigung mit Politur etc. an.

Und während wir die Papiere fertig machten, der Schatz sich die AGB’s durchlas und ich mich für ein Kennzeichen entscheiden musste, bekam ich auf einmal einen kleinen Lachflash. Natürlich schauten mich die Männer komisch an, also erklärte ich : “ Da geht man in Gartenklamotten und barfuß (Blick auf die Füße vom Schatz) zum Händler um sich einen Wagen anzusehen und geht mit einem Neuwagen in der Tasche vom Hof!“ der Händler lächelte ein wenig und der Schatz schüttelte schmunzelnd den Kopf.

Dann ging ich auf den Hof und machte Bilder von dem Wägelchen. Im Auftrag des Schatzes, wie ich hier mal betonen möchte. Einer der Mitarbeiter schaute irritiert und bekam als Erklärung von mir „Für das Familienalbum!“ zu hören.

Und nun zurück zu einer meiner liebsten Beschäftigungen: Abwarten 😉 Aber ich freu mich jetzt schon. Und das Nächste mal erkläre ich euch, was aus unserer Türkeireise geworden ist 😀

Parken

Ich kam aus dem Gebäude, setzte mir meinen Helm auf und sah gerade noch so aus dem Augenwinkel die junge Frau, die offenbar schluchzend  über dem Lenkrad ihres Kleinwagens hing. In Gedenken fragt man sich ja dann doch immer, ich zumindest, ob man fragen soll, ob alles okay ist. Wenn die Leute allerdings nicht offenkundig verletzt sind, macht man dann aber doch meist nicht, weil jeder das Recht auf eigenes Leid hat.

Wie ich mich dann auf meinen Roller setze und noch immer still für mich überlege, ob sie wohl Liebeskummer hat, scheint sie mich bemerkt zu haben und kurbelt Tränen verschmiert ihr Fenster herunter. Schnell starten und losfahren, oder abwarten was kommt? Ich entscheide mich für Letzteres.

„Entschuldigen Sie bitte, aber Sie haben doch einen Führerschein?“ fragt sie noch ein bisschen aufgelöst. Ich gestehe. „Würden Sie mir den Wagen ausparken? BITTE!!! Ich habe den Führerschein erst seit einem Jahr…“ fragt sie mich dann und ich bin baff. Die Lücke in der die Gute steht, bietet genug Platz für ihren Kleinwagen und meinen Kombi. „Also wissen Sie, ich kann sie rauswinken, wenn Sie wollen, aber Ihren Wagen fahren möchte ich eigentlich nicht.“ Wieso vermutet man inzwischen immer das Schlimmste, wenn man von fremden Menschen um Hilfe gebeten wird? Geht es euch auch so, dass ihr immer die Falle hinter der Frage sucht?

Naja, heraus gewunken werden wollte sie nicht, sie würde schon seit einer halben Stunde versuchen auszuparken. OK… Auf der einen Seite denke ich mir, wenn sie Auto fahren will, sollte sie es schaffen, sie ist ja nun nicht so eingeparkt, dass sie herausgehoben wurden müsste. Auf der anderen Seite stehen wir genau vor der Polizeiwache, wer würde schon eine miese Nummer direkt dort… Wobei…

Ich steige vom Roller, nehme den Helm ab, lasse mir den Schlüssel geben und informiere sie gleich darüber, dass ich für nichts hafte und ihr auch nicht meinen Namen oder sonstiges geben werde. Eingelenkt, einmal zurück gesetzt und der Wagen stand ohne irgendwelche Blessuren auf der Straße.

Dankbar nahm sie ihren Schlüssel entgegen. Komische Situation…

Wieder ein erstes Mal…

Nach den vielen Feierlichkeiten und der Völlerei in der letzten Zeit, hatte unser Kühlschrank ein schon länger nicht mehr da gewesenes Stadium erreicht: leer.

Bis auf einen Becher Naturjoghurt und zwei Scheiben Salami sah er nun doch recht geplündert aus. Ungefähr den gleichen Stand wies auch der Tank des Autos auf, nur ohne Joghurt und Salami und so fuhren wir gestern nach Polen. Nur zum tanken oder einkaufen lohnt sich das nicht wirklich, da weder ich, noch der Schatz rauchen. Wenn man aber den Wagen mit dem letzten Tropfen Benzin auf die Tankstelle rollen lässt und den Kofferraum danach noch mit Lebensmitteln vollwuchtet, dann lohnen sich die 110km doch wieder

Seit dem ich den Führerschein habe, bin ich die Strecke schon ein paar Mal gefahren, also nichts Neues für mich. Ich kenne die Strecke bei Dunkelheit, Kübelregel, Sonnenschein… Ich glaube ich habe sie inzwischen bei jeder Witterung und Tageszeit befahren

Das ist es also nicht, was ich so spannend fand. Auch war es nicht der Supermarkt, in dem wir uns schon fast so gut auskennen, wie in dem bei uns um der Ecke. Tankstellen kennen wir da drüber auch schon die ein oder andere, alles total unspektakulär

Bevor ich weiter erzähle, muss ich noch kurz sagen, dass wir einen VW Polo in mattschwarz fahren, der zu allem Übel auch noch tiefer gelegt ist. Na, ahnt jemand schon etwas?

Als ich den Wagen über die polnische Grenze fuhr und gerade die ersten 20m auf deutschem Boden hinter mich gebracht hatte, winkte mir ein freundlicher Herr mit einer leuchtenden Kelle und gelber Weste zu. Ich war ganz aufgeregt und fuhr auf den mir zugewiesenen Parkplatz, wo schon andere Autos und weitere ~30 Zollbeamten standen.

Ich hielt an und stieg aus. Der nette Herr in Gelb mit seiner Taschenlampe (war ja schließlich schon dunkel um 19h), befragte mich zu der Personenanzahl, ob und wie viele Zigaretten und Benzin wir mitgenommen haben und ob er mal ins Auto schauen dürfte. “Hach, ich bin ja ganz aufgeregt. Das ist meine erste Zollkontrolle!” erklärte ich dem Herrn, während der Schatz den Kofferraum öffnete. Ein kurzer Blick auf den Rücksitz, ein besorgtes Wort zum Prinzen, der ein wenig Angst hatte und ein sehr desinteressierter Blick in den Kofferraum später war die Sache auch schon vorbei und wir wieder im Auto.

“Na toll. Meine erste Kontrolle und dann so unspektakulär!” beschwerte ich mich mehr beim Schatz als beim Zollbeamten. “Dann kommen Sie doch einfach öfter vorbei, dann haben Sie vielleicht auch öfter mal das Glück!” zwinkerte der Herr mir zu und wir fuhren wieder gen Heimat. Ich noch ein wenig schmollend und der Schatz sehr belustigt

Dann warte ich eben voller Spannung auf meiner erste allgemeine Verkehrskontrolle und wehe, die wird nur so eine Huschwuschiaktion

Schneeanfänger

 

Vor fast genau einem Jahr, nämlich am 19.12.2011, habe ich die Führerscheinprüfung bestanden. Diese Tatsache erlaubt mir nun das führen des schwarzen Wagen vor unserer Tür. Obwohl ich dann ja im Winter die ersten Alleinfahrten, also ohne Fahrlehrer, unternommen habe, kam ich nur zwei Mal in die Verlegenheit bei frischem Schnee fahren zu müssen/dürfen. Ansonsten waren die Straßen immer fein freigeräumt und auch von den Nebenstraßen ging keinerlei Stresspotenzial aus.

Dieses Jahr hingegen sieht die ganze Sache schon ein wenig anders aus. Immer wieder fallen kleine und große Flocken vom Himmel. Und oh welch Wunder, es blieb sogar liegen.
Schon am Donnerstag hatte der Schatz nichts besseres zu tun, als mich in den Schnee hinaus zu schicken, um ihn zum Arzt zu fahren. Ein wenig aufgeregt war ich schon, doch da die Fahrbahn nciht glatt war und der Schnee sich auch mehr wie Regen verhielt, war es letzten Endes total unspektakulär.

Am Sonntag schneite es dann die ganze Nacht und den ganzen Tag, so dass wir sage und schreibe 12 cm Neuschnee hatten.Nun bleibt man ja wegen so einem bisschen Schnee nicht gleich zu Hause hinter verschlossener Tür und igelt sich ein. Nein, wir machten erst einmal einen schön kalten Familienspaziergang zum Bäcker und Nachmittags fuhren wir dann zu den Eltern vom Schatz.

Diese wohnen am Stadtrand und mehr oder minder gesehen so gut wie im Wald. Über die Stadtautobahn sind sie, theoretisch, so denn man nicht die verflixte Ausfahrt verpasst, binnen 20 Minuten bei ihnen. Am Sonntag, lag dann eben beschriebener Neuschnee und die Schneebeseitiger schienen nicht so recht hinterher zu kommen mit ihren kleinen Schneefahrzeugen. Sowohl unsere Nebenstraße, als auch die Hauptstraße lagen vollkommen bedeckt da und machten es dem ein oder anderem Autofahrer schwer, seinem Fahrzeug die richtige Richtung zu geben.

Da der Schatz ja momentan mit dem Arm im Gips liegt, durfte ich dann mit unserem Wagen die Rodelpartie wagen. Das war dann schon weitaus spannender als der kleine Ausflug am Donnerstag. Aber mit genug Abstand und einem ausgesprochen gutem Fußspitzengefühl, über das ich selber ganz erstaunt war, waren auch die glatten Hauptstraßen gar kein Problem.

Auf der Stadtautobahn musste ich dann feststellen (mal wieder), dass nicht alle Ideen vom Schatz gute Ideen sind. Dieser überredete mich nämlich, auf der vollkommen verschneiten Autobahn einen Spurwechsel zu machen “Damit du mal ein Gefühl dafür bekommst!” . Also ganz ehrlich: So was mach ich nicht noch mal. Man ist ja so schon wie auf Schienen gefahren, weil man mit dem Wagen automatisch in die bereits vorgefahrenen, mindestens 3cm tiefen, Spurrinnen fährt und das dann gar nicht so lustig ist, wenn man auf die andere Spur rutscht.

Nun ja, ohne Unfall haben wir es ja dann doch noch zu den Schwiegereltern in spe geschafft und auf dem Rückwegen am frühen Abend hatten es dann auch die Streufahrzeuge bis auf die Stadtautobahn geschafft, so dass wir über eine zwar nasse, aber nicht mehr rutschige Fahrbahn nach Hause fahren konnten (wobei die Hauptstraße dann noch immer weiß war ) .

Nun habe ich das also auch schon durch und fahre ganz selbstbewusst, wenn auch vorsichtig mit ganz viel Abstand und vorausschauend, auch auf glatter Straße.
Danke der tollen Fahrschule und dem dazugehörigem Team und ganz speziell dem weltbesten Fahrlehrer, dem ich zu verdanken habe, dass ich keinerlei Angst habe, weil ich gut vorbereitet aus der Prüfung gegangen bin!

Nachgeholt

Hier nun also der aufgeschobene Bericht (wobei ich schon wieder fast… egal) über unseren Ausflug zum holländischen Stoffmarkt in Potsdam.

Nachdem ich mich unter Einsatz meines Lebens durch Dunkeldeutschland (befindet sich gleich neben Berlin) hinter dem wohl ältesten Autofahrer Europas. Anders kann ich mir nicht erklären, warum man in einer 50er Strecke 40 und in einer 30 Strecke sogar nur 19 fährt. Von der 70er Strecke möchte ich gar nicht schreiben. Achso: Natürlich ergab sich keine Gelegenheit diesen weltältesten Mann zu überholen… Gegenverkehr, Überhohlverbote…

Dann kam ich endlich am verabredeten Ort an und sammelte die total überfutterte Sari ein. Als geduldige Autofahrerin erfreute ich mich ihrer Gesellschaft auf der Fahrt bis zu dem Punkt, wo wir 100 Jahre an einer Baustellenampel stehen durften. Vergesst das geduldig… Ich hasse es, wenns nicht läuft und noch mehr, wenn die Leute vor mir unfähig sind. Also eigentlich bräuchte ich immer eine Straße neben der Strecke für mich allein… Andere Geschichte… Aber ablenken kann die Sari gut! 😉

Bis zu dem Zeitpunkt der Ankunft waren wir von Regen verschont geblieben, obgleich wir schon ausknobelten, wer den trendy Piratenschirm meines Sohnes im Falles eines Falles  benutzen dürfte. Und obwohl es ein Wechselbad von Sonne und Regen war, war es ein toller Ausflug mit vielen Ideen, toller Unterhaltung, noch mehr Eindrücken und dem unbändigem Wunsch die verstaubten Nähkenntnisse wieder zu beleben um unendlich viele Sachen zu nähen (verbunden mit dem Wissen, dass mir die Zeit dazu fehlen wird).

Vielleicht… Irgendwann… Mit ein bisschen Hilfe… *seufz*

Zum Schluss mussten wir dann doch noch ein bisschen flitzen. Nicht wegen dem Wetter, sondern viel mehr, weil uns die Zeit davon lief und ein bestimmter Stoff gefunden werden wollte.  Gefunden hatten wir ihn dann zwar nicht, aber wunderbare Beute hat meine Begleitung trotzdem gemacht.

Glücklicher Weise entsprach die Rückfahrt dann mehr meinem Gemüt und so waren wir recht schnell wieder in heimatlichen Gefilden. Den Schatz und die Königskinder hatte ich vor dem Ausflug bei seinen Eltern „geparkt“ und dort musste ich sie nun abholen.

Das Navi leitet mich dann so ganz anders als auf dem Hinweg und so fand ich mich, nach etlichen kleinen Schleichstraßen, auf einmal hinter drei Autos wieder. Nichts besonderes, sollte man meinen. Doch ich, als Fahranfänger, bin noch nie hinter dem Steuer auf einer Fähre mitgefahren und war recht aufgeregt. Und froh, dass ich nicht ganz vorne stand, mit einem Reifen quasi schon über dem Abgrund.

Und dann war es einfach nur ödes, schnödes Warten hinter einem anderen Auto, bis dieses wieder den Motor startete. Im Grunde nichts anderes, als 100 Jahre an einer Baustellenampel zu stehen. Aber zumindest kann ich nun eine weitere Sache auf der Liste „Der fertige Autofahrer, Dinge die man zum ersten Mal getan hat“ abhaken. 😀